Unbekannte Seite Chinas — entlang der Seidenstraße

Für alle die, die schon vie­le unse­rer — haupt­säch­lich in Peking auf­ge­nom­men — Fotos gese­hen haben, gibt es heu­te etwas Abwechs­lung. Wie bereits vor­her ange­deu­tet, waren wir für fünf Tage im Wes­ten Chi­nas unter­wegs. Gemein­sam mit einer klei­nen deut­schen Rei­se­grup­pe, beglei­tet von unse­rer Stu­di­en­freun­din Sybil­le, die das Rei­se­bü­ro Fulong Tours in Zwi­ckau führt, ging es von Urum­qi (乌鲁木齐 Wūlǔ­mù­qí) über Jiayu­gu­an (嘉峪关 Jiāyù­guān) wei­ter bis nach Dun­huang (敦煌 Dūn­huáng). Alles war per­fekt orga­ni­siert, wodurch wir in der kur­zen Zeit einen sehr umfang­rei­chen Ein­druck in die­sen, uns bis­her völ­lig unbe­kann­ten Lan­des­teil gewin­nen konnten.

Die Rei­se nahm ihren Aus­gangs­punkt in der Pro­vinz­haupt­stadt Xin­jiangs, Urum­qi. Den ers­ten Stadt­rund­gang haben wir noch auf eige­ne Faust unter­nom­men und konn­ten dabei in eini­gen Stra­ßen die mus­li­mi­schen Ein­flüs­se ent­de­cken. Neben den Bau­wer­ken waren beson­ders auch die Märk­te inter­es­sant, auf denen fri­sches Schafs­fleisch, getrock­ne­te Früch­te und Gewür­ze ange­bo­ten wurden.

Am fol­gen­den Tag star­te­ten wir gemein­sam mit der Grup­pe zu einer wei­te­ren Stadt­run­de. Zuerst schau­ten wir uns das Pro­vinz­mu­se­um mit urzeit­li­chen Expo­na­ten, Infor­ma­tio­nen zu meh­re­ren Volks­min­der­hei­ten und eini­gen gut erhal­te­nen Mumi­en an. Im Anschluss konn­ten wir vom Roten Berg den Blick über die Stadt schwei­fen las­sen und beka­men schon einen ers­ten Vor­ge­schmack auf den nächs­ten Tag, denn am Hori­zont zeich­ne­ten sich die schnee­be­deck­ten Ber­ge des Him­mels­ge­bir­ges ab.

Von Urum­qi ging es mit dem Bus zum Him­mels­see, der in ca. 2000 m Höhe sehr idyl­lisch in Mit­ten von ca. 5000 m hohen Ber­gen liegt. Zu die­ser Zeit waren noch recht wenig Tou­ris­ten unter­wegs, somit konn­te man die Natur und die bezau­bern­de Land­schaft in vol­len Zügen genießen.

Mit dem Nacht­zug ging die Tour dann wei­ter Rich­tung Jiayu­gu­an in die Pro­vinz Gan­su, wo wir am Mor­gen das west­li­che Ende der Gro­ßen Mau­er aus der Ming­zeit ange­schaut haben. Weil nach den Auf­zeich­nun­gen die­ser Teil neun Jah­re eher begon­nen wur­de als das öst­li­che Ende in Shan­hai­gu­an, han­delt es sich eher um den Anfang als um das Ende der Mau­er. Das Fort liegt zwi­schen zwei Berg­ket­ten und unter­schei­det sich in sei­ner Bau­art und Erschei­nung sehr von den Mau­er­stü­cken, die wir in der Nähe Pekings besucht haben. Dort wur­de eher mit Lehm, Stroh und Reis­brei gear­bei­tet, wohin­ge­gen im Bereich Peking vor­ran­gig mit Stei­nen gebaut wurde.

