Das Studium hat mich wieder

Nur noch ein paar Stun­den, dann hat mich das Chi­ne­sisch­stu­di­um wie­der. Zeit genug also, um mich auch mal zu äußern — oder soll­te ich ver­tei­di­gen schrei­ben? Also Bei­trä­ge ver­bie­te ich kei­ne, aber ich möch­te noch etwas hinzufügen. 

Zum Fri­seur: Nach­dem das schnei­den wie gewohnt ohne Voka­bel­kennt­nis­se — aber den­noch ohne Pro­ble­me ver­lief, frag­te mich der „Lehr­ling”, ob er noch etwas Gel in mei­nen Haa­ren unter­brin­gen könn­te, woge­gen ich nichts hat­te. Das ver­lief zunächst auch ganz „gemäch­lich”, bis ich ihm sagen woll­te, dass er das gut gemacht hat. Das wört­lich „bu cuo” — „nicht schlecht”, schien ihn ploetz­lich zu moti­vie­ren, dass „Maxi­ma­le” aus mei­nen kur­zen Haa­ren her­aus­ho­len zu wollen. 

Man muss noch dazu sagen, dass vor allem die jun­gen Chi­ne­sen ihre Haa­re all­ge­mein etwas „exzes­si­ver” tra­gen. Was da am Ende her­aus­ge­kom­men ist, sieht man ja. Für mich kein Pro­blem, denn hier kennt mich ja kei­ner. Aber wenn ich den­je­ni­gen erwi­sche, der die Fotos gemacht und ver­öf­fent­lich hat …

Zum Stu­di­um: Man liest ja auch in Chi­na immer wie­der auf den deut­schen Nach­rich­ten­sei­ten zum The­ma Stu­di­en­ge­büh­ren. Mich hat das hier ja letz­te Woche zum zwei­ten Mal direkt betrof­fen — über 700 Euro für das zwei­te Semes­ter, „Weiter-Studierer-Abschlag” schon eingerechnet.

Da die größ­ten Schei­ne in Chi­na die 100 Yuan, ca. 10 Euro, sind, muss­te ich also mit 70 Schei­nen zur Anmel­dung antan­zen. Wirk­lich ein „Hau­fen” Geld, mit dem wir bei­de hier 2 Mona­te inkl. Mie­te und allem ande­ren leben könn­ten. Das hat aber den posi­ti­ven Neben­ef­fekt, dass man es sich zwei­mal über­legt, ob man eine Stun­de schwenzt. Schließ­lich kos­ten 90 Minu­ten Unter­richt fast 4,50 Euro, von denen man zu zweit im Restau­rant auch sehr satt wer­den könnte.