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Und wieder zurück — diesmal für länger

Am Mitt­woch hieß es vor­erst von Tian­jin Abschied zu neh­men — die Heim­rei­se nach Mün­chen (wo ich schon seit Anfang Sep­tem­ber gemel­det bin) stand an. Nach einem hal­ben Tag im Büro habe ich mich mit etwas mehr als 20 kg Gepäck auf den Weg zum Pekin­ger Flug­ha­fen gemacht, aller­dings mit eini­gen Stopps.

Zunächst ging es mit dem Zug zum Pekin­ger Süd­bahn­hof und von dort dann per U‑Bahn in die Nähe des Sei­den­mark­tes, wo ich für mei­nen neu­en Job noch ein­mal sechs Hem­den in Auf­trag gege­ben hat­te. Dort hat mich dann ein chi­ne­si­scher Freund mit sei­nem Auto abge­holt und wir sind wie­der in den Süden Pekings gefah­ren, um mit einem sei­ner Freun­de gemein­sam Abend zu essen. Dafür waren wir in einem sehr net­ten und auch alten isla­mi­schen Restau­rant essen, des­sen Spe­zia­li­tät Inne­rei­en von Käl­bern sind.

Im Anschluss wur­de ich dann noch zum Flug­ha­fen gefah­ren, wo ich eigent­lich deut­lich zu zei­tig war. Dann dau­er­te es aber vor allem bei der Sicher­heits­kon­trol­le deut­lich län­ger als geplant und so konn­te ich nach einem Gang durch den Duty-Free-Shop eigent­lich direkt einsteigen.

Der Flie­ger war dann pünkt­lich halb sechs in Mün­chen und ich trotz einer mini­ma­len Befra­gung beim Zoll auch recht flott, so dass ich vier­tel acht schon zu Hau­se war und sogar mit Ste­fa­nie gemein­sam früh­stü­cken und sie danach zur U‑Bahn brin­gen konnte.

Das ist nun mitt­ler­wei­le schon wie­der andert­halb Tage her und ich bin schon wie­der ganz gut hier ange­kom­men, wenn man mal davon absieht, dass es für mich ein­fa­cher ist, mor­gens um fünf auf­zu­ste­hen, als am Abend bis um zehn wach zu blei­ben — aber das wird sich auch ganz schell ändern.

Von Tianjin nach München bzw. von der Uni in die Wirtschaft

Am Mon­tag­nach­mit­tag bin ich wie­der in Mün­chen ange­kom­men und habe damit den (zu) hei­ßen Tian­ji­ner Som­mer gegen den (zu) kal­ten Mün­che­ner Som­mer getauscht. Es ist aber auch mal wie­der schön ohne Kli­ma­an­la­ge schla­fen zu können.

Auch wenn ich im Sep­tem­ber noch ein­mal nach Chi­na und Tian­jin zurück­keh­ren wer­de — und zwar vom 03. bis 25. Sep­tem­ber, da gab es den Hin- und Rück-Direktflug mit Air Chi­na für nur 584 Euro — so hat mir doch der Rückreise-Sonntag irgend­wie schon gezeigt, wohin es lang­fris­tig geht: Von der Uni mit ihren Kon­fe­ren­zen in das Arbeits­le­ben in der Wirt­schaft mit ihren Anzugs­trä­gern, zu denen ich dann auch gehöre.

Zunächst hat­ten wir seit Frei­tag eine grö­ße­re Kon­fe­renz in Tian­jin, zu der Chi­ne­sen aus ganz Chi­na und auch aus dem Aus­land ange­reist waren. Ich bin dann am Sonn­tag schon etwas eher dort weg, noch ein­mal in mei­ne Woh­nung um mei­ne Sachen zu schnap­pen und dann mit dem Zug nach Peking zu fahren.

Mein Flug ging zwar erst am Mon­tag­mor­gen 2 Uhr, wes­we­gen ich eigent­lich noch deut­lich län­ger hät­te in Tian­jin blei­ben kön­nen, aber ich muss­te in Peking noch mei­ne Sachen beim Schnei­der abho­len. Denn in Vor­be­rei­tung auf mei­ne Anstel­lung in Mün­chen (ab Anfang Okto­ber) habe ich mich mit Anzü­gen und Hem­den eingedeckt.

