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Vorerst keine weiten Reisen mehr

Nach 11 Jah­ren in ver­schie­de­nen Posi­tio­nen (als Stu­dent, wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter, Dok­to­rand, Post­dok­to­rand) und an ver­schie­de­nen Unis (in Mitt­wei­da, Peking, Frei­berg und Tian­jin) habe ich die „aka­de­mi­sche Welt” hin­ter mir gelas­sen und bin in die Wirt­schaft gewech­selt, denn seit dem 01. Okto­ber arbei­te ich hier in Mün­chen bei einer Beratungsfirma.

Ent­spre­chend wer­de ich mich vor­erst auch nicht mehr in den Flie­ger auf den Weg nach Peking oder Tian­jin machen, son­dern mich (fast) jeden Mor­gen in die U‑Bahn nach Send­ling set­zen, den Münch­ner Stadt­teil, wo ich arbeite.

Und wieder zurück — diesmal für länger

Am Mitt­woch hieß es vor­erst von Tian­jin Abschied zu neh­men — die Heim­rei­se nach Mün­chen (wo ich schon seit Anfang Sep­tem­ber gemel­det bin) stand an. Nach einem hal­ben Tag im Büro habe ich mich mit etwas mehr als 20 kg Gepäck auf den Weg zum Pekin­ger Flug­ha­fen gemacht, aller­dings mit eini­gen Stopps.

Zunächst ging es mit dem Zug zum Pekin­ger Süd­bahn­hof und von dort dann per U‑Bahn in die Nähe des Sei­den­mark­tes, wo ich für mei­nen neu­en Job noch ein­mal sechs Hem­den in Auf­trag gege­ben hat­te. Dort hat mich dann ein chi­ne­si­scher Freund mit sei­nem Auto abge­holt und wir sind wie­der in den Süden Pekings gefah­ren, um mit einem sei­ner Freun­de gemein­sam Abend zu essen. Dafür waren wir in einem sehr net­ten und auch alten isla­mi­schen Restau­rant essen, des­sen Spe­zia­li­tät Inne­rei­en von Käl­bern sind.

Im Anschluss wur­de ich dann noch zum Flug­ha­fen gefah­ren, wo ich eigent­lich deut­lich zu zei­tig war. Dann dau­er­te es aber vor allem bei der Sicher­heits­kon­trol­le deut­lich län­ger als geplant und so konn­te ich nach einem Gang durch den Duty-Free-Shop eigent­lich direkt einsteigen.

Der Flie­ger war dann pünkt­lich halb sechs in Mün­chen und ich trotz einer mini­ma­len Befra­gung beim Zoll auch recht flott, so dass ich vier­tel acht schon zu Hau­se war und sogar mit Ste­fa­nie gemein­sam früh­stü­cken und sie danach zur U‑Bahn brin­gen konnte.

Das ist nun mitt­ler­wei­le schon wie­der andert­halb Tage her und ich bin schon wie­der ganz gut hier ange­kom­men, wenn man mal davon absieht, dass es für mich ein­fa­cher ist, mor­gens um fünf auf­zu­ste­hen, als am Abend bis um zehn wach zu blei­ben — aber das wird sich auch ganz schell ändern.

Die letzten Schritte auf dem Weg zum neuen Visum

Nach­dem ich mein Visum — bzw. genau­er gesagt mei­ne Auf­ent­halts­ge­neh­mi­gung — bereits im Juli ver­län­gern woll­te, ist es mir jetzt ver­mut­lich end­lich gelun­gen. Zumin­dest hat­te ich am Mon­tag alle Unter­la­gen zusam­men und konn­te die­se beim Entry-Exit-Office hier in Tian­jin abge­ben, nächs­ten Mon­tag soll­te ich dann mei­nen Aus­weis mit dem neu­en Visum abho­len können.

Das Gan­ze hat sich zum einen des­we­gen solan­ge hin­ge­zo­gen, weil man sein Visum erst kurz vor dem Aus­lau­fen ver­län­gern darf. Und zum ande­ren, weil das Stu­di­um erst die­se Woche wie­der begon­nen hat und daher letz­te Woche noch sehr weni­ge Pro­fes­so­ren und Ange­stell­te der Uni da waren — so habe ich ein­fach die benö­tig­ten Unter­schrif­ten nicht zusam­men bekom­men. (Das ist hier aber ganz nor­mal, in den knapp zwei Mona­ten Semes­ter­fe­ri­en soll­te man bes­ser kei­ne drin­gen­den Anlie­gen haben.)

