Vorerst keine weiten Reisen mehr

Nach 11 Jah­ren in ver­schie­de­nen Posi­tio­nen (als Stu­dent, wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter, Dok­to­rand, Post­dok­to­rand) und an ver­schie­de­nen Unis (in Mitt­weida, Peking, Frei­berg und Tian­jin) habe ich die „aka­de­mi­sche Welt” hin­ter mir gelas­sen und bin in die Wirt­schaft gewech­selt, denn seit dem 01. Okto­ber arbeite ich hier in Mün­chen bei einer Beratungsfirma.

Ent­spre­chend werde ich mich vor­erst auch nicht mehr in den Flie­ger auf den Weg nach Peking oder Tian­jin machen, son­dern mich (fast) jeden Mor­gen in die U-Bahn nach Send­ling set­zen, den Münch­ner Stadt­teil, wo ich arbeite.

Und wieder zurück — diesmal für länger

Am Mitt­woch hieß es vor­erst von Tian­jin Abschied zu neh­men — die Heim­reise nach Mün­chen (wo ich schon seit Anfang Sep­tem­ber gemel­det bin) stand an. Nach einem hal­ben Tag im Büro habe ich mich mit etwas mehr als 20 kg Gepäck auf den Weg zum Pekin­ger Flug­ha­fen gemacht, aller­dings mit eini­gen Stopps.

Zunächst ging es mit dem Zug zum Pekin­ger Süd­bahn­hof und von dort dann per U-Bahn in die Nähe des Sei­den­mark­tes, wo ich für mei­nen neuen Job noch ein­mal sechs Hem­den in Auf­trag gege­ben hatte. Dort hat mich dann ein chi­ne­si­scher Freund mit sei­nem Auto abge­holt und wir sind wie­der in den Süden Pekings gefah­ren, um mit einem sei­ner Freunde gemein­sam Abend zu essen. Dafür waren wir in einem sehr net­ten und auch alten isla­mi­schen Restau­rant essen, des­sen Spe­zia­li­tät Inne­reien von Käl­bern sind.

Im Anschluss wurde ich dann noch zum Flug­ha­fen gefah­ren, wo ich eigent­lich deut­lich zu zei­tig war. Dann dau­erte es aber vor allem bei der Sicher­heits­kon­trolle deut­lich län­ger als geplant und so konnte ich nach einem Gang durch den Duty-Free-Shop eigent­lich direkt einsteigen.

Der Flie­ger war dann pünkt­lich halb sechs in Mün­chen und ich trotz einer mini­ma­len Befra­gung beim Zoll auch recht flott, so dass ich vier­tel acht schon zu Hause war und sogar mit Ste­fa­nie gemein­sam früh­stü­cken und sie danach zur U-Bahn brin­gen konnte.

Das ist nun mitt­ler­weile schon wie­der andert­halb Tage her und ich bin schon wie­der ganz gut hier ange­kom­men, wenn man mal davon absieht, dass es für mich ein­fa­cher ist, mor­gens um fünf auf­zu­ste­hen, als am Abend bis um zehn wach zu blei­ben — aber das wird sich auch ganz schell ändern.

Die letzten Schritte auf dem Weg zum neuen Visum

Nach­dem ich mein Visum — bzw. genauer gesagt meine Auf­ent­halts­ge­neh­mi­gung — bereits im Juli ver­län­gern wollte, ist es mir jetzt ver­mut­lich end­lich gelun­gen. Zumin­dest hatte ich am Mon­tag alle Unter­la­gen zusam­men und konnte diese beim Entry-Exit-Office hier in Tian­jin abge­ben, nächs­ten Mon­tag sollte ich dann mei­nen Aus­weis mit dem neuen Visum abho­len können.

Das Ganze hat sich zum einen des­we­gen solange hin­ge­zo­gen, weil man sein Visum erst kurz vor dem Aus­lau­fen ver­län­gern darf. Und zum ande­ren, weil das Stu­dium erst diese Woche wie­der begon­nen hat und daher letzte Woche noch sehr wenige Pro­fes­so­ren und Ange­stellte der Uni da waren — so habe ich ein­fach die benö­tig­ten Unter­schrif­ten nicht zusam­men bekom­men. (Das ist hier aber ganz nor­mal, in den knapp zwei Mona­ten Semes­ter­fe­rien sollte man bes­ser keine drin­gen­den Anlie­gen haben.)

