Vier Tage Erholung an der Küste

Eigent­lich hat alles bes­tens geklappt. Wir haben uns schnell in Qing­dao zurecht gefun­den, nur lei­der mach­ten uns Wet­ter und Ver­kehr klei­ne Probleme.
Als wir am Mitt­woch von Peking star­te­ten, schien hier nach lan­ger Zeit mal wie­der die Son­ne, doch als wir in Qing­dao ein­roll­ten, reg­ne­te es hef­tig. — Schlech­ter Start für einen Bade­ur­laub. Wir kämpf­ten uns durch Men­schen­mas­sen, knö­chel­ho­he Pfüt­zen sowie stin­ken­de Taxen und waren ziem­lich ver­lo­ren in die­sem Cha­os. Ein wenig ver­zwei­felt lie­ßen wir uns auf einen inof­fi­zi­el­len Mini­bus ein. Damit kamen wir gut zum Hotel, sodass der Preis auch gut zu ver­tra­gen war. Von da an wur­de es bes­ser und besser…
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Die For­ma­li­tä­ten im Hotel klapp­ten gut. Wir hat­ten ein super Zim­mer mit Meer­blick, Bade­wan­ne und Fern­se­her — perfekt.
Am Don­ners­tag spiel­te das Wet­ter dann bes­ser mit, wenn auch nicht per­fekt. Wir mach­ten uns auf eine Erkun­dungs­tour, doch der ers­te Strand gefiel uns auf­grund der Men­schen­men­ge und der feh­len­den Sau­ber­keit nicht so recht. So spran­gen wir in einen Bus und fuh­ren in die Nähe des Olym­pia­ge­län­des, wo die Segel­wett­be­wer­be 2008 statt­fin­den. Dort fan­den wir einen schö­nen Strand, wo wir uns eini­ge Stun­den ver­gnüg­ten. Dann lie­fen wir wei­ter an der schön ange­leg­ten Strand­pro­me­na­de bis zu einem ande­ren Strand. Dort muss­te man ein wenig Ein­tritt zah­len, was nicht das Pro­blem war, son­dern wir hat­ten ein­deu­tig schon genug Son­ne getankt. So fuh­ren wir mit dem Bus zurück und aßen in einem klei­nen Restau­rant lecker Abend­brot. Vor unse­ren Augen wur­de der Fisch aus dem Aqua­ri­um geholt und durch das Auf-den-Boden-Schleudern getö­tet. Er war sehr lecker zube­rei­tet und schmeck­te uns allen. Dazu gab es noch ein paar ande­re Lecke­rei­en wie zum Bei­spiel gebra­te­ne Auber­gi­nen und Fleisch­strei­fen in süß­schar­fer Soße.
Am Frei­tag mach­te das Wet­ter uns einen Strich durch die Rech­nung. Aber wir mach­ten uns trotz­dem auf Ach­se zur Tsingtao-Brauerei, die 1903 von Deut­schen gegrün­det wur­de. Das war ein sehr loh­nens­wer­ter Aus­flug. Wir häng­ten ein sehr gut schme­cken­des Mit­tag­essen ran und kamen in einem sehr klapp­ri­gen Bus zurück zum Hotel.
Am Abend fan­den wir den Nacht­markt und lecke­re Fleisch- sowie Brot­spie­ße, dazu gezapf­tes Bier (0,4 l für zwei Yuan). — Bestens.
Am Sams­tag lach­te die Son­ne für uns. Mit der Fäh­re setz­ten wir über die Bucht um nach Huang­dao (Gel­be Insel) zu gelan­gen. Auf dem Hin­weg nut­zen wir die lang­sa­me­re Auto­fäh­re (30 Minu­ten), die ganz schön ros­tig aber mit 7 Yuan pro Per­son unschlag­bar bil­lig war. Von der Anle­ge­stel­le in Huang­dao nah­men wir den Bus bis zum Gold­strand, der brauch­te unge­fähr eine Stun­de für die 23 km. Kein Pro­blem, denn so sahen wir noch etwas von Huang­dao, das man sich als Tou­ris­mus­stadt in den Kin­der­schu­hen vor­stel­len kann. Es wird viel gebaut, aber — und das hat man sel­ten in Chi­na — es wird schön gebaut. Es ist sehr weit­läu­fig und grün ange­legt. Auch die­ser Strand war über­füllt, aber dank sei­ner Grö­ße fan­den auch wir ein ange­neh­mes Plätz­chen unter den