Auf alle Fäl­le war ich recht hap­py als ich mei­ne Unter­la­gen für das neue Visum abge­ben konn­te und bin daher nicht direkt zurück zur Uni, son­dern ein paar Meter in ein klei­nes Vier­tel mit (zumin­dest dem Aus­se­hen nach) alten Kolo­ni­al­bau­ten der Ita­lie­ner gegangen.

So am Mor­gen war es dort aber noch sehr ruhig, von ein paar chi­ne­si­schen Tou­ris­ten mal abge­se­hen. Das Vier­tel liegt nah am Hai-Fluss, der sich durch Tian­jin win­det, und so habe ich auch die­sen noch über­quert und war im Anschluss das ers­te Mal in mei­nem Leben bei Wal Mart. Nicht, dass ich etwas gebraucht hät­te, nur mal so. Gab dann auch nicht vie­le Über­ra­schun­gen, sehr ähn­lich wie die Super­märk­te von Car­re­four, die es doch recht häu­fig hier gibt, wobei der Wal Mart viel­leicht ein klein wenig auf­ge­räum­ter ist.

Wieder zurück in Tianjin

Zum zumin­dest für die­ses Jahr letz­ten Mal bin ich am Don­ners­tag in Tian­jin ange­kom­men, alles wie gewohnt ohne grö­ße­re Pro­ble­me: Lan­dung in Peking, U‑Bahn-Fahrt zum Süd­bahn­hof, Zug­fahrt nach Tian­jin, U‑Bahn-Fahrt in die Nähe der Uni und noch 10 Minu­ten zu Fuß, was auf­grund mei­nes doch recht leich­ten Kof­fers — außer (flüs­si­gen) Gast­ge­schen­ken nur etwas Zei­tung sowie Schlaf­sack und Matra­ze — auch recht ent­spannt war.

Ich bin kurz vor Mit­tag hier ange­kom­men und daher war ich nach kur­zer Zeit schon unter­wegs zum Mit­tag­essen. Ein Weil­chen nach­dem ich wie­der zurück war, kam auch mein Pro­fes­sor ins Insti­tut und hat mich gleich auf­grund mei­ner Rück­kehr und der Hoch­zeit auf einen Schnaps ein­ge­la­den. Es muss wohl doch eher die Hoch­zeit gewe­sen sein, denn als ich sonst hier ange­kom­men bin (letz­ten Okto­ber, im Janu­ar, im Juni) gab es nicht so eine „Begrü­ßung”.

Auf alle Fäl­le gab es chi­ne­si­schen Reis­schnaps (ca. 50 %) und dazu klei­ne Päck­chen mit ein­ge­leg­ten Fisch. Der Fisch war zwar sehr lecker und wir hat­ten auch ewig vie­le Packun­gen davon, aber zum Schnaps — ins­ge­samt wohl mehr als ein Papp­be­cher pro Per­son — doch zu wenig. Schließ­lich trin­ken die Chi­ne­sen ja aus gutem Grund den Schnaps direkt zum Essen: dadurch kann man einer­seits mehr essen und ande­rer­seits mehr trin­ken. Wir haben also gegen die­ses Gebot sozu­sa­gen ver­sto­ßen und ent­spre­chend unpro­duk­tiv war dann unser bei­der Nachmittag.

Am dar­auf­fol­gen­den Abend waren wir dann noch gemein­sam mit sei­ner Frau Abend­essen und da haben wir offen­sicht­lich zu wenig getrun­ken, auf alle Fäl­le blie­ben eini­ges an Essen übrig — aber trotz lan­ger Abwe­sen­heit aus Chi­na konn­te ich ein­fach nicht mehr.

Was gibt es sonst noch zu sagen? Hier an der Nankai-Universität ist von Tag zu Tag mehr los, Anfang nächs­ter Woche star­tet das Semes­ter offi­zi­ell. Eigent­lich beginnt es immer schon Anfang Sep­tem­ber, aber die­ses Jahr wur­de es ver­mut­lich ver­scho­ben, weil aktu­ell das Mit­therbst­fest statt­fin­det. Da wird der Herbst­voll­mond bewun­dert und es wer­den Mond­ku­chen gegessen.

