Aus der „6” wird eine „7”

Weih­nach­ten war, und wir hät­ten es fast nicht gemerkt. Und auch mit dem Jah­res­wech­sel scheint hier das Glei­che zu gesche­hen. Denn das Neu­jahr nach chi­ne­si­schem Kalen­der bzw. das Früh­lings­fest lässt noch fast zwei Mona­te auf sich warten.

Auch der Ver­kauf von Feu­er­werks­kör­pern in jedem Laden, den man aus Deutsch­land gewohnt ist, dar­un­ter soge­nann­te CHINA-Kracher, fehlt hier. Der Grund ist ein Ver­bot jeg­li­cher Feu­er­wer­ke inner­halb des fünf­ten Rin­ges, und obwohl wir zu Fuß ver­mut­lich locker 2 Stun­den zum Tian’an­men brau­chen, woh­nen wir gera­de mal zwi­schen der drit­ten und vier­ten Ringstraße.

Doch die Haupt­sa­che des Ereig­nis­ses bleibt, die Jah­res­zahl ändert sich. Mit all den schö­nen und weni­ger schö­nen Fol­gen: Wir wech­seln von dem einen Fußball-WM-Jahr (Her­ren) ins nächs­te Fußball-WM-Jahr (Damen in Chi­na), vom win­ter­olym­pi­schen Jahr ins (sommer-)vorolympische Jahr, von einem Jahr, in dem Weih­nach­ten schon war, in ein Jahr, in dem Weih­nach­ten noch kommt, von „erling­ling­liu” nach „erling­ling­qi” (Jah­res­zah­len in Chi­ne­sisch), wobei sich letz­te­res nicht so schön ein­fach aus­spre­chen lässt, und vom Mozart-Jahr ins Euler-Jahr, was mir als Mathe­stu­den­ten (im Urlaubs­se­mes­ter) natür­lich beson­ders gefällt.

Aber das war es auch schon, denn der eigent­li­che „Jah­res­wech­sel” war, als wir in Mün­chen ins Flug­zeug gestie­gen sind bzw. als wir in Peking wie­der aus­ge­stie­gen sind. Und so ist das heu­te ein Tag wie jeder ande­re, den wir mit dem Wis­sen, dass er eigent­lich etwas Beson­de­res ist und zu Hau­se auch so gehand­habt wird, auch hier würdigen.
„Wür­di­gen”, das heißt hier kei­nen Stress machen und am Abend schön Essen gehen. Die wich­tigs­te Ent­schei­dung („Wohin?”) wur­de heu­te Mit­tag schon gefällt, es geht in ein thai­län­di­sches Restau­rant in San­li­tun, in dem es — „Insider’s Gui­de to Bei­jing” nach — das bes­te Thai­es­sen der Stadt gibt.

Da gibt es natür­lich noch ein­mal viel Zeit und Gele­gen­heit, um über das letz­te Jahr nach­zu­den­ken. Aber an sich mache ich das hier jeden Tag, wenn ich mor­gens auf­wa­che und mich freue, wirk­lich in Peking, in die­ser „häss­lichs­ten aller schö­nen” (oder anders­her­um) Städ­te, zu sein. Also wirk­lich hier zu sein, denn solan­ge waren wir in Mitt­wei­da damit beschäf­tigt, uns vor­zu­stel­len, hier zu sein. Und jetzt ist man hier und merkt, dass es eigent­lich viel nor­ma­ler, viel ein­fa­cher und schö­ner ist, als man es erwar­tet hatte.

Deutsch­land ist im Moment genau­so weit weg, wie es Anfang 2006 noch Chi­na war. Es hat sich viel ver­än­dert, wir haben viel erlebt, und wir den­ken, genau­so wird es auch 2007 wei­ter gehen.

Damit ver­ab­schie­den wir uns bis spä­ter. Wir ver­su­chen uns tele­fo­nisch zu mel­den, nach­dem 2006 bei uns zu Ende gegan­gen ist und 2007 sozu­sa­gen „auf dem Weg nach Deutsch­land” ist.

2 Gedanken zu „Aus der „6” wird eine „7”

  1. das war wirk­lich sehr nett zu lesen 😉 also ihr habt jetzt sil­ves­ter sozu­sa­gen schon hin­ter euch?! wir müs­sen hier noch paar stun­den drauf war­ten bis sich die zahl ganz hin­ten am datum ändert… ganz lie­be grü­ße aus dres­den! und ein mind. genau­so auf­re­gen­des jahr 2007 wün­sche ich euch beiden!

  2. hihi, jetzt steht da echt 01:14 uhr 🙂 mein pc sagt 18:14 uhr und natür­lich noch 31.12.2006
    vie­le grü­ße vom robert soll ich noch hin­ter­her schicken…

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