Auf alle Fälle war ich recht happy als ich meine Unter­la­gen für das neue Visum abge­ben konnte und bin daher nicht direkt zurück zur Uni, son­dern ein paar Meter in ein klei­nes Vier­tel mit (zumin­dest dem Aus­se­hen nach) alten Kolo­ni­al­bau­ten der Ita­lie­ner gegangen.

So am Mor­gen war es dort aber noch sehr ruhig, von ein paar chi­ne­si­schen Tou­ris­ten mal abge­se­hen. Das Vier­tel liegt nah am Hai-Fluss, der sich durch Tian­jin win­det, und so habe ich auch die­sen noch über­quert und war im Anschluss das erste Mal in mei­nem Leben bei Wal Mart. Nicht, dass ich etwas gebraucht hätte, nur mal so. Gab dann auch nicht viele Über­ra­schun­gen, sehr ähn­lich wie die Super­märkte von Car­re­four, die es doch recht häu­fig hier gibt, wobei der Wal Mart viel­leicht ein klein wenig auf­ge­räum­ter ist.

Wieder zurück in Tianjin

Zum zumin­dest für die­ses Jahr letz­ten Mal bin ich am Don­ners­tag in Tian­jin ange­kom­men, alles wie gewohnt ohne grö­ßere Pro­bleme: Lan­dung in Peking, U-Bahn-Fahrt zum Süd­bahn­hof, Zug­fahrt nach Tian­jin, U-Bahn-Fahrt in die Nähe der Uni und noch 10 Minu­ten zu Fuß, was auf­grund mei­nes doch recht leich­ten Kof­fers — außer (flüs­si­gen) Gast­ge­schen­ken nur etwas Zei­tung sowie Schlaf­sack und Matraze — auch recht ent­spannt war.

Ich bin kurz vor Mit­tag hier ange­kom­men und daher war ich nach kur­zer Zeit schon unter­wegs zum Mit­tag­es­sen. Ein Weil­chen nach­dem ich wie­der zurück war, kam auch mein Pro­fes­sor ins Insti­tut und hat mich gleich auf­grund mei­ner Rück­kehr und der Hoch­zeit auf einen Schnaps ein­ge­la­den. Es muss wohl doch eher die Hoch­zeit gewe­sen sein, denn als ich sonst hier ange­kom­men bin (letz­ten Okto­ber, im Januar, im Juni) gab es nicht so eine „Begrüßung”.

Auf alle Fälle gab es chi­ne­si­schen Reis­schnaps (ca. 50 %) und dazu kleine Päck­chen mit ein­ge­leg­ten Fisch. Der Fisch war zwar sehr lecker und wir hat­ten auch ewig viele Packun­gen davon, aber zum Schnaps — ins­ge­samt wohl mehr als ein Papp­be­cher pro Per­son — doch zu wenig. Schließ­lich trin­ken die Chi­ne­sen ja aus gutem Grund den Schnaps direkt zum Essen: dadurch kann man einer­seits mehr essen und ande­rer­seits mehr trin­ken. Wir haben also gegen die­ses Gebot sozu­sa­gen ver­sto­ßen und ent­spre­chend unpro­duk­tiv war dann unser bei­der Nachmittag.

Am dar­auf­fol­gen­den Abend waren wir dann noch gemein­sam mit sei­ner Frau Abend­es­sen und da haben wir offen­sicht­lich zu wenig getrun­ken, auf alle Fälle blie­ben eini­ges an Essen übrig — aber trotz lan­ger Abwe­sen­heit aus China konnte ich ein­fach nicht mehr.

Was gibt es sonst noch zu sagen? Hier an der Nankai-Universität ist von Tag zu Tag mehr los, Anfang nächs­ter Woche star­tet das Semes­ter offi­zi­ell. Eigent­lich beginnt es immer schon Anfang Sep­tem­ber, aber die­ses Jahr wurde es ver­mut­lich ver­scho­ben, weil aktu­ell das Mittherbst­fest statt­fin­det. Da wird der Herbst­voll­mond bewun­dert und es wer­den Mond­ku­chen gegessen.

