Busfahren in Peking: Mit Karte billiger

Eigent­lich hat­ten wir uns kurz vor Ste­fa­nies Prak­ti­kum bei­de bereits eine Bus­kar­te machen las­sen. Doch mei­ne wur­de letz­te Woche (gemein­sam mit mei­nem Port­mon­naie) geklaut, so dass ich mich noch ein­mal auf den Weg machen musste.

Das Posi­ti­ve dar­an war aber, dass ich gemerkt habe, dass es ganz ein­fach ist, wenn man schon weiß, wo man für was hin muss. Beim ers­ten Mal dage­gen war noch alles unbe­kannt und damit ungleich schwieriger.

Den Anfang macht man an einer der vie­len End­hal­te­stel­len. Dort gibt es immer ein klei­nes Häus­chen, in dem man sei­ne Kar­te — wenn man sie dann hat — auf­la­den las­sen kann. Dort muss man mit Foto und Stu­den­ten­aus­weis hin und bekommt ein klei­nes Antrags­for­mu­lar, dass spä­ter auf die Kar­te auf­ge­klebt wird.

Das füllt man dann zu Hau­se mit dem Namen der Hoch­schu­le, dem eige­nen Namen und dem Geschlecht aus, natür­lich alles in Zeichen.

Damit geht man dann zur Hoch­schu­le, wo man einen roten Stem­pel dar­auf bekommt. Den gibt es aller­dings nicht im Haus 6, wo man als Aus­lands­stu­dent sonst alles ande­re bekommt, son­dern in einem roten Haus dahin­ter, direkt neben dem Bas­ket­ball­platz. Dort muss man aller­dings nicht nach einem Büro oder so suchen, son­dern bekommt den Stem­pel gleich beim Pfört­ner — womit wie­der ein paar Leu­te ihre Daseins­be­rech­ti­gung haben.

Als letz­ten Schritt geht es noch ein­mal zu einer End­hal­te­stel­le, wo man dann gegen eine Gebühr von 20 Yuan (2 Euro) und ein paar Euro als ers­tes Gut­ha­ben die fer­ti­ge Bus­kar­te bekommt.
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Und wofür das alles? 

Zum einen spart man es sich, immer klei­ne Schei­ne für die Fahr­kar­te mit­ha­ben zu müs­sen, man hält beim Ein­stei­gen ein­fach die Kar­te an ein Lese­ge­rät und fer­tig. Das klappt auch, wenn die Kar­te im Port­mon­naie oder sogar in der Tasche ist. 

Zum ande­ren fah­ren wir so zum Stu­den­ten­ta­rif. Das heißt anstatt 1 Yuan (10 Cent) im „Stan­dard­bus” zahlt man nur 0.2 Yuan (2 Cent). Bei eini­gen Bus­sen spart man aller­dings weni­ger und zahlt 1.6 Yuan statt 2 Yuan.

Und außer­dem: Da die meis­ten Chi­ne­sen die Kar­ten nut­zen, fühlt man sich ein biss­chen weni­ger als Tou­rist und ein biss­chen mehr als „rich­ti­ger Chinese”.

Bei mei­nem zwei­ten Anlauf hat ver­mut­lich der Mensch mit dem Stem­pel in der Hoch­schu­le ver­ges­sen das Gül­tig­keits­da­tum auf dem Antrag ein­zu­tra­gen. Die net­ten Damen bei der Kar­ten­aus­stel­lung haben sich des­we­gen kurz noch ein­mal mei­nen Stu­den­ten­aus­weis ange­schaut und dann ein­fach den 30.09.2009 ein­ge­tra­gen, wäh­rend die alte Kar­te und Ste­fa­nies Kar­te nur bis 30.09.2007 gül­tig ist. 

Eigent­lich ganz prak­tisch, denn da kann ich die auch zu den Olym­pi­schen Spie­len 2008 benut­zen, aber ob ich wirk­lich noch so lan­ge Stu­dent bin?