Wüste, Grasland und zurück

3 Tage Inne­re Mon­go­lei, dass waren 30 Stun­den Bus­fahrt, fast 2000 Kilo­me­ter und trotz­dem haben wir uns auf der Chi­na­kar­te nur ein klei­nes Stück von Peking ent­fernt. So haben wir das ers­te Mal gemerkt, wie groß die­ses Land eigent­lich ist, und auch wel­che Gegen­sät­ze es vereint.

Start war Diens­tag 6.00 Uhr im Uni-Viertel von Peking (Auf­ste­hen 3.30 Uhr), doch im Bus war auf der ers­ten lan­gen Bus­tour (450 km) bis Hohhot [hier] genü­gend Zeit, um den feh­len­den Schlaf nach­zu­ho­len. Dort ange­kom­men, gab es erstein­mal Mit­tag­essen und im Anschluß ging es kurz ins Dino- und Hei­mat­mu­se­um, wo wir uns mal einen „rich­ti­gen Dino­sau­ri­er” bzw. sei­ne Kno­chen anschau­en konnten.

Vier Stun­den spä­ter kamen wir dann pünkt­lich zum Abend­essen am Rand der Wüs­te nörd­lich von Dong­s­heng an [hier]. Letz­ter Pro­gramm­punkt war Lager­feu­er mit Kul­tur, die aller­dings eher an Hai­wai als an die Mon­go­lei erin­ner­te und mit einem Feu­er­werk „gekrönt” wurde.

Den ers­ten guten Blick auf die Wüs­te konn­ten wir am Mitt­woch­mor­gen, nach unse­rem ers­ten chi­ne­si­schen Früh­stück (ohne Brot, dafür mit Nudel­sup­pe), erha­schen. Mit dem Ses­sel­lift ging es über ein Fluss­bett in die Wüs­te, die aller­dings typisch chi­ne­sisch mit aller­hand Attrak­tio­nen glänz­te. Wir haben uns dort das Gan­ze zunächst ein­mal aus der Luft mit dem Fall­schirm und danach noch ein­mal vom Rücken der Kame­le aus angeschaut.

Danach ging es auch schon wie­der wei­ter, erst zu einem wirk­lich lecke­ren Mit­tag­essen (Feu­er­topf) und danach ins Gras­land [irgend­wo hier], wo wir aller­dings auch erst zum Abend­essen anka­men. Zur Ver­dau­ung haben wir uns natür­lich an den ein­hei­mi­schen Schnaps gehal­ten. Danach gab es wie­der Kul­tur — die­ses Mal eher so, wie man es erwar­ten wür­de — mit mon­go­li­schem Gesang und Tanz. Aber danach wech­sel­te die Musik lei­der, wie schon oft erlebt, zum Tech­no Anfang der 90er Jah­re — naja, zu was man­che Men­schen alles tan­zen, wenn sie gera­de in der Inne­ren Mon­go­lei unter­wegs sind und nix Bes­se­res zu tun haben. Die Nacht haben wir in einem tra­di­tio­nel­len mon­go­li­schen Zelt (Jur­te) ver­bracht. Um der Käl­te der Nacht zu trot­zen haben wir uns in vie­le Decken ein­ge­mum­melt und Oma’s gute Strick­so­cken angezogen.

Nach dem Früh­stück am Don­ners­tag kam dann der letz­te Höhe­punkt, eine drei­stün­di­ge Reit­tour. Wirk­lich lus­tig, zumal ein Groß­teil von uns noch nie zuvor auf einem Pferd geses­sen hat­te, aber das war wirk­lich kein Pro­blem. Aller­dings war der „mon­g­li­sche Reit­stil” sehr anstren­gend, so dass man das Gan­ze auch als Kräf­ti­gungs­übung für Bei­ne und Rücken emp­feh­len kann. Im Anschluss ging es mit dem Bus zunächst bis Hohhot, dort gab es Mit­tag­essen, und dann zurück nach Bei­jing, wo wir gegen 22.00 Uhr wie­der in der Uni waren.

collage4 Mehr als der Text ver­mit­teln sicher­lich die Bil­der etwas von unse­rem Erleb­nis. Ist wie gesagt nur eine klei­ne Aus­wahl, aber soll­te rei­chen. Also viel Spaß damit und jetzt ein­fach auf das Bild hier links klicken.

P.S.: Obwohl ich zur Zeit Mathe­stu­dent im Urlaub bin, kann ich manch­mal nicht anders. Daher fin­det sich hier ganz in der Nähe eine Art Rekur­i­son bzw. Ver­schach­te­lung. Wer sie fin­det, gewinnt einen Lolli.

3 Gedanken zu „Wüste, Grasland und zurück

  1. Benei­de Euch höl­lisch um die Wüs­te samt bun­ten Fall­schir­men (auch Mut zum Sprin­gen), Kame­len, Pfer­den, gro­ßen und klei­nen Mon­go­len, Dinos sowie Sand, Sand, Sand .…..! Da fal­len einem eine Men­gen Sagas und eige­ne Kaukasus-Erfahrungen (ohne Sand aber mit Jurten-ähnlicher Über­nach­tung) ein. Und natür­lich die Geschich­te von der Dino-Ausgrabung in der Wüs­te Gobi durch mei­nen Kol­le­gen (Fol­ge: Son­nen­stich). Das Tier­chen, mit Wir­bel­kör­pern in der Grö­ße von Sup­pen­schüs­seln, soll spä­ter auch in einem „Hei­mat­mu­se­um” (süßes Wort ange­sichts der gewal­ti­gen Aus­stel­lungs­stü­cke) auf­ge­stellt wor­den sein. Also, da könn­te ich doch sofort auf­bre­chen. Wun­der­bar, so ganz weit weg von der Zivi­li­sa­ti­on. Kann mir aller­dings gut vor­stel­len, wel­cher Genuss die war­me Dusche nach dem Aben­teu­er war; das sind die wah­ren Momen­te des Lebens!
    Hof­fe, nun müsst Ihr end­lich wie­der ans Ler­nen gehen — sonst kann ich mich gar nicht mehr auf mei­ne Arbeit kon­zen­trie­ren!!! Mit ganz lie­ben Grü­ßen, immer­hin aus einem herbstlich-sonnigen „D” (da kann man nicht meckern) Helma

  2. Hal­lo Ihr Beiden,
    ich freue mich, daß Ihr so eine schö­ne Zeit da drü­ben habt.

    Ich wün­sche Euch noch vie­le tol­le Eindrücke.

    (Die Rekur­si­on ist wohl das Bild mit all den klei­nen Bil­dern, klei­nen Bil­dern, klei­nen Bildern,.…)

    Gruß

    Tho­mas (Lan­des­meis­ter Bas­ket­ball 2006 (Senio­ren))

  3. Hal­lo Thomas,

    schön, dass tat­säch­lich jemand dar­über nach­ge­dacht hat, so schwer war es aber auch nicht.
    Der ver­spro­che­nen Lol­li ist natür­lich auf dei­nen Namen reser­viert, die Sie­ger­eh­rung kön­nen wir dann ja zu Weih­nachts­fei­er 2007 oder zum 1. Mai 2008 vornehmen. 🙂

Kommentare sind geschlossen.