Vor zwei Jah­ren, als wir gerade wie­der in China ange­kom­men waren, haben wir das Fest zusam­men mit Wiebke und ihrer Fami­lie in Nan­daihe ver­bracht — mit einem wirk­lich rie­si­gem Voll­mond über dem Meer.  Letz­tes Jahr waren wir in Mün­chen und Ste­fa­nie hatte gerade begon­nen dort zu arbei­ten. Und die­ses Jahr sitze ich also hier in Tian­jin im Büro — mal sehen was dann nächs­tes Jahr ansteht, wenn das Mittherbst­fest am 27. Sep­tem­ber (immer der 15. Tag des ach­ten Monats nach dem Mond­ka­len­der) stattfindet.

Auf alle Fälle wün­sche ich allen ein fröh­li­ches Mittherbst­fest:
中秋节快乐!

Eine Art Fehlerbild

Vor­ges­tern hat mir mein Kol­lege vom Cen­ter for Com­bi­na­to­rics das Grup­pen­bild der Kon­fe­renz zuge­schickt, die am Ende mei­nes vor kur­zem zu Ende gegan­ge­nen Auf­ent­hal­tes dort stattfand.

Zwar habe ich mich schon lange daran gewöhnt, der ein­zige Aus­län­der am Insti­tut zu sein — und es hat ja auch den einen oder ande­ren Vor­teil — aber etwas komisch sieht es doch aus, gerade auf sol­chen Fotos. Also: Sucht den Fehler.

Gruppenfoto Konferenz 2014-07

Von Tianjin nach München bzw. von der Uni in die Wirtschaft

Am Mon­tag­nach­mit­tag bin ich wie­der in Mün­chen ange­kom­men und habe damit den (zu) hei­ßen Tian­ji­ner Som­mer gegen den (zu) kal­ten Mün­che­ner Som­mer getauscht. Es ist aber auch mal wie­der schön ohne Kli­ma­an­lage schla­fen zu können.

Auch wenn ich im Sep­tem­ber noch ein­mal nach China und Tian­jin zurück­keh­ren werde — und zwar vom 03. bis 25. Sep­tem­ber, da gab es den Hin– und Rück-Direktflug mit Air China für nur 584 Euro — so hat mir doch der Rückreise-Sonntag irgend­wie schon gezeigt, wohin es lang­fris­tig geht: Von der Uni mit ihren Kon­fe­ren­zen in das Arbeits­le­ben in der Wirt­schaft mit ihren Anzugs­trä­gern, zu denen ich dann auch gehöre.

Zunächst hat­ten wir seit Frei­tag eine grö­ßere Kon­fe­renz in Tian­jin, zu der Chi­ne­sen aus ganz China und auch aus dem Aus­land ange­reist waren. Ich bin dann am Sonn­tag schon etwas eher dort weg, noch ein­mal in meine Woh­nung um meine Sachen zu schnap­pen und dann mit dem Zug nach Peking zu fahren.

Mein Flug ging zwar erst am Mon­tag­mor­gen 2 Uhr, wes­we­gen ich eigent­lich noch deut­lich län­ger hätte in Tian­jin blei­ben kön­nen, aber ich musste in Peking noch meine Sachen beim Schnei­der abho­len. Denn in Vor­be­rei­tung auf meine Anstel­lung in Mün­chen (ab Anfang Okto­ber) habe ich mich mit Anzü­gen und Hem­den eingedeckt.

Auf dem Weg vom Schnei­der (an der Guang­hualu) zum Flug­ha­fen ging es dann mit dem Taxi den drit­ten Ring ent­lang, vor­bei an den zahl­lo­sen Hoch­häu­sern des CBD und von Sanyuan­jiao. Am Abend mit noch eini­gen Büros erleuch­tet ein ganz net­ter Anblick und irgend­wie schien es für mich in dem Moment schon irgend­wie das Sym­bol mei­ner neuen Arbeit zu sein, gerade im Gegen­satz zu den doch deut­lich fla­che­ren Gebäu­den in der Nankai-Universität, durch die ich mich in den vier Wochen zuvor meist bewegt hatte.

