Keine Tiger zu sehen, aber tolle Landschaft

Obwohl es uns, mei­nem Vater, Bru­der, und mir, in Lijiang sehr gut gefal­len hat, woll­ten wir uns die schö­ne Land­schaft der Umge­bung natür­lich auch mal aus der Nähe anse­hen. Dafür hät­te sich natür­lich der weit­hin sicht­ba­re Jade­dra­chen­schnee­berg mit sei­nen knapp 5600 Höhen­me­tern ange­bo­ten, aber das schien uns gleich etwas übertrieben.

So haben wir uns eine wei­te­re Attrak­ti­on in der Nähe aus­ge­sucht, die Tiger­sprung­schlucht, und uns an einem Mor­gen mit einer chi­ne­si­schen Rei­se­grup­pe dort­hin auf den Weg gemacht. Das ers­te Ziel unse­rer 1‑Tages-Tour war die Fluss­bie­gung des Jang­t­se­kiang bei Shi­gu. Dort macht der Fluss,  aus dem Hima­la­ya in süd­li­cher Rich­tung flie­ßend, eine 180 Grad-Wende um dann spä­ter sei­nen Weg nach Osten durch einen Groß­teil Chi­nas fortzusetzen.

Sich das nur vom Land aus anzu­schau­en, wäre natür­lich etwas lang­wei­lig gewe­sen, daher ging es ca. eine Stun­de auf zwei zusam­men­ge­bun­de­nen Bana­nen in recht unan­ge­neh­men Sitz­po­si­tio­nen den Fluss hin­un­ter. Somit hat­ten wir uns zwar noch nicht aktiv bewegt, aber uns tat schon mal alles weh.

Im Anschluss ging es dann zur Tiger­sprung­schlucht, die mit 3900 Metern Höhen­un­ter­schied zwi­schen dem Was­ser des Jang­t­se­kiang und den Ber­gen an bei­den Sei­ten tiefs­te Schlucht der Welt, die bereits aus dem Bus sehr beein­dru­ckend war. Die eigent­li­che Attrak­ti­on war eine zwei­stün­di­ge Wan­de­rung, zunächst nach unten zum Was­ser, und dann wie­der nach oben.

Der Weg nach unten war zwar stei­nig und steil, aber kein grö­ße­res Pro­blem. Außer natür­lich für die Chi­ne­sin­nen, die die Rei­se in Absatz­schu­hen ange­tre­ten hat­ten und sich in der Mit­te des Wegen bei einem der vie­len klei­nen Stän­de neu­es Schuh­werk zule­gen muss­ten. Wäh­rend des Auf­stie­ges jedoch gab es dann für jeden die eine oder ande­re Situa­ti­on, wo es bes­ser war den Blick nur auf den Weg (nach oben) zu richten.

Fest­zu­hal­ten bleibt, dass die Schlucht und die Ber­ge selbst mit ent­spre­chen­dem Objek­tiv nicht ein­zu­fan­gen waren, dafür waren die­se ein­fach zu groß bezie­hungs­wei­se man sel­ber zu nahe dran. Das letz­te Bild ist übri­gens aus dem Bus auf­ge­nom­men, an einer Stel­le, wo gera­de ein klei­nes Stück der Stra­ße fehlte.