Ein Abend deutsche Kultur

Mein All­tag ist im Moment ziem­lich chi­ne­sisch, so gibt es bei mir bei­spiels­wei­se zum Früh­stück gefüll­te Teig­ta­schen, Bao­zi genannt, im Büro. (Am liebs­ten esse ich am Mor­gen einen Bao­zi mit Hack­fleisch und einen mit Auber­gi­ne gefüllt, aber ich wechs­le auch immer mal wie­der zu ande­ren Füllungen.)

Aber man kann in Tian­jin auch deut­sche Kul­tur (er)leben. Das habe ich am Mitt­woch sel­ber erlebt, als ich beim monat­li­chen Stamm­tisch der AHK war, der in einem deut­schen Restau­rant namens „Drei Kro­nen” statt­fin­det. Dabei tref­fen sich die Deut­schen, die es zum Arbei­ten oder Stu­die­ren nach Tian­jin ver­schla­gen hat, und auch eini­ge Chi­ne­sen mit Bezug zu Deutsch­land bzw. zur deut­schen Sprache.

Bei der Gele­gen­heit habe ich mich das ers­te Mal in Tian­jin mit Aus­län­dern unter­hal­ten, denn an der Nan­kai sieht man zwar ab und zu mal „frem­de Gesich­ter”, zu einem Gespräch ist es aber noch nicht gekommen.

Das Essen im „Drei Kro­nen” sah  ziem­lich ori­gi­nal aus und die ande­ren Gäs­te mein­ten, es wür­de auch so schme­cken. Ich sel­ber hat­te aber davor schon geges­sen und habe nur mal das Brot gekos­tet, dass bei mir ja sonst auch nicht auf dem Spei­se­plan steht.

Auch vom guten Geschmack des Bie­res konn­te ich mich über­zeu­gen, das dort direkt vor Ort von einem deut­schen Brau­meis­ter gebraut wird. Dafür kos­tet aber ein klei­nes auch 28 Yuan, also 3,50 Euro — das reicht sonst eigent­lich bei mir für das gan­ze Essen an einem Tag. (Da aber ein Getränk frei war und ich kei­nen ganz so gro­ßen Bier­durst hat­te, bin ich aber ganz ohne Geld aus­ge­kom­men — kann mich also wirk­lich nicht beschweren.)

Ins­ge­samt war es ein ganz net­ter Abend, ich bin mal aus der Uni raus­ge­kom­men und habe mich gut unter­hal­ten. Ähn­lich, wie wir das auch von den Stamm­ti­schen in Peking ken­nen, nur etwas kleiner.