Vor zwei Jah­ren, als wir gera­de wie­der in Chi­na ange­kom­men waren, haben wir das Fest zusam­men mit Wieb­ke und ihrer Fami­lie in Nan­dai­he ver­bracht — mit einem wirk­lich rie­si­gem Voll­mond über dem Meer.  Letz­tes Jahr waren wir in Mün­chen und Ste­fa­nie hat­te gera­de begon­nen dort zu arbei­ten. Und die­ses Jahr sit­ze ich also hier in Tian­jin im Büro — mal sehen was dann nächs­tes Jahr ansteht, wenn das Mit­therbst­fest am 27. Sep­tem­ber (immer der 15. Tag des ach­ten Monats nach dem Mond­ka­len­der) stattfindet.

Auf alle Fäl­le wün­sche ich allen ein fröh­li­ches Mittherbstfest:
中秋节快乐!

Eine Art Fehlerbild

Vor­ges­tern hat mir mein Kol­le­ge vom Cen­ter for Com­bi­na­to­rics das Grup­pen­bild der Kon­fe­renz zuge­schickt, die am Ende mei­nes vor kur­zem zu Ende gegan­ge­nen Auf­ent­hal­tes dort stattfand.

Zwar habe ich mich schon lan­ge dar­an gewöhnt, der ein­zi­ge Aus­län­der am Insti­tut zu sein — und es hat ja auch den einen oder ande­ren Vor­teil — aber etwas komisch sieht es doch aus, gera­de auf sol­chen Fotos. Also: Sucht den Fehler.

Gruppenfoto Konferenz 2014-07

Von Tianjin nach München bzw. von der Uni in die Wirtschaft

Am Mon­tag­nach­mit­tag bin ich wie­der in Mün­chen ange­kom­men und habe damit den (zu) hei­ßen Tian­ji­ner Som­mer gegen den (zu) kal­ten Mün­che­ner Som­mer getauscht. Es ist aber auch mal wie­der schön ohne Kli­ma­an­la­ge schla­fen zu können.

Auch wenn ich im Sep­tem­ber noch ein­mal nach Chi­na und Tian­jin zurück­keh­ren wer­de — und zwar vom 03. bis 25. Sep­tem­ber, da gab es den Hin- und Rück-Direktflug mit Air Chi­na für nur 584 Euro — so hat mir doch der Rückreise-Sonntag irgend­wie schon gezeigt, wohin es lang­fris­tig geht: Von der Uni mit ihren Kon­fe­ren­zen in das Arbeits­le­ben in der Wirt­schaft mit ihren Anzugs­trä­gern, zu denen ich dann auch gehöre.

Zunächst hat­ten wir seit Frei­tag eine grö­ße­re Kon­fe­renz in Tian­jin, zu der Chi­ne­sen aus ganz Chi­na und auch aus dem Aus­land ange­reist waren. Ich bin dann am Sonn­tag schon etwas eher dort weg, noch ein­mal in mei­ne Woh­nung um mei­ne Sachen zu schnap­pen und dann mit dem Zug nach Peking zu fahren.

Mein Flug ging zwar erst am Mon­tag­mor­gen 2 Uhr, wes­we­gen ich eigent­lich noch deut­lich län­ger hät­te in Tian­jin blei­ben kön­nen, aber ich muss­te in Peking noch mei­ne Sachen beim Schnei­der abho­len. Denn in Vor­be­rei­tung auf mei­ne Anstel­lung in Mün­chen (ab Anfang Okto­ber) habe ich mich mit Anzü­gen und Hem­den eingedeckt.

Auf dem Weg vom Schnei­der (an der Guang­hualu) zum Flug­ha­fen ging es dann mit dem Taxi den drit­ten Ring ent­lang, vor­bei an den zahl­lo­sen Hoch­häu­sern des CBD und von Sanyuan­jiao. Am Abend mit noch eini­gen Büros erleuch­tet ein ganz net­ter Anblick und irgend­wie schien es für mich in dem Moment schon irgend­wie das Sym­bol mei­ner neu­en Arbeit zu sein, gera­de im Gegen­satz zu den doch deut­lich fla­che­ren Gebäu­den in der Nankai-Universität, durch die ich mich in den vier Wochen zuvor meist bewegt hatte.

