Ein erstes Fazit

Die letz­ten zwei Mona­te in Tian­jin sind ver­gan­gen wie im Flug und ich bin auf ein­mal schon wie­der zurück in Deutsch­land, um die Fest­ta­ge und den Jah­res­wech­sel hier zu ver­brin­gen. Daher hier mal ein ers­tes Fazit mei­ner Zeit als Post­doc am Cen­ter for Combinatorics.

Die gan­zen büro­kra­ti­schen Din­ge haben sich sehr lan­ge hin­ge­zo­gen und eine Men­ge Zeit ein­ge­nom­men. Ich habe vie­le ver­schie­de­ne Büros und Ämter sowohl an der Nankai-Universität als auch bei der Stadt Tian­jin besucht. Nach und nach wur­de mein Gesund­heits­zeug­nis aner­kannt, ich habe einen Aus­weis als „For­eign Expert” und mei­nen Arbeits­aus­weis bekom­men, außer­dem mei­ne Auf­ent­halts­ge­neh­mi­gung und erst vor Kur­zem auch mei­ne Versicherungskarte.

Als sehr prak­tisch hat sich dabei die Kar­te der Nankai-Universität erwie­sen, die mich als Mit­ar­bei­ter der Uni aus­weist und gleich­zei­tig als Geld­kar­te für die Mensen und für das Nah­ver­kehrs­sys­tem von Tian­jin dient. Wie hier wohl üblich bekommt man mit einem neu­en Job auch gleich ein neu­es Kon­to. Zumin­dest muss­te ich für mein Gehalt nicht mei­ne Kon­to­da­ten ange­ben, son­dern man hat mir eine neue Kre­dit­kar­te in die Hand gedrückt (die man mit einem selbst­ge­wähl­ten 6‑stelligen Code nut­zen kann).

Am Insti­tut habe ich mich sehr schnell ein­ge­wöhnt — obwohl oder viel­leicht auch gera­de weil ich der ein­zi­ge Aus­län­der dort bin. Zunächst habe ich mich wie­der in mei­ne alten For­schungs­fra­gen und ‑ergeb­nis­se ein­ge­ar­bei­tet. Dar­aus hat sich ein Paper erge­ben, das wohl Ende die­sen oder Anfang nächs­ten Jah­ren im arXiv ver­öf­fent­licht wird. Außer­dem for­sche ich mit einem Kol­le­gen, der im Büro neben mir sitzt und Assi­stant Pro­fes­sor ist, an eini­gen Problemen.

Auch zur Leh­re hat­te ich in den letz­ten Wochen Gele­gen­heit und habe in acht Vor­le­sun­gen ein paar klas­si­sche Ergeb­nis­se über Gra­phen­po­ly­no­me ver­mit­telt. Im nächs­ten Semes­ter wer­de ich dann — wei­ter­hin in Eng­lisch — noch etwas mehr unter­rich­ten, wahr­schein­lich „Ran­dom Graph Theory”.

Wenn ich Mit­te Janu­ar nach Tian­jin zurück­keh­re, dann sind die meis­ten Stu­den­ten schon auf dem Weg in die Semes­ter­fe­ri­en um das Neu­jahrs­fest bei ihren Fami­li­en zu ver­brin­gen. Trotz­dem wird es mir am Insti­tut sicher­lich nicht lang­wei­lig wer­den, es gilt die Vor­le­sun­gen für das neue Semes­ter vor­zu­be­rei­ten und auch an For­schungs­fra­gen gibt es noch genug.