Auf dem Weg vom Schnei­der (an der Guang­hualu) zum Flug­ha­fen ging es dann mit dem Taxi den drit­ten Ring ent­lang, vor­bei an den zahl­lo­sen Hoch­häu­sern des CBD und von Sanyuan­jiao. Am Abend mit noch eini­gen Büros erleuch­tet ein ganz net­ter Anblick und irgend­wie schien es für mich in dem Moment schon irgend­wie das Sym­bol mei­ner neu­en Arbeit zu sein, gera­de im Gegen­satz zu den doch deut­lich fla­che­ren Gebäu­den in der Nankai-Universität, durch die ich mich in den vier Wochen zuvor meist bewegt hatte.

 

Fußballwochenende

Samstag, 21:30:

Die­ses Wochen­en­de geht also die WM zu Ende, von der ich hier sicher­lich weni­ger gemerkt habe, als wenn ich in Deutsch­land gewe­sen wäre. Geplant war ja eigent­lich, dass ich das niederländisch-deutsche Fina­le gemein­sam mit einem nie­der­län­di­schen Freund in Peking schaue. Dar­aus ist lei­der nichts gewor­den, statt­des­sen ste­hen jetzt wohl zwei Spie­le auf dem Plan.

Den heu­ti­gen Tag habe ich zunächst ganz nor­mal ver­bracht und war bis gegen halb acht im Büro. Danach bin ich nach Hau­se und habe ein paar Sachen für die kom­men­den zwei Tage ein­ge­packt. Aber nicht zu vie­le, es hat noch alles in Ste­fa­nies klei­nen 10 Liter Ruck­sack gepasst.

Dann bin ich zum Bahn­hof, habe mir ein Ticket gekauft und jetzt sit­ze ich gera­de im Zug nach Peking. Der wird zehn Minu­ten nach Zehn dort sein, da blei­ben also immer noch knapp sechs Stun­den bis zum Anpfiff, denn das Spiel wird ja hier erst vier Uhr mor­gens ange­pfif­fen — da soll­te die Däm­me­rung schon ein­set­zen. Wie ich so lan­ge wach blei­ben soll, ist mir noch rela­tiv unklar, aber da wird sich schon was finden.

Ich den­ke mal nach dem Spiel geht es direkt zu Bryan, dem Nie­der­län­der, nach Hau­se und mor­gen wird etwas län­ger geschlafen.

Sonntag, 02:15:

Bald ist es so weit, nur noch 45 Minu­ten bis zum Spiel. Wir haben zunächst ein wenig bei Bryan rum­ges­sen und gequatscht, zwei Freu­de von ihm waren auch da. Dann sind wir raus und woll­ten in eine Bar, haben uns aber dann doch für den Stäbchen-Laden gleich um die Ecke entschieden.

Dort woll­ten wir eigent­lich nur ein Bier trin­ken, ich woll­te aber sehr ger­ne irgend­was bestel­len, was ich dann auch aus­rei­chend getan habe. Nach­dem irgend­wann das gan­ze Fleisch und Brot (auch gegrill­ter Honig-Toast, sehr lecker) alle war, sind wir gera­de wie­der bei Bryan rein.

Jetzt wol­len die ande­ren wohl wirk­lich noch ein klei­nes Schläf­chen bis zum Spiel machen. Bin mal gespannt, ob dann wirk­lich jemand auf­steht. Mich müs­sen sie dann auf alle Fäl­le wecken, denn ich schla­fe im Wohn­zim­mer auf der Couch, wo auch der Fern­se­her steht.

Sonntag, 05:12:

Sehr gut, die Nie­der­lan­de sind also dabei zu gewin­nen. Ich habe aber ehr­lich gesagt geschla­fen und ich ver­mu­te, alle ande­ren hier auch. Oder woll­te man mich nicht wecken und hat auf dem Lap­top geschaut? Das fin­de ich spä­ter raus, erst wird wei­ter geschla­fen. Gute Nacht.

Montag, 02:06:

Das Fina­le steht an und ich hof­fe, dann noch wach zu sein. Zwar habe ich nach mei­nem letz­ten Ein­trag noch lan­ge hier rum­ge­le­gen, aber dau­er­haft geschla­fen eher nicht mehr. Gegen 2 Uhr Nach­mit­tags sind wir dann raus um Mit­tag zu essen und danach war ich beim Schnei­der um mei­ne drei neu­en Abzü­ge anzu­pro­bie­ren. Im Anschluss bin ich dann wie­der zu Bryan in die Woh­nung, schließ­lich waren es noch 9 Stun­den bis zum Spiel.

