Kulturwoche

… ohne einen Yuan aus­zu­ge­ben. Irgend­wie hat­ten wir das Glück mal wie­der auf unse­rer Seite.

Am Frei­tag letz­ter Woche arran­gier­te die Uni einen Aus­flug ins Laoshe-Teehaus in der Nähe vom Platz des Himm­li­schen Frie­dens. Obwohl wir das Pro­gramm mit Akro­ba­tik, Sichua­n­oper, Stim­men­imi­ta­ti­on, Schat­ten­thea­ter und Tee­ze­re­mo­nie bereits aus unse­rem ers­ten Jahr hier kann­ten, war es doch ein tol­les Erleb­nis. Das Tee­haus und die Uni besie­gel­ten an die­sem Tag ihre Koope­ra­ti­on, und das natür­lich mit dem in Chi­na übli­chen Drum­her­um von gegen­sei­ti­gen Lobes­re­den, Geschen­ken, einem eigens ange­fer­tig­ten Schild und vie­len tüch­ti­gen Fotografen.

Wei­ter ging es mit Woy­zeck im Natio­nal­thea­ter — klingt merk­wür­dig, aber hier gibt so gut wie alles zu erle­ben. Das Staats­thea­ter Wies­ba­den führ­te am Diens­tag und Mitt­woch das Frag­ment von Georg Büch­ner auf. Da Nadia (die klei­ne Toch­ter von unse­ren Freun­den Wieb­ke und Hu) als klei­nes Mäd­chen bei dem Stück mit gro­ßer Begeis­te­rung mit­wirk­te, durf­ten wir uns die Vor­stel­lung kos­ten­los anschau­en. Es war sehr beein­dru­ckend, dass sich so vie­le Chi­ne­sen die deutsch­spra­chi­ge Vor­stel­lung mit Über­set­zung auf der Anzei­ge­ta­fel ange­schaut haben. Bei der nach­fol­gen­den Dis­kus­si­ons­run­de wur­de das Motiv von Woy­zecks Tat wei­ter ergrün­det, eini­ge chi­ne­si­sche Zuhö­rer schie­nen sich mit der Hand­lung ein­ge­hend beschäf­tigt zu haben.

Am Sams­tag stand der letz­te Pro­gramm­punkt der Kul­tur­wo­che an. Auf Ange­bot der Uni fuh­ren wir an einem recht unge­müt­li­chen und sehr reg­ne­ri­schen Herbst­tag mit dem Bus zum Shichahai-Theater, wo eine Kungfu­vor­stel­lung statt­fand. Durch die Show führ­te ein sehr süßes (nicht ech­tes) Pan­da­pär­chen. Die Dar­bie­tun­gen waren sehr beein­dru­ckend und zeig­ten Ele­men­te von vie­len ver­schie­de­nen chi­ne­si­schen Kampf­küns­ten, inklu­si­ve dem Zer­bre­chen zwei­er Eisen­stan­gen auf dem Kopf.

Die Fotos geben hof­fent­lich einen Ein­blick, zei­gen aber ver­mut­lich nicht die auf­wen­di­ge Gestal­tung, die Dyna­mik und die Geschich­te. Denn natür­lich will das Pan­da­pär­chen gern Kungfu ler­nen und ent­deckt, dass eigent­lich in jedem Chi­ne­se ein Kungfu­meis­ter steckt.