 

Fußballwochenende

Samstag, 21:30:

Die­ses Wochen­en­de geht also die WM zu Ende, von der ich hier sicher­lich weni­ger gemerkt habe, als wenn ich in Deutsch­land gewe­sen wäre. Geplant war ja eigent­lich, dass ich das niederländisch-deutsche Fina­le gemein­sam mit einem nie­der­län­di­schen Freund in Peking schaue. Dar­aus ist lei­der nichts gewor­den, statt­des­sen ste­hen jetzt wohl zwei Spie­le auf dem Plan.

Den heu­ti­gen Tag habe ich zunächst ganz nor­mal ver­bracht und war bis gegen halb acht im Büro. Danach bin ich nach Hau­se und habe ein paar Sachen für die kom­men­den zwei Tage ein­ge­packt. Aber nicht zu vie­le, es hat noch alles in Ste­fa­nies klei­nen 10 Liter Ruck­sack gepasst.

Dann bin ich zum Bahn­hof, habe mir ein Ticket gekauft und jetzt sit­ze ich gera­de im Zug nach Peking. Der wird zehn Minu­ten nach Zehn dort sein, da blei­ben also immer noch knapp sechs Stun­den bis zum Anpfiff, denn das Spiel wird ja hier erst vier Uhr mor­gens ange­pfif­fen — da soll­te die Däm­me­rung schon ein­set­zen. Wie ich so lan­ge wach blei­ben soll, ist mir noch rela­tiv unklar, aber da wird sich schon was finden.

Ich den­ke mal nach dem Spiel geht es direkt zu Bryan, dem Nie­der­län­der, nach Hau­se und mor­gen wird etwas län­ger geschlafen.

Sonntag, 02:15:

Bald ist es so weit, nur noch 45 Minu­ten bis zum Spiel. Wir haben zunächst ein wenig bei Bryan rum­ges­sen und gequatscht, zwei Freu­de von ihm waren auch da. Dann sind wir raus und woll­ten in eine Bar, haben uns aber dann doch für den Stäbchen-Laden gleich um die Ecke entschieden.

Dort woll­ten wir eigent­lich nur ein Bier trin­ken, ich woll­te aber sehr ger­ne irgend­was bestel­len, was ich dann auch aus­rei­chend getan habe. Nach­dem irgend­wann das gan­ze Fleisch und Brot (auch gegrill­ter Honig-Toast, sehr lecker) alle war, sind wir gera­de wie­der bei Bryan rein.

Jetzt wol­len die ande­ren wohl wirk­lich noch ein klei­nes Schläf­chen bis zum Spiel machen. Bin mal gespannt, ob dann wirk­lich jemand auf­steht. Mich müs­sen sie dann auf alle Fäl­le wecken, denn ich schla­fe im Wohn­zim­mer auf der Couch, wo auch der Fern­se­her steht.

Sonntag, 05:12:

Sehr gut, die Nie­der­lan­de sind also dabei zu gewin­nen. Ich habe aber ehr­lich gesagt geschla­fen und ich ver­mu­te, alle ande­ren hier auch. Oder woll­te man mich nicht wecken und hat auf dem Lap­top geschaut? Das fin­de ich spä­ter raus, erst wird wei­ter geschla­fen. Gute Nacht.

Montag, 02:06:

Das Fina­le steht an und ich hof­fe, dann noch wach zu sein. Zwar habe ich nach mei­nem letz­ten Ein­trag noch lan­ge hier rum­ge­le­gen, aber dau­er­haft geschla­fen eher nicht mehr. Gegen 2 Uhr Nach­mit­tags sind wir dann raus um Mit­tag zu essen und danach war ich beim Schnei­der um mei­ne drei neu­en Abzü­ge anzu­pro­bie­ren. Im Anschluss bin ich dann wie­der zu Bryan in die Woh­nung, schließ­lich waren es noch 9 Stun­den bis zum Spiel.

Ich habe dann erst einen Film geschaut und mich dann gegen 10 Uhr mit Zhou Wei getrof­fen und noch ein paar Stäb­chen geges­sen. Danach sind wir durch San­li­tun spa­ziert, aber es war trotz­dem noch viel Zeit. Daher ist er jetzt mit einem ande­ren Deut­schen in des­sen Woh­nung und ich bin zurück zu Bryans Woh­nung, wo ich, als ich gera­de ins Haus gehen woll­te, auch auf ihn und sei­ne Freun­din gesto­ßen bin. Wir wer­den also ver­su­chen noch 45 Minu­ten wach zu blei­ben und dann das Spiel hier zu schauen.