Ich habe dann erst einen Film geschaut und mich dann gegen 10 Uhr mit Zhou Wei getrof­fen und noch ein paar Stäb­chen geges­sen. Danach sind wir durch San­li­tun spa­ziert, aber es war trotz­dem noch viel Zeit. Daher ist er jetzt mit einem ande­ren Deut­schen in des­sen Woh­nung und ich bin zurück zu Bryans Woh­nung, wo ich, als ich gera­de ins Haus gehen woll­te, auch auf ihn und sei­ne Freun­din gesto­ßen bin. Wir wer­den also ver­su­chen noch 45 Minu­ten wach zu blei­ben und dann das Spiel hier zu schauen.

Montag, 23:00:

Es hat geklappt und ich habe es sogar live gese­hen — die deut­schen Fuß­bal­ler sind Welt­meis­ter gewor­den. Zunächst habe ich das Spiel mit Bryan und sei­ner Freun­din gese­hen, bis die sich dann nach der regu­lä­ren Spiel­zeit schla­fen gelegt haben — da war es ja auch schon fast um fünf. Ich habe dann allei­ne wei­ter geschaut und bin irgend­wie auch wach geblie­ben, nach dem Tor des Spie­les sowieso.

Nach dem Spiel habe ich mich hin­ge­legt, bin dann aber etwas mehr als zwei Stun­den spä­ter auf­ge­stan­den um zurück nach Tian­jin zu fah­ren. Hier bin ich dann kurz nach Zehn ange­kom­men, war ein wenig im Büro und bin danach in mei­ne Woh­nung um zu duschen und — ja, ich habe gemacht, was ich sonst nie mache — ein klei­nes Mit­tags­schläf­chen zu machen.

Am Nach­mit­tag war ich wie­der im Büro bis Prof. Li auf die Idee kam mit einem ande­ren Pro­fes­sor, sei­ner Frau und mir essen zu gehen. Der Schnaps hielt sich aber (zum Glück) in Gren­zen — wir haben ja am Wochen­en­de Kon­fe­renz hier, da gibt es aus­rei­chend. Trotz­dem ist danach zuge­ge­be­ner Maßen nicht mehr viel gewor­den und nun sit­ze ich auch schon am Ende die­ses ver­län­ger­ten Fuß­ball­wo­chen­en­des auf dem Bett in mei­ner Woh­nung und wer­de gleich mal ver­su­chen etwas Schlaf der letz­ten Tage nachzuholen.

Halbzeit

Am Wochen­en­de war bereits Halb­zeit von Ste­fa­nies vier­wö­chi­ger Dienst­rei­se und mei­nem eben so lan­gen Auf­ent­halt hier in Tian­jin. Grund genug, uns mal in Peking zu tref­fen — Ste­fa­nie hat­te doch tat­säch­lich mal andert­halb Tage frei — und gemein­sam mit ein paar Freun­den einen lus­ti­gen Abend zu verbringen.

Bei „Halb­zeit” den­ken ja im Moment ja fast alle an Fuß­ball, ich sicher­lich auch oft, aber das war es dann auch schon. Denn mit dem Fuß­ball anschau­en ist es doch etwas schwie­rig, da die Spie­le hier vier Uhr mor­gens zu sehen sind. Zumal ich in mei­ner Woh­nung kein Fern­sehn oder Inter­net habe und ent­we­der ins Insti­tut oder woan­ders hin müsste.

Ent­spre­chend muss ich auch zuge­ben (eben­so wie Ste­fa­nie), dass ich die­se Nacht kein Fuß­ball geschaut habt. Als ich vor­hin noch ahnungs­los ins Büro bin hat mir aller­dings ein Chi­ne­se gleich zum Sieg der deut­schen Mann­schaft gra­tu­liert und die Tore die­ses wohl als his­to­risch zu bezeich­nen­den Spie­les habe ich mir gera­de im Inter­net angesehen.

Außer­dem konn­te ich fest­stel­len, dass auch das Jahr 2014 und spe­zi­ell das aka­de­mi­sche Jahr 2014 in Chi­na in Kür­ze Halb­zeit hat. Sprich, ich bin mal wie­der hier ange­kom­men,  wenn alle ande­ren gehen. Schon nach Weih­nach­ten war ich kurz vor dem Neu­jahrs­fest hier ange­kom­men als sich alle Stu­den­ten auf den Weg in ihre Hei­mat gemacht haben. Und ähn­lich ist es auch jetzt — die Som­mer­pau­se steht an.

