Wieder zurück in Tianjin

Zum zumin­dest für die­ses Jahr letz­ten Mal bin ich am Don­ners­tag in Tian­jin ange­kom­men, alles wie gewohnt ohne grö­ße­re Pro­ble­me: Lan­dung in Peking, U‑Bahn-Fahrt zum Süd­bahn­hof, Zug­fahrt nach Tian­jin, U‑Bahn-Fahrt in die Nähe der Uni und noch 10 Minu­ten zu Fuß, was auf­grund mei­nes doch recht leich­ten Kof­fers — außer (flüs­si­gen) Gast­ge­schen­ken nur etwas Zei­tung sowie Schlaf­sack und Matra­ze — auch recht ent­spannt war.

Ich bin kurz vor Mit­tag hier ange­kom­men und daher war ich nach kur­zer Zeit schon unter­wegs zum Mit­tag­essen. Ein Weil­chen nach­dem ich wie­der zurück war, kam auch mein Pro­fes­sor ins Insti­tut und hat mich gleich auf­grund mei­ner Rück­kehr und der Hoch­zeit auf einen Schnaps ein­ge­la­den. Es muss wohl doch eher die Hoch­zeit gewe­sen sein, denn als ich sonst hier ange­kom­men bin (letz­ten Okto­ber, im Janu­ar, im Juni) gab es nicht so eine „Begrü­ßung”.

Auf alle Fäl­le gab es chi­ne­si­schen Reis­schnaps (ca. 50 %) und dazu klei­ne Päck­chen mit ein­ge­leg­ten Fisch. Der Fisch war zwar sehr lecker und wir hat­ten auch ewig vie­le Packun­gen davon, aber zum Schnaps — ins­ge­samt wohl mehr als ein Papp­be­cher pro Per­son — doch zu wenig. Schließ­lich trin­ken die Chi­ne­sen ja aus gutem Grund den Schnaps direkt zum Essen: dadurch kann man einer­seits mehr essen und ande­rer­seits mehr trin­ken. Wir haben also gegen die­ses Gebot sozu­sa­gen ver­sto­ßen und ent­spre­chend unpro­duk­tiv war dann unser bei­der Nachmittag.

Am dar­auf­fol­gen­den Abend waren wir dann noch gemein­sam mit sei­ner Frau Abend­essen und da haben wir offen­sicht­lich zu wenig getrun­ken, auf alle Fäl­le blie­ben eini­ges an Essen übrig — aber trotz lan­ger Abwe­sen­heit aus Chi­na konn­te ich ein­fach nicht mehr.

Was gibt es sonst noch zu sagen? Hier an der Nankai-Universität ist von Tag zu Tag mehr los, Anfang nächs­ter Woche star­tet das Semes­ter offi­zi­ell. Eigent­lich beginnt es immer schon Anfang Sep­tem­ber, aber die­ses Jahr wur­de es ver­mut­lich ver­scho­ben, weil aktu­ell das Mit­therbst­fest statt­fin­det. Da wird der Herbst­voll­mond bewun­dert und es wer­den Mond­ku­chen gegessen.

Vor zwei Jah­ren, als wir gera­de wie­der in Chi­na ange­kom­men waren, haben wir das Fest zusam­men mit Wieb­ke und ihrer Fami­lie in Nan­dai­he ver­bracht — mit einem wirk­lich rie­si­gem Voll­mond über dem Meer.  Letz­tes Jahr waren wir in Mün­chen und Ste­fa­nie hat­te gera­de begon­nen dort zu arbei­ten. Und die­ses Jahr sit­ze ich also hier in Tian­jin im Büro — mal sehen was dann nächs­tes Jahr ansteht, wenn das Mit­therbst­fest am 27. Sep­tem­ber (immer der 15. Tag des ach­ten Monats nach dem Mond­ka­len­der) stattfindet.

Auf alle Fäl­le wün­sche ich allen ein fröh­li­ches Mittherbstfest:
中秋节快乐!