Ganz alleine in den Bergen

Die Stadt Peking an sich ist extrem flach. Das kann man unter ande­rem dar­an sehen, dass die größ­te Erhe­bung im Zen­trum der wäh­rend der Bau­zeit des Kai­ser­pa­las­tes auf­ge­schüt­te­te Koh­le­hü­gel ist. Außer­halb des fünf­ten Rings jedoch erhe­ben sich an drei Sei­ten Ber­ge, die höchs­ten sind höher als 2000 Meter.

Bis­her hat es uns meist nur in die Ber­ge im Nor­den ver­schla­gen, durch die die Gro­ße Mau­er ver­läuft. Ges­tern jedoch waren wir im Wes­ten unter­wegs und haben uns das zir­ka 100 Kilo­me­ter ent­fern­te Chuan­di­xia (川底下) ange­se­hen. Die­ses Dorf war frü­her eine Pfer­de­wech­sel­sta­ti­on und besteht fast aus­schließ­lich aus klei­nen Höfen, die noch heu­te wie damals aus­se­hen sol­len. Wei­ter­hin haben sich an vie­len Häu­ser­wän­den noch die Losun­gen aus der Kul­tur­re­vo­lu­ti­on erhalten.

Fast wich­ti­ger als das Dorf war uns jedoch die Land­schaft drum­her­um. Nach­dem wir uns einen Tem­pel etwas ober­halb des Dor­fes ange­se­hen hat­ten, sind wir einem Pfad neben die­sem Tem­pel gefolgt. Die­ser wur­de zwar immer unweg­sa­mer, aber irgend­wie ging es immer wei­ter in die Ber­ge. Wäh­rend das Dorf im Som­mer sehr über­lau­fen sein soll, waren wir dort fast die ein­zi­gen Tou­ris­ten. Und in den Ber­gen waren wir dann voll­kom­men allei­ne, ohne irgend­je­man­den in Sicht- oder Ruf­wei­te — ein in Peking unbe­kann­ter Zustand. Zumal bei schöns­tem son­ni­gen Win­ter­wet­ter und kla­rer Luft.

Irgend­wann sind wir dann auf einer nicht mehr benutz­ten Berg­stra­ße her­aus­ge­kom­men, der wir zurück ins Dorf gefolgt sind. Dort haben wir noch in einem der frei zugäng­li­chen Höfe bei einer Fami­lie etwas geges­sen. Schließ­lich hat uns unser in Peking ange­heu­er­ter (inof­fi­zi­el­ler) Taxi­fah­rer wie­der zurück in den Pekin­ger Kes­sel gefah­ren, wo an die­sem Tag deut­lich schlech­te­res Wet­ter war.