auf­ge­reih­ten Son­nen­schir­men. Wie immer tum­mel­ten sich die Chi­ne­sen mit ihren bun­ten Schwimm­rin­gen im fla­chen Gewäs­ser (denn die meis­ten von ihnen kön­nen nicht schwim­men), sodass man etwas wei­ter drau­ßen viel Platz zum Schwim­men hat­te. So blie­ben wir dort den gan­zen Tag. Auf dem Rück­weg nutz­ten wir das eben­falls bil­li­ge Schnell­boot für 9 Yuan (15 Minu­ten). Am Abend gönn­ten wir uns noch ein Fest­mahl in einem noblen Restau­rant gleich in der Nähe des Hotels. Mar­tin und ich bestell­ten lecke­re Sachen und such­ten uns wie­der einen Fisch aus. Es ist wirk­lich scha­de, dass man da so wenig Ahnung hat. Wir nah­men einen in der Mit­tel­klas­se und lie­ßen ihn süß-sauer zu berei­ten — ein Traum. Ins­ge­samt kos­te­te uns das 230 Yuan (ca. 23 Euro), für unse­re Ver­hält­nis­se viel, aber wenn man bedenkt in wel­chem Ambi­en­te und mit wel­cher Qua­li­tät das Essen ser­viert wur­de, war das echt ein Schnäppchen.
Am Sonn­tag fuh­ren wir noch­mal bis zum Qlym­pia­ge­län­de um ein paar Fotos zu schie­ßen. Außer­dem fin­det dort ab nächs­ter Woche die Inter­na­tio­na­le Regat­ta 2007 statt, so hoff­ten wir auf ein paar Sport­ler, die sich schon vor­be­rei­te­ten. Die blie­ben lei­der aus, dafür konn­te Mar­tin einen Doppeldecker-Lenkdrachen ergat­tern. 🙂 Auf dem Rück­weg gin­gen wir noch ein­mal an dem Strand vom ers­ten Tag ins Was­ser und dann fuh­ren wir mit dem Bus zurück zum Hotel. Von da aus star­te­ten wir aus­rei­chend pünkt­lich mit einem ande­ren Bus, der unge­fähr eine andert­hal­be Stun­de brau­chen soll­te. Mar­tin ver­folg­te die Stre­cke auf der Kar­te und merk­te bald, dass er viel län­ger brau­chen wird. Wie der Zufall es woll­te, ging der Bus auf hal­ber Stre­cke (40 km ins­ge­samt bis zum Flug­ha­fen, wir hat­ten in einer Stun­de nicht mal die Hälf­te der Stre­cke geschafft) kaputt. Die hin­te­re Tür, an der wir saßen, ging nicht mehr auf. Vier Chi­ne­sen ver­such­ten den Bus anzu­schie­ben. Bis eini­ge ein­sa­hen, dass es kei­nen Sinn hat und den Bus ver­lie­ßen, ver­ging kost­ba­re Zeit. Wir beschlos­sen lie­ber das Taxi zu neh­men. Der ers­te wink­te ab, der zwei­te auch… Dann kam zum Glück einer der uns sogar zu fünft mit­nahm, für einen gerin­gen Auf­preis. Dann begann die aben­teu­er­li­che Fahrt: Er fuhr wie der Hen­ker per­sön­lich, aber eins muss man ihm las­sen, er brach­te uns schließ­lich schnell und sicher an den Flughafen.
So hat­ten wir sogar noch Zeit für einen gemüt­li­chen Kaf­fee. Gegen 19.05 Uhr hoben wir ab und 21.00 Uhr waren wir fer­tig in der Ankunfts­hal­le in Peking.

Ein Gedanke zu „Vier Tage Erholung an der Küste

  1. hal­lo ihr lie­ben in der fer­ne, ste­fa­nies bericht klingt wie­der sehr auf­re­gend. scha­de dass das wet­ter nicht so toll war, doch dafür wur­det ihr mit lecke­rem essen entschädigt.
    wir sit­zen jetzt bereits im huns­rück und sind mäch­tig gespannt, was uns in 24 stun­den erwar­tet. wir freu­en uns sehr auf euch. sebas­ti­an müss­te ja gera­de ange­kom­men sein. sicher wer­det ihr euch die fest­ver­an­stal­tun­gen auf dem platz des himm­li­schen frie­dens anschau­en. fei­ert aber nicht zu lan­ge, sonst ver­schlaft ihr unse­re ankunft 😉
    bis bald!
    eure wiebels

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