Hochzeit auf Chinesisch

Vor mitt­ler­wei­le etwas mehr als einer Woche haben wir etwas Beson­de­res und zugleich auch sehr Bewe­gen­des erlebt. Bereits im letz­ten Jahr hat uns ein ehe­ma­li­ger Mit­stu­dent, mit dem wir gemein­sam unser ers­tes Jahr in Peking ver­bacht haben, zu sei­ner Hoch­zeit ein­ge­la­den. Die Hei­mat sei­ner Freun­din liegt in Don­gy­ing, in der Pro­vinz Shan­dong ca. 350 km süd­öst­lich von Peking, wo auch die Fei­er stattfand.

Anläss­lich der Hoch­zeit waren auch vie­le deut­sche Fami­li­en­mit­glie­der und Freun­de ange­reist, somit ging es gemein­sam mit unge­fähr 20 ande­ren Gäs­ten am Sams­tag in Rich­tung Don­gy­ing. Und zwar im Schlaf­bus — das hat­ten wir vor­her auch noch nicht erlebt.

In Don­gy­ing ange­kom­men wur­den wir gleich mit einem üppi­gen Abend­essen ver­wöhnt und konn­ten danach bei der Pro­be für den gro­ßen Tag dabei sein. Das Ja-Wort hat­ten sich die zwei bereits Ende letz­ten Jah­res gege­ben, aber bei der offi­zi­el­len Fei­er soll­ten nun mehr als 500 Gäs­te Zeu­ge einer sehr bewe­gen­den Zere­mo­nie wer­den und den bei­den die bes­ten Wün­sche für das gemein­sa­me Ehe­glück mit auf den Weg geben.

Bereits im Mor­gen­grau­en haben wir uns am nächs­ten Tag auf den Weg zum Eltern­haus gemacht, wo der Bräu­ti­gam die Braut gemäß chi­ne­si­scher Tra­di­ti­on aus­lö­sen muss­te. Zuerst wur­den wir mit auf­rich­ti­ger Freu­de von den Eltern, allen Nach­barn und Freun­den in die Woh­nung gelei­tet, wo es lecke­re Jiao­zi in Unmen­gen gab und noch flei­ßig her­ge­stellt wur­den. Pünkt­lich 6.58 Uhr traf dann der Bräu­ti­gam auf dem roten Tep­pich vor dem Haus ein. Bis zum Ein­tritt in die elter­li­che Woh­nung muss­te die ein oder ande­re Hür­de genom­men wer­den. Im Zim­mer der Braut ange­kom­men, muss­ten auch noch die Schu­he der Braut gesucht wer­den, um sie schließ­lich der Braut anzu­zie­hen. Als Ver­spre­chen die Frau immer auf Hän­den zu tra­gen, wur­de die Braut auch bis zum Auto getra­gen. Nach einer fast ein­stün­di­gen Stadt­rund­fahrt ging es zurück ins Hotel, wo dann die Zere­mo­nie stattfand.

Musik, Fotos, Video­bot­schaf­ten, Reden und Ges­ten, alles war ein­fach per­fekt und sehr bewe­gend. Alle Abläu­fe der Hoch­zeit fol­gen recht stren­gen Regeln, deren Bedeu­tung wir lei­der nicht nicht in vol­lem Maße ver­ste­hen. Natür­lich durf­te neben dem üppi­gen Mit­tag­essen auch der chi­ne­si­sche Schnaps nicht feh­len. Dass wir Mit­tags­schlaf machen, ist wirk­lich sel­ten, doch an die­sem Nach­mit­tag war es ein­fach nötig. Abends gab es gleich wie­der ein gemein­sa­mes Abend­essen und im Anschluss ging es direkt in die Karao­ke­bar. Im eige­nen Raum wur­de bis spät in die Nacht gesun­gen, getanzt und kräf­tig gefei­ert. Und dem noch nicht genug: Als letz­te Sta­ti­on wur­de noch ein klei­nes Restau­rant angesteuert.

Der letz­te Tag in Don­gy­ing begann erst gegen Mit­tag, trotz­dem soll­te er nicht min­der span­nend wer­den. Mit ein paar Autos ging es zur Mün­dung des Gel­ben Flus­ses ins Meer. Auf der Fahrt dort­hin konn­ten wir bereits vie­le Ölför­der­pum­pen sehen und dann noch eine per ein­spu­ri­ger Fahr­bahn erreich­ba­re För­der­an­la­ge auf dem Meer. Das Mün­dungs­ge­biet wur­de in ein Natur­re­ser­vat ver­wan­delt, wo vie­le ver­schie­de­ne Vogel­ar­ten zu beob­ach­ten sind. Es weh­te ein rau­er Wind, wodurch es fast etwas Ähn­lich­keit mit der Nord­see hatte.

Zum Abschluss gab es noch ein gemein­sa­mes Hotpot-Essen, bei dem wir ein­mal mehr viel zu viel geges­sen haben. Ins­ge­samt war es ein groß­ar­ti­ges Erleb­nis, wel­ches wir so schnell wohl nicht wie­der ver­ges­sen werden.

Ein Gedanke zu „Hochzeit auf Chinesisch

  1. Nur gut, dass es Euch gibt, sonst wür­de sooo viel an mir vor­bei­ge­hen. Wo sind die Bil­der? Bin total neu­gie­rig. Und wann fei­ert Ihr???

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