Ratespiel gut gemeistert

Aus­nahms­wei­se gibt es heu­te von mir einen Kurz­be­richt über unse­ren Tag. 

In den letz­ten Wochen hat­te Mar­tin noch Feri­en und hat mich wäh­rend die­ser Zeit vor­bild­lich umsorgt, so dass mir der Gang ins Büro um eini­ges erleich­tert wur­de. Heu­te muss­te er mal wie­der — nach mehr als zwei Mona­ten Semes­ter­pau­se — in der Hoch­schu­le antan­zen. Und das sogar fast zur nor­ma­len Schul­zeit, näm­lich 08.10 Uhr.

Aber er war ja gut vor­be­rei­tet: Nicht nur dass er in den let­zen sie­ben Wochen mit mir das frü­he Auf­ste­hen trai­niert hat. Nein, er hat auch flei­ßig Voka­beln wie­der­holt. Des­we­gen lief der Test auch ganz gut, was man bei die­sem Test eben „gut” nen­nen kann: Denn auch bei mir war der Ein­stu­fungs­test hier ein rei­nes Rate­spiel, beson­ders die Hörverständnis- und Grammatikaufgaben.
Dafür konn­te er aber bei der Schluss­auf­ga­be glän­zen: Denn dann soll­te man selbst einen Text ver­fas­sen und hat­te somit die Mög­lich­keit sich auf die Voka­beln zu kon­zen­trie­ren, die einem gera­de noch im Gedächt­nis sind.

Ich sehe es schon kom­men: Im Som­mer habe ich dann das Nach­se­hen, obwohl es ja eigent­lich mein Spe­zi­al­ge­biet wer­den soll­te. Dann kann ich ihm nichts mehr vor­ma­chen, er wie­der­um wirft mir sei­ne For­meln an den Kopf und ich ver­ste­he nur Chinesisch. 🙂

Auch den Frau­en­tag haben wir nicht ver­passt. In Chi­na bekommt man am Frau­en­tag als Frau sogar einen Nach­mit­tag frei. So wer­de ich mir in die­sem Monat mal einen frei­en Nach­mit­tag gön­nen, viel­leicht mal frei­tags, damit wir mal wie­der etwas wei­ter aus­rei­ßen kön­nen. Mar­tin setz­te noch einen drauf, denn für mich gab es zwei Rosen, die DVD zum Film „Das Leben der ande­ren” und Milch­reis zum Abendbrot. 🙂

Zum Schluss eine klei­ne Bege­ben­heit, die mir heu­te beim Bus­fah­ren wider­fah­ren ist. In einem ziem­lich vol­len Bus, stand ein älte­rer Mann auf und sag­te zu mir: 来吧! (Lai ba! Komm her!) 请坐! (Qing zuo! Bit­te setz’ dich!). Es stan­den sehr vie­le Chi­ne­sen viel näher an dem Platz und eigent­lich ähnelt der Kampf um den frei­en Platz eher einer Stuhl­po­lo­na­e­se (schreibt man das wirk­lich wie Bolo­gne­se­so­ße? — Nein …) und noch nie ist es mir pas­siert, dass jemand dar­auf bestand, dass ich mich set­ze und nie­mand ande­res. Etwas ein­ge­schüch­tert (weil der Mann instän­dig dar­auf beharr­te) und beschämt (weil alle Augen auf mich gerich­tet waren), hol­te ich mein Buch raus und genoss es seit lan­ger Zeit mal wie­der, im Bus sit­zen zu können.

Auf der Heim­fahrt jedoch genau das Gegen­teil: Ich hat­te das Gefühl der Mann hat Anlauf genom­men, um an mir vor­bei­zu­kom­men. Ach ja, Gegen­sät­ze gibt es hier ohne Ende… 😉

3 Gedanken zu „Ratespiel gut gemeistert

  1. Der Stuhl­tanz hieß frü­her Polo­nai­se, nach der Recht­schreib­re­form dür­fen wir Polo­nä­se schrei­ben — wie Majo­nä­se … schö­ne deut­sche Rechtschreibung!!

  2. Vie­len Dank fuer die­sen Hin­weis! Irgend­wie sah alles komisch aus…Aber jetzt haben wir wie­der etwas dazu gelernt. Es stimmt doch: Deutsch ist schwe­rer als Chinesisch. 😉

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