 

Fußballwochenende

Sams­tag, 21:30:

Die­ses Wochen­ende geht also die WM zu Ende, von der ich hier sicher­lich weni­ger gemerkt habe, als wenn ich in Deutsch­land gewe­sen wäre. Geplant war ja eigent­lich, dass ich das niederländisch-deutsche Finale gemein­sam mit einem nie­der­län­di­schen Freund in Peking schaue. Dar­aus ist lei­der nichts gewor­den, statt­des­sen ste­hen jetzt wohl zwei Spiele auf dem Plan.

Den heu­ti­gen Tag habe ich zunächst ganz nor­mal ver­bracht und war bis gegen halb acht im Büro. Danach bin ich nach Hause und habe ein paar Sachen für die kom­men­den zwei Tage ein­ge­packt. Aber nicht zu viele, es hat noch alles in Ste­fa­nies klei­nen 10 Liter Ruck­sack gepasst.

Dann bin ich zum Bahn­hof, habe mir ein Ticket gekauft und jetzt sitze ich gerade im Zug nach Peking. Der wird zehn Minu­ten nach Zehn dort sein, da blei­ben also immer noch knapp sechs Stun­den bis zum Anpfiff, denn das Spiel wird ja hier erst vier Uhr mor­gens ange­pfif­fen — da sollte die Däm­me­rung schon ein­set­zen. Wie ich so lange wach blei­ben soll, ist mir noch rela­tiv unklar, aber da wird sich schon was finden.

Ich denke mal nach dem Spiel geht es direkt zu Bryan, dem Nie­der­län­der, nach Hause und mor­gen wird etwas län­ger geschlafen.

Sonn­tag, 02:15:

Bald ist es so weit, nur noch 45 Minu­ten bis zum Spiel. Wir haben zunächst ein wenig bei Bryan rum­ges­sen und gequatscht, zwei Freude von ihm waren auch da. Dann sind wir raus und woll­ten in eine Bar, haben uns aber dann doch für den Stäbchen-Laden gleich um die Ecke entschieden.

Dort woll­ten wir eigent­lich nur ein Bier trin­ken, ich wollte aber sehr gerne irgend­was bestel­len, was ich dann auch aus­rei­chend getan habe. Nach­dem irgend­wann das ganze Fleisch und Brot (auch gegrill­ter Honig-Toast, sehr lecker) alle war, sind wir gerade wie­der bei Bryan rein.

Jetzt wol­len die ande­ren wohl wirk­lich noch ein klei­nes Schläf­chen bis zum Spiel machen. Bin mal gespannt, ob dann wirk­lich jemand auf­steht. Mich müs­sen sie dann auf alle Fälle wecken, denn ich schlafe im Wohn­zim­mer auf der Couch, wo auch der Fern­se­her steht.

Sonn­tag, 05:12:

Sehr gut, die Nie­der­lande sind also dabei zu gewin­nen. Ich habe aber ehr­lich gesagt geschla­fen und ich ver­mute, alle ande­ren hier auch. Oder wollte man mich nicht wecken und hat auf dem Lap­top geschaut? Das finde ich spä­ter raus, erst wird wei­ter geschla­fen. Gute Nacht.

Mon­tag, 02:06:

Das Finale steht an und ich hoffe, dann noch wach zu sein. Zwar habe ich nach mei­nem letz­ten Ein­trag noch lange hier rum­ge­le­gen, aber dau­er­haft geschla­fen eher nicht mehr. Gegen 2 Uhr Nach­mit­tags sind wir dann raus um Mit­tag zu essen und danach war ich beim Schnei­der um meine drei neuen Abzüge anzu­pro­bie­ren. Im Anschluss bin ich dann wie­der zu Bryan in die Woh­nung, schließ­lich waren es noch 9 Stun­den bis zum Spiel.

Ich habe dann erst einen Film geschaut und mich dann gegen 10 Uhr mit Zhou Wei getrof­fen und noch ein paar Stäb­chen geges­sen. Danach sind wir durch San­li­tun spa­ziert, aber es war trotz­dem noch viel Zeit. Daher ist er jetzt mit einem ande­ren Deut­schen in des­sen Woh­nung und ich bin zurück zu Bryans Woh­nung, wo ich, als ich gerade ins Haus gehen wollte, auch auf ihn und seine Freun­din gesto­ßen bin. Wir wer­den also ver­su­chen noch 45 Minu­ten wach zu blei­ben und dann das Spiel hier zu schauen.