Eindrücke aus Peking

Sowohl wäh­rend des Früh­lings­fes­tes, dass nun schon 6 Wochen her ist, als auch wäh­rend ich Besuch hat­te, habe ich ziem­lich viel Zeit in Peking ver­bracht und möch­te nun end­lich mal ein paar visu­el­le Ein­drü­cke von die­sen Tagen nachliefern.

Zum Früh­lings­fest war ich mit Gui­do, dem Deut­schen bei dem ich in letz­ter Zeit immer über­nach­tet habe, wenn ich in Peking war, in Bad­a­chu. Das ist eine Ansamm­lung von acht klei­ne­ren und grö­ße­ren Tem­peln im Wes­ten der Stadt und süd­lich vom Duft­berg gele­gen, wo Ste­fa­nie und ich schon sehr lan­ge mal hin woll­ten. Wenn auch ohne Ste­fa­nie, so konn­te ich es also die­ses Mal end­lich wahr machen.

Eben­so wie in den meis­ten ande­ren Tem­peln und Parks fand dort kurz nach dem Neu­jahr ein Tem­pel­fest statt. Aller­dings ging es dort deut­lich ruhi­ger als bei den über­lau­fe­nen Ver­an­stal­tun­gen mit­ten in der Stadt zu. Da die Anla­ge an den West­ber­gen liegt, konn­te man außer­dem nach oben wan­dern und hat­te von dort einen guten Blick auf Peking.

Sehr inter­es­sant waren auch die Feu­er­wer­ke, denn da Gui­dos Woh­nung im 20. Stock lag (er ist Ende Febru­ar nach Deutsch­land zurück), sind die meis­ten Geschos­se unter­halb von uns explodiert.

Mit mei­nem Besuch habe ich in Peking vor allem die bekann­ten Sehens­wür­dig­kei­ten ange­schaut. Da das Wet­ter größ­ten­teils nicht so toll war, ver­zich­te ich mal auf eine Viel­zahl von Bildern.

Auch für mich ein neu­es Erleb­nis war der Besuch in einer Poli­zei­sta­ti­on, genau­er gesagt in der Nähe des Hin­te­ren Sees, wo wir auf­grund eines ver­lo­re­nen Rei­se­pas­ses hin muss­tenZunächst kam aber die Poli­zei zu uns an den Ort, wo wir den Ver­lust bemerkt hat­ten. Dann durf­te ich gemein­sam mit der Freun­din mei­nes Vaters, denn es war ihr Pass, der fehl­te, im Poli­zei­au­to mit­fah­ren. In der Wache ging es dann zur Auf­nah­me des Pro­to­kolls in einen Ver­hö­raum, in dem auch ein lus­ti­ger Stuhl stand, in dem sonst die Ver­däch­ti­gen sit­zen und der ent­spre­chend gesi­chert wer­den kann. Wir konn­ten aber ein­fach dane­ben Platz nehmen.

Auf­grund des ver­lo­re­nen Rei­se­pas­ses muss­ten Ste­fa­nie und die Freun­din mei­nes Vater dann län­ger in Peking blei­ben und haben die Zeit unter ande­rem genutzt, um sich den Bota­ni­schen Gar­ten (die Bil­der sind aus der Tro­pen­hal­le) anzu­schau­en und den Duft­berg zu erklimmen.

Weihnachtsstimmung in Peking

Am Wochen­en­de habe ich wie­der ein­mal Tian­jin (und die Arbeit) hin­ter mir gelas­sen und mich auf den Weg nach Peking gemacht.  Anlass war der tra­di­tio­nel­le Weih­nachts­ba­sar in der deut­schen Bot­schaft, auf dem ich das ers­te Mal war. (Letz­tes Jahr wuss­ten wir zwar auch davon, hat­ten aber am glei­che Tag eine Ver­an­stal­tung des DAAD.)

Ich bin also am Frei­tag­abend etwas spä­ter als sonst nach Peking gefah­ren (dafür war die U‑Bahn dort auch schon etwas weni­ger voll — sehr ange­nehm) und bin für das Wochen­en­de wie gewohnt bei Gui­do „ein­ge­zo­gen”. (Die Raff­les City, in der er wohnt, ist auch schon geschmückt, das sieht man auf dem ers­ten Foto.) Am Sams­tag­mor­gen habe ich mich dann um 10 Uhr an der Bot­schaft ange­stellt, denn der Weih­nachts­ba­sar ist immer sehr gut fre­quen­tiert und stun­den­lan­ges anste­hen kei­ne Sel­ten­heit. Vor mir stan­den nur cir­ca 100 Leu­te, so dass ich und auch Wieb­ke mit ihrer Fami­lie, für die ich einen Platz frei­ge­hal­ten hat­te, zur Eröff­nung des Basars um 11 Uhr direkt rein konn­ten. (Auf den Fotos unten seht ihr die vie­len Leu­te die noch anstan­den, als wir gegan­gen sind.)

