Fußballwochenende

Samstag, 21:30:

Die­ses Wochen­en­de geht also die WM zu Ende, von der ich hier sicher­lich weni­ger gemerkt habe, als wenn ich in Deutsch­land gewe­sen wäre. Geplant war ja eigent­lich, dass ich das niederländisch-deutsche Fina­le gemein­sam mit einem nie­der­län­di­schen Freund in Peking schaue. Dar­aus ist lei­der nichts gewor­den, statt­des­sen ste­hen jetzt wohl zwei Spie­le auf dem Plan.

Den heu­ti­gen Tag habe ich zunächst ganz nor­mal ver­bracht und war bis gegen halb acht im Büro. Danach bin ich nach Hau­se und habe ein paar Sachen für die kom­men­den zwei Tage ein­ge­packt. Aber nicht zu vie­le, es hat noch alles in Ste­fa­nies klei­nen 10 Liter Ruck­sack gepasst.

Dann bin ich zum Bahn­hof, habe mir ein Ticket gekauft und jetzt sit­ze ich gera­de im Zug nach Peking. Der wird zehn Minu­ten nach Zehn dort sein, da blei­ben also immer noch knapp sechs Stun­den bis zum Anpfiff, denn das Spiel wird ja hier erst vier Uhr mor­gens ange­pfif­fen — da soll­te die Däm­me­rung schon ein­set­zen. Wie ich so lan­ge wach blei­ben soll, ist mir noch rela­tiv unklar, aber da wird sich schon was finden.

Ich den­ke mal nach dem Spiel geht es direkt zu Bryan, dem Nie­der­län­der, nach Hau­se und mor­gen wird etwas län­ger geschlafen.

Sonntag, 02:15:

Bald ist es so weit, nur noch 45 Minu­ten bis zum Spiel. Wir haben zunächst ein wenig bei Bryan rum­ges­sen und gequatscht, zwei Freu­de von ihm waren auch da. Dann sind wir raus und woll­ten in eine Bar, haben uns aber dann doch für den Stäbchen-Laden gleich um die Ecke entschieden.

Dort woll­ten wir eigent­lich nur ein Bier trin­ken, ich woll­te aber sehr ger­ne irgend­was bestel­len, was ich dann auch aus­rei­chend getan habe. Nach­dem irgend­wann das gan­ze Fleisch und Brot (auch gegrill­ter Honig-Toast, sehr lecker) alle war, sind wir gera­de wie­der bei Bryan rein.

Jetzt wol­len die ande­ren wohl wirk­lich noch ein klei­nes Schläf­chen bis zum Spiel machen. Bin mal gespannt, ob dann wirk­lich jemand auf­steht. Mich müs­sen sie dann auf alle Fäl­le wecken, denn ich schla­fe im Wohn­zim­mer auf der Couch, wo auch der Fern­se­her steht.

Sonntag, 05:12:

Sehr gut, die Nie­der­lan­de sind also dabei zu gewin­nen. Ich habe aber ehr­lich gesagt geschla­fen und ich ver­mu­te, alle ande­ren hier auch. Oder woll­te man mich nicht wecken und hat auf dem Lap­top geschaut? Das fin­de ich spä­ter raus, erst wird wei­ter geschla­fen. Gute Nacht.

Montag, 02:06:

Das Fina­le steht an und ich hof­fe, dann noch wach zu sein. Zwar habe ich nach mei­nem letz­ten Ein­trag noch lan­ge hier rum­ge­le­gen, aber dau­er­haft geschla­fen eher nicht mehr. Gegen 2 Uhr Nach­mit­tags sind wir dann raus um Mit­tag zu essen und danach war ich beim Schnei­der um mei­ne drei neu­en Abzü­ge anzu­pro­bie­ren. Im Anschluss bin ich dann wie­der zu Bryan in die Woh­nung, schließ­lich waren es noch 9 Stun­den bis zum Spiel.

Ich habe dann erst einen Film geschaut und mich dann gegen 10 Uhr mit Zhou Wei getrof­fen und noch ein paar Stäb­chen geges­sen. Danach sind wir durch San­li­tun spa­ziert, aber es war trotz­dem noch viel Zeit. Daher ist er jetzt mit einem ande­ren Deut­schen in des­sen Woh­nung und ich bin zurück zu Bryans Woh­nung, wo ich, als ich gera­de ins Haus gehen woll­te, auch auf ihn und sei­ne Freun­din gesto­ßen bin. Wir wer­den also ver­su­chen noch 45 Minu­ten wach zu blei­ben und dann das Spiel hier zu schauen.

Montag, 23:00:

Es hat geklappt und ich habe es sogar live gese­hen — die deut­schen Fuß­bal­ler sind Welt­meis­ter gewor­den. Zunächst habe ich das Spiel mit Bryan und sei­ner Freun­din gese­hen, bis die sich dann nach der regu­lä­ren Spiel­zeit schla­fen gelegt haben — da war es ja auch schon fast um fünf. Ich habe dann allei­ne wei­ter geschaut und bin irgend­wie auch wach geblie­ben, nach dem Tor des Spie­les sowieso.

Nach dem Spiel habe ich mich hin­ge­legt, bin dann aber etwas mehr als zwei Stun­den spä­ter auf­ge­stan­den um zurück nach Tian­jin zu fah­ren. Hier bin ich dann kurz nach Zehn ange­kom­men, war ein wenig im Büro und bin danach in mei­ne Woh­nung um zu duschen und — ja, ich habe gemacht, was ich sonst nie mache — ein klei­nes Mit­tags­schläf­chen zu machen.

Am Nach­mit­tag war ich wie­der im Büro bis Prof. Li auf die Idee kam mit einem ande­ren Pro­fes­sor, sei­ner Frau und mir essen zu gehen. Der Schnaps hielt sich aber (zum Glück) in Gren­zen — wir haben ja am Wochen­en­de Kon­fe­renz hier, da gibt es aus­rei­chend. Trotz­dem ist danach zuge­ge­be­ner Maßen nicht mehr viel gewor­den und nun sit­ze ich auch schon am Ende die­ses ver­län­ger­ten Fuß­ball­wo­chen­en­des auf dem Bett in mei­ner Woh­nung und wer­de gleich mal ver­su­chen etwas Schlaf der letz­ten Tage nachzuholen.