Mon­tag, 23:00:

Es hat geklappt und ich habe es sogar live gese­hen — die deut­schen Fuß­bal­ler sind Welt­meis­ter gewor­den. Zunächst habe ich das Spiel mit Bryan und sei­ner Freun­din gese­hen, bis die sich dann nach der regu­lä­ren Spiel­zeit schla­fen gelegt haben — da war es ja auch schon fast um fünf. Ich habe dann alleine wei­ter geschaut und bin irgend­wie auch wach geblie­ben, nach dem Tor des Spie­les sowieso.

Nach dem Spiel habe ich mich hin­ge­legt, bin dann aber etwas mehr als zwei Stun­den spä­ter auf­ge­stan­den um zurück nach Tian­jin zu fah­ren. Hier bin ich dann kurz nach Zehn ange­kom­men, war ein wenig im Büro und bin danach in meine Woh­nung um zu duschen und — ja, ich habe gemacht, was ich sonst nie mache — ein klei­nes Mit­tags­schläf­chen zu machen.

Am Nach­mit­tag war ich wie­der im Büro bis Prof. Li auf die Idee kam mit einem ande­ren Pro­fes­sor, sei­ner Frau und mir essen zu gehen. Der Schnaps hielt sich aber (zum Glück) in Gren­zen — wir haben ja am Wochen­ende Kon­fe­renz hier, da gibt es aus­rei­chend. Trotz­dem ist danach zuge­ge­be­ner Maßen nicht mehr viel gewor­den und nun sitze ich auch schon am Ende die­ses ver­län­ger­ten Fuß­ball­wo­chen­en­des auf dem Bett in mei­ner Woh­nung und werde gleich mal ver­su­chen etwas Schlaf der letz­ten Tage nachzuholen.

Halbzeit

Am Wochen­ende war bereits Halb­zeit von Ste­fa­nies vier­wö­chi­ger Dienst­reise und mei­nem eben so lan­gen Auf­ent­halt hier in Tian­jin. Grund genug, uns mal in Peking zu tref­fen — Ste­fa­nie hatte doch tat­säch­lich mal andert­halb Tage frei — und gemein­sam mit ein paar Freun­den einen lus­ti­gen Abend zu verbringen.

Bei „Halb­zeit” den­ken ja im Moment ja fast alle an Fuß­ball, ich sicher­lich auch oft, aber das war es dann auch schon. Denn mit dem Fuß­ball anschauen ist es doch etwas schwie­rig, da die Spiele hier vier Uhr mor­gens zu sehen sind. Zumal ich in mei­ner Woh­nung kein Fern­sehn oder Inter­net habe und ent­we­der ins Insti­tut oder woan­ders hin müsste.

Ent­spre­chend muss ich auch zuge­ben (ebenso wie Ste­fa­nie), dass ich diese Nacht kein Fuß­ball geschaut habt. Als ich vor­hin noch ahnungs­los ins Büro bin hat mir aller­dings ein Chi­nese gleich zum Sieg der deut­schen Mann­schaft gra­tu­liert und die Tore die­ses wohl als his­to­risch zu bezeich­nen­den Spie­les habe ich mir gerade im Inter­net angesehen.

Außer­dem konnte ich fest­stel­len, dass auch das Jahr 2014 und spe­zi­ell das aka­de­mi­sche Jahr 2014 in China in Kürze Halb­zeit hat. Sprich, ich bin mal wie­der hier ange­kom­men,  wenn alle ande­ren gehen. Schon nach Weih­nach­ten war ich kurz vor dem Neu­jahrs­fest hier ange­kom­men als sich alle Stu­den­ten auf den Weg in ihre Hei­mat gemacht haben. Und ähn­lich ist es auch jetzt — die Som­mer­pause steht an.

Auf dem Weg zurück

Nach knapp zwei Mona­ten in Mün­chen bin ich nun wie­der auf dem Weg nach Tian­jin, um zumin­dest noch ein­mal einen Monat dort vor Ort zu arbei­ten und hof­fent­lich noch das eine oder andere klei­nere For­schungs­pro­jekt abzuschließen.