Montag, 23:00:

Es hat geklappt und ich habe es sogar live gese­hen — die deut­schen Fuß­bal­ler sind Welt­meis­ter gewor­den. Zunächst habe ich das Spiel mit Bryan und sei­ner Freun­din gese­hen, bis die sich dann nach der regu­lä­ren Spiel­zeit schla­fen gelegt haben — da war es ja auch schon fast um fünf. Ich habe dann allei­ne wei­ter geschaut und bin irgend­wie auch wach geblie­ben, nach dem Tor des Spie­les sowieso.

Nach dem Spiel habe ich mich hin­ge­legt, bin dann aber etwas mehr als zwei Stun­den spä­ter auf­ge­stan­den um zurück nach Tian­jin zu fah­ren. Hier bin ich dann kurz nach Zehn ange­kom­men, war ein wenig im Büro und bin danach in mei­ne Woh­nung um zu duschen und — ja, ich habe gemacht, was ich sonst nie mache — ein klei­nes Mit­tags­schläf­chen zu machen.

Am Nach­mit­tag war ich wie­der im Büro bis Prof. Li auf die Idee kam mit einem ande­ren Pro­fes­sor, sei­ner Frau und mir essen zu gehen. Der Schnaps hielt sich aber (zum Glück) in Gren­zen — wir haben ja am Wochen­en­de Kon­fe­renz hier, da gibt es aus­rei­chend. Trotz­dem ist danach zuge­ge­be­ner Maßen nicht mehr viel gewor­den und nun sit­ze ich auch schon am Ende die­ses ver­län­ger­ten Fuß­ball­wo­chen­en­des auf dem Bett in mei­ner Woh­nung und wer­de gleich mal ver­su­chen etwas Schlaf der letz­ten Tage nachzuholen.

Halbzeit

Am Wochen­en­de war bereits Halb­zeit von Ste­fa­nies vier­wö­chi­ger Dienst­rei­se und mei­nem eben so lan­gen Auf­ent­halt hier in Tian­jin. Grund genug, uns mal in Peking zu tref­fen — Ste­fa­nie hat­te doch tat­säch­lich mal andert­halb Tage frei — und gemein­sam mit ein paar Freun­den einen lus­ti­gen Abend zu verbringen.

Bei „Halb­zeit” den­ken ja im Moment ja fast alle an Fuß­ball, ich sicher­lich auch oft, aber das war es dann auch schon. Denn mit dem Fuß­ball anschau­en ist es doch etwas schwie­rig, da die Spie­le hier vier Uhr mor­gens zu sehen sind. Zumal ich in mei­ner Woh­nung kein Fern­sehn oder Inter­net habe und ent­we­der ins Insti­tut oder woan­ders hin müsste.

Ent­spre­chend muss ich auch zuge­ben (eben­so wie Ste­fa­nie), dass ich die­se Nacht kein Fuß­ball geschaut habt. Als ich vor­hin noch ahnungs­los ins Büro bin hat mir aller­dings ein Chi­ne­se gleich zum Sieg der deut­schen Mann­schaft gra­tu­liert und die Tore die­ses wohl als his­to­risch zu bezeich­nen­den Spie­les habe ich mir gera­de im Inter­net angesehen.

Außer­dem konn­te ich fest­stel­len, dass auch das Jahr 2014 und spe­zi­ell das aka­de­mi­sche Jahr 2014 in Chi­na in Kür­ze Halb­zeit hat. Sprich, ich bin mal wie­der hier ange­kom­men,  wenn alle ande­ren gehen. Schon nach Weih­nach­ten war ich kurz vor dem Neu­jahrs­fest hier ange­kom­men als sich alle Stu­den­ten auf den Weg in ihre Hei­mat gemacht haben. Und ähn­lich ist es auch jetzt — die Som­mer­pau­se steht an.

Auf dem Weg zurück

Nach knapp zwei Mona­ten in Mün­chen bin ich nun wie­der auf dem Weg nach Tian­jin, um zumin­dest noch ein­mal einen Monat dort vor Ort zu arbei­ten und hof­fent­lich noch das eine oder ande­re klei­ne­re For­schungs­pro­jekt abzuschließen.

