Eiszeit mit Christian Y. Schmidt

Als wir uns Ende August auf dem Weg nach Peking gemacht haben, hat­ten wir auch ein paar (damals) aktu­el­le Aus­ga­ben der „Zeit” in unse­rem Gepäck, inklu­si­ve eines Berich­tes über den neu­es­ten Eis­trend in Chi­na. Chris­ti­an Y. Schmidt stellt dar­in „Ben Nana” vor, ein bana­nen­ähn­li­ches Eis bestehend aus einer ess­ba­ren Scha­le aus Gelee und der eigent­li­chen Bana­ne aus Speiseeis.

Als wir am Wochen­en­de im Uni­s­u­per­markt unter­wegs waren, haben wir auch einen Blick in die dor­ti­gen Eis­tru­hen gewor­fen. Eigent­lich waren wir auf der Suche nach 中街糯米糍 (Zhōng­jiē­nuò­mǐcí): außen eine dün­ne Teig­schicht und innen Vani­ellie­eis, das Gan­ze in der Form eines Reiskeck­ses. Das war aber gera­de nicht vor­rä­tig (bzw. es gab nur die Luxus­va­ri­an­te von Nest­le mit glei­chem Inhalt zum dop­pel­ten Preis), daher ent­schie­den wir uns für ein „Ben Nana”. Um es kurz zu machen: Auch nicht schlecht, aber kommt geschmack­lich nicht an unse­ren eigent­li­chen Wunsch her­an. Zumal man auch preis­lich nichts gut macht, denn für ein Ben Nana zum Preis von 3 Yuan (ca. 40 Cent) bekommt man sechs „Reiskecks­eis”, die ein­zeln zwar deut­lich klei­ner sind, zusam­men aber deut­lich mehr auf die Waa­ge brin­gen. Was bei­de Eis gemein­sam haben, ist eine (ess­ba­re) Hül­le, die ver­hin­dert, dass einem das Eis direkt nach dem Öff­nen über die Fin­ger läuft.

Der Zufall woll­te es, dass Chris­ti­an Y. Schmidt, der Autor des erwähn­ten Berich­tes, am Diens­tag auch noch eine Lesung in der Deut­schen Bot­schafts­schu­le gege­ben hat. Unter der Fra­ge­stel­lung was gut und was weni­ger gut an Chi­na ist (bzw. war­um man bes­ser hier als in Deutsch­land lebt oder aber anders her­um) hat er vor allem Kapi­tel aus sei­nem 2011 erschie­nen Buch „Im Jahr des Tige­roch­sen” vor­ge­le­sen. Aber auch sei­ne aktu­el­le Kolum­ne in der er behaup­tet, er kön­ne nicht in Deutsch­land leben, weil er dort immer zunimmt. Das deckt sich zwar über­haupt nicht mit unse­rer Erfah­rung, war aber trotz­dem ein sehr lus­ti­ger Abend. Obwohl: in Deutsch­land habe ich cir­ca 65 Kilo zuge­nom­men, in Chi­na nur die paar übrigen.