Eigent­lich sollte ich auch schon fast dort ange­kom­men bzw. zumin­dest in Peking sein, aller­dings gab es an mei­nem Flie­ger, der ges­tern 16:35 Uhr star­ten sollte, einige tech­ni­sche Pro­bleme. Deren Behe­bung zog sich Stunde um Stunde hin bis irgend­wann klar war, dass es doch nichts wird. So habe ich dann den Abend am Gate und die erste Stunde des heu­ti­gen Tages am Ticket­coun­ter ver­bracht bis alles umge­bucht war und es per Taxi in ein Hotel in der Nähe des Flug­ha­fen (Mer­cure in Auf­kir­chen) ging.

Jetzt ist also der zweite Ver­such, bei dem es mit Eti­had über Abu Dhabi nach Peking gehen soll (anstatt per Qatar über Doha wie ursprüng­lich geplant). Mor­gen früh Peking-Zeit sollte ich es dann aber nach China geschafft haben und in rund 24 Stun­den dann in mei­nem Büro in Tian­jin sitzen.

Bleibt noch die in den letz­ten Tagen oft gehörte Frage, ob ich mich eigent­lich freue wie­der nach China zu kom­men. Die lässt sich gar nicht so ein­fach beant­wor­ten: Einer­seits habe ich mich in Mün­chen sehr gut ein­ge­lebt und die Stadt hat auch ein paar Vor­teile gegen­über Peking und Tian­jin - Stich­wort „Luft­qua­li­tät” und so wei­ter. Ande­rer­seits freue ich mich auch wie­der auf meine Arbeit in Tian­jin, die feh­len­den Ablen­kun­gen und Mög­lich­keit sich auf die Mathe­ma­tik zu konzentrieren.

Ich denke die­sen viel­leicht letz­ten Monat als Post­doc in China werde ich noch ein­mal genie­ßen, zumal ja Ste­fa­nie auch gerade das Reich der Mitte erkun­det (bzw. des­sen Fabri­ken) und wir daher die Mög­lich­keit haben uns immer mal wie­der zu sehen, eine etwas andere Art der „Wochenendbeziehung”.

Nicht nur zu Besuch

Seit mehr als einem Monat bin ich nun in Mün­chen und gleich in den ers­ten Tagen hat sich her­aus­ge­stellt, dass ich nach dem Som­mer auf Dauer hier sein werde. Denn zum 01. Okto­ber fange ich bei einer IT– und Unter­neh­mens­be­ra­tung hier an.

Das Ganze ging wirk­lich sehr schnell: Am Frei­tag war ich gelan­det, am Mon­tag war das Vor­stel­lungs­ge­spräch, am Diens­tag habe ich das tele­fo­ni­sche Ange­bot bekom­men und am Mitt­woch lag der Ver­trag bereits im Brief­kas­ten. Ich freue mich schon auf diese neue Her­aus­for­de­rung, obwohl dadurch sowohl die Zeit der For­schung als auch die Zeit in China ein immer näher kom­men­des Ende hat.

Aber noch ist es ja ein Weil­chen und ich denke, dass ich in den ver­blei­ben­den Mona­ten noch einige ange­fan­gene Dinge zu Ende brin­gen kann, auch damit ich dann den Kopf für Neues frei habe. Der nächste Flug nach China steht auch schon fest, am 23. Juni fliege ich nach Peking und werde dann für vier Wochen an der Uni in Tian­jin sein.

Wieso gerade zu die­ser Zeit und gerade vier Wochen? Weil Ste­fa­nie einen Tag zuvor auch für vier Wochen nach China star­tet um sich einige Fabri­ken anzu­schauen. Sie hat sogar eine Fabrik in Tian­jin auf ihrer Liste und ich freue mich schon sehr dar­auf ihr dann auch mal meine Uni und mei­nen Arbeits­platz zu zei­gen und sie mei­nem Betreuer Prof. Li und mei­nem Kol­le­gen Prof. Shi vor­zu­stel­len. Wenn das kein Anlass für ein klei­nes gemein­sa­mes Abend­es­sen ist …