Per Bus ging es im Anschluss ca. 400 km bis zur Oasen­stadt Dun­huang, wobei die Fahrt dahin haupt­säch­lich durch die Wüs­te führt und so erst­mals annä­hernd die Wei­te die­ser Land­schaft zu erfas­sen ist. Ganz im Gegen­teil zu dem Brach­land zwi­schen den zwei Städ­ten, waren wir von Dun­huang vom ers­ten Moment an begeis­tert. Es ist für chi­ne­si­sche Ver­hält­nis­se mit ca. 180.000 Ein­woh­nern eher ein Dorf, aber die Innen­stadt ist eine der schöns­ten, die wir bis­her hier gese­hen haben. In die­sem Gebiet wer­den auch Trau­ben und ande­re Früch­te ange­baut, wel­che vor allem als getrock­ne­tes Obst auf den Märk­ten ange­bo­ten wird.

Direkt an die Stadt, nur sechs Kilo­me­ter vom Stadt­zen­trum, schlie­ßen sich die Sand­dü­nen an. Sie beein­dru­cken beson­ders durch ihre läng­li­che Aus­deh­nung von ca. 40 km und die Höhe von bis zu 200 m Metern. In den Wei­ten der Sand­dü­nen konn­ten wir bei star­kem Wind durch­aus nach­voll­zie­hen, wel­che Gefah­ren sol­che Land­stri­che mit sich brin­gen. Dabei waren die Tem­pe­ra­tu­ren mit um die 25°C noch sehr ange­nehm. Der Mond­si­chel­see in Mit­ten der Dünen mit sat­ten Grün gleicht einer Oase wie aus dem Bil­der­buch, ein unver­gess­li­cher Anblick.

Auch am Nach­mit­tag konn­ten wir die Dimen­sio­nen der Dünen noch ein­mal aus einem ande­ren Blick­win­kel sehen, denn nach der Mit­tags­pau­se auf­grund hoher Tem­pe­ra­tu­ren dreh­ten wir eine Run­de mit dem Fahr­rad. Das ers­te Ziel war die Pago­de zum Wei­ßen Pferd, von dort aus ging es wei­ter zu einer Plan­ta­ge für Toma­ten, Gur­ken und Melo­nen. Beson­ders die Mög­lich­keit eine eige­ne Melo­ne zu ern­ten konn­ten wir uns nicht ent­ge­hen lassen.

Am letz­ten Tag stand dann ein wei­te­res High­light auf dem Pro­gramm: Die Mogao-Grotten. In die­sen Grot­ten sind bis zu 2000 Jah­re alte, bud­dhis­ti­sche Wand­ma­le­rei­en in Fels­höh­len zu sehen. Beson­ders die Far­be und die Fein­heit der Male­rei­en beein­druck­te uns sehr. Lei­der darf man aus Grün­den der Erhal­tung die­ses Schat­zes kei­ne Fotos machen, bleibt nur, uns zu glau­ben oder selbst ein­mal dort­hin zu fahren.

Wenn sich irgend­wann mal wie­der eine Mög­lich­keit gibt, dann wol­len wir noch ein­mal in die­se Rich­tung auf­bre­chen, denn es gibt auch in die­ser Regi­on der Pro­vin­zen Gan­su, Xin­jiang und Qing­hai noch ganz viel zu entdecken.

Ein Gedanke zu „Unbekannte Seite Chinas — entlang der Seidenstraße

  1. Nihao ihr Beiden,
    ja es waren 2 schö­ne Wochen in Chi­na. Uns hat die Rei­se auch sehr gefal­len. Nach­dem wir nun schon wie­der über eine Woche zu hau­se sind, ver­mis­sen wir ein wenig die Wär­me. Alles was es bei uns im Augen­blick gibt, ist nicht wie im Urlaub Wär­me, Son­ne und Tro­cken­heit son­dern Käl­te (10°C), Wol­ken und Regen ohne Ende. Bei uns in Sach­sen ist an eini­gen Stel­len „Land unter”. 

    Ich wün­sche Euch noch eine schö­ne Zeit in Peking und viel­leicht läuft man sich noch­mal über den Weg.
    Gruß Werner

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