Eigent­lich soll­te ich auch schon fast dort ange­kom­men bzw. zumin­dest in Peking sein, aller­dings gab es an mei­nem Flie­ger, der ges­tern 16:35 Uhr star­ten soll­te, eini­ge tech­ni­sche Pro­ble­me. Deren Behe­bung zog sich Stun­de um Stun­de hin bis irgend­wann klar war, dass es doch nichts wird. So habe ich dann den Abend am Gate und die ers­te Stun­de des heu­ti­gen Tages am Ticket­coun­ter ver­bracht bis alles umge­bucht war und es per Taxi in ein Hotel in der Nähe des Flug­ha­fen (Mer­cu­re in Auf­kir­chen) ging.

Jetzt ist also der zwei­te Ver­such, bei dem es mit Eti­had über Abu Dha­bi nach Peking gehen soll (anstatt per Qatar über Doha wie ursprüng­lich geplant). Mor­gen früh Peking-Zeit soll­te ich es dann aber nach Chi­na geschafft haben und in rund 24 Stun­den dann in mei­nem Büro in Tian­jin sitzen.

Bleibt noch die in den letz­ten Tagen oft gehör­te Fra­ge, ob ich mich eigent­lich freue wie­der nach Chi­na zu kom­men. Die lässt sich gar nicht so ein­fach beant­wor­ten: Einer­seits habe ich mich in Mün­chen sehr gut ein­ge­lebt und die Stadt hat auch ein paar Vor­tei­le gegen­über Peking und Tian­jin — Stich­wort „Luft­qua­li­tät” und so wei­ter. Ande­rer­seits freue ich mich auch wie­der auf mei­ne Arbeit in Tian­jin, die feh­len­den Ablen­kun­gen und Mög­lich­keit sich auf die Mathe­ma­tik zu konzentrieren.

Ich den­ke die­sen viel­leicht letz­ten Monat als Post­doc in Chi­na wer­de ich noch ein­mal genie­ßen, zumal ja Ste­fa­nie auch gera­de das Reich der Mit­te erkun­det (bzw. des­sen Fabri­ken) und wir daher die Mög­lich­keit haben uns immer mal wie­der zu sehen, eine etwas ande­re Art der „Wochen­end­be­zie­hung”.

Nicht nur zu Besuch

Seit mehr als einem Monat bin ich nun in Mün­chen und gleich in den ers­ten Tagen hat sich her­aus­ge­stellt, dass ich nach dem Som­mer auf Dau­er hier sein wer­de. Denn zum 01. Okto­ber fan­ge ich bei einer IT- und Unter­neh­mens­be­ra­tung hier an.

Das Gan­ze ging wirk­lich sehr schnell: Am Frei­tag war ich gelan­det, am Mon­tag war das Vor­stel­lungs­ge­spräch, am Diens­tag habe ich das tele­fo­ni­sche Ange­bot bekom­men und am Mitt­woch lag der Ver­trag bereits im Brief­kas­ten. Ich freue mich schon auf die­se neue Her­aus­for­de­rung, obwohl dadurch sowohl die Zeit der For­schung als auch die Zeit in Chi­na ein immer näher kom­men­des Ende hat.

Aber noch ist es ja ein Weil­chen und ich den­ke, dass ich in den ver­blei­ben­den Mona­ten noch eini­ge ange­fan­ge­ne Din­ge zu Ende brin­gen kann, auch damit ich dann den Kopf für Neu­es frei habe. Der nächs­te Flug nach Chi­na steht auch schon fest, am 23. Juni flie­ge ich nach Peking und wer­de dann für vier Wochen an der Uni in Tian­jin sein.

Wie­so gera­de zu die­ser Zeit und gera­de vier Wochen? Weil Ste­fa­nie einen Tag zuvor auch für vier Wochen nach Chi­na star­tet um sich eini­ge Fabri­ken anzu­schau­en. Sie hat sogar eine Fabrik in Tian­jin auf ihrer Lis­te und ich freue mich schon sehr dar­auf ihr dann auch mal mei­ne Uni und mei­nen Arbeits­platz zu zei­gen und sie mei­nem Betreu­er Prof. Li und mei­nem Kol­le­gen Prof. Shi vor­zu­stel­len. Wenn das kein Anlass für ein klei­nes gemein­sa­mes Abend­essen ist …