Konferenz im eigenen Institut

Am letz­ten Wochen­en­de hat­ten wir hier am Cen­ter for Com­bi­na­to­rics eine klei­ne Kon­fe­renz. Li Xue­liang, mein Betreu­er hier, hat­te ein paar sei­ner alten Stu­den­ten ein­ge­la­den, die mitt­ler­wei­le ganz gut über Chi­na ver­teilt sind.

Das etwas Komi­sche dar­an war, dass   —   obwohl ich der ein­zi­ge Aus­län­der war   —   ich kein Gast im eigent­li­che Sin­ne war. Dass ich trotz­dem einen etwas beson­de­ren Sta­tus habe, hat sich dann immer beim Essen bemerk­bar gemacht, wo ich mich doch meist am wich­tigs­ten Tisch mit Li Xue­liang und den Pro­fes­so­ren wie­der­ge­fun­den habe, anstatt bei den Postdoktoranden.

Am Sams­tag gab es den gan­zen Tag Vor­trä­ge, wobei mei­ner der ein­zi­ge war, der auf Eng­lisch gehal­ten wur­de. Ich konn­te mich die­ses Mal also noch erfolg­reich davor drü­cken auf Chi­ne­sisch vor­zu­tra­gen. Aber ganz so lan­ge wird das wohl nicht mehr klap­pen. Außer­dem gab es Sonn­tag­mor­gen noch eine Ver­tei­di­gung einer Pro­mo­ti­on und etwas Zeit zur „Dis­kus­si­on”. „Dis­kus­si­on” bedeu­tet aber, dass die erfah­rens­ten Pro­fes­so­ren den Stu­den­ten ein paar Anek­do­ten und Tipps für deren Arbeit mit­ge­ben. (Auch da konn­te ich mich gera­de noch so davor drü­cken etwas sagen zu müssen.)

Das Rah­men­pro­gramm war wie erwar­tet sehr reich­hal­tig. Frei­tag­abend, Sams­tag­mit­tag, Sams­tag­abend, Sonn­tag­mit­tag und Sonn­tag­abend waren wir gemein­sam Essen. Zu drei der Essen gab es auch Schnaps und zwei Mal (Sams­tag­abend und Sonn­tag­mit­tag) waren wir danach in der Karaokebar.

Ins­ge­samt war es also eine ganz nor­ma­le chi­ne­si­sche Kon­fe­renz, wie ich sie auch letz­tes Jahr hier schon mit­er­lebt habe. Damals, zum Natio­nal­fei­er­tag Anfang Okto­ber 2012, wur­de schon dar­auf ange­sto­ßen, dass ich hier als Post­doc anfan­ge. Zu der Zeit war ich mir da aber bei wei­tem noch nicht sicher und hät­te nicht gedacht, dass es sich wirk­lich mal so erge­ben wird.