Drin­nen wur­de dann alles gebo­ten, was es auch auf einem deut­schen Weih­nachts­markt gibt, dar­un­ter war­me Geträn­ke, vor allem natür­lich Glüh­wein, und Essen, wie die berühm­te „VW-Currywurst”, die es nicht nur auf dem Pekin­ger Weih­nachts­ba­sar, son­dern auch in den Kan­ti­nen der VW-Werke auf der gan­zen Welt geben soll.

Außer­dem gab es jede Men­ge Süßig­kei­ten, unter ande­rem Hari­bo und Stol­len, und auch ein Weih­nachts­mann zog sei­ne Run­den. Dazu gab sich auch das Wet­ter jede Men­ge Mühe, es war sogar fast zu warm zum Glüh­wein­trin­ken — aber nur fast.

Am Nach­mit­tag bin ich dann noch mit zum Duft­berg gefah­ren, wo der Stol­len ange­schnit­ten wur­de — es war also ein schon sehr weih­nacht­li­cher Tag. Abends habe ich dann die Situa­ti­on genutzt, dass es in Peking, anders als in mei­ner Woh­nung in Tian­jin, einen Fern­se­her gibt, und mir die Bun­des­li­ga live angeschaut.

Sonn­tag­mor­gen ging es dann zurück hier her, denn am Nach­mit­tag stand noch das Put­zen der neu­en Woh­nung an. Bil­der vom Ergeb­nis gibt es in Kürze.

Zurück

Am Frei­tag letz­ter Woche haben wir nach fast elf Mona­ten Chi­na wie­der ver­las­sen und sind am Abend wie­der in Mitt­wei­da ange­kom­men. Damit ist eine tol­le gemein­sa­me Zeit zu Ende gegan­gen, an die wir sicher­lich noch lan­ge den­ken werden.

Wäh­rend der zwei Semes­ter an der BLCU konn­ten wir unse­re Chi­ne­sisch­kennt­nis­se wie­der reak­ti­vie­ren und deut­lich ver­bes­sern. Außer­dem haben wir eine Men­ge neue Freun­de ken­nen gelernt, zu denen wir hof­fent­lich trotz der jetzt so gro­ßen Ent­fer­nung noch lan­ge Zeit Kon­takt haben werden.

Dane­ben hat auch unser Ver­ständ­nis der Kul­tur noch ein­mal einen Sprung gemacht und wir haben eini­ge wei­te­re schö­ne Orte in die­sem rie­si­gen Land gese­hen. Aber wie nicht anders zu erwar­ten, gibt es auch noch vie­le wei­ße Fle­cken auf unse­rer Chinakarte.

Wie genau es jetzt wei­ter geht kön­nen wir lei­der noch nicht sagen. Noch ist kein Flug gebucht, aber frü­her oder spä­ter wird es uns wohl auf alle Fäl­le wie­der dort­hin ziehen.

Wir sind jetzt also wie­der zurück und ganz weit weg von Peking, trotz­dem wer­den wir ver­su­chen hier in den nächs­ten Tagen noch ein paar Ein­drü­cke aus den letz­ten Mona­ten zu notieren.

Sommerliche Wohnumgebung

Bevor wir Ende die­ser Woche wie­der nach Deutsch­land flie­gen, wol­len wir hier noch ein­mal ein paar som­mer­li­che Schnapp­schüs­se unse­rer Wohn­um­ge­bung zei­gen. Obwohl wir am Anfang — also im Sep­tem­ber letz­ten Jah­res — noch mit dem Gedan­ken gespielt haben, eine ande­re Blei­be zu suchen, haben wir uns doch schnell an alles gewöhnt und füh­len uns jetzt wirk­lich sehr wohl hier.

Beson­ders schön fin­de ich, dass auf jedem klei­nen Stück­chen irgend­et­was ange­baut wird. Im Früh­jahr konn­te man sogar den ein oder ande­ren Streit um jeden begehr­ten Zen­ti­me­ter Land ver­fol­gen. Jedoch gleicht der Boden in unse­ren Augen eher dür­rem Brach­land als guter Pflan­zer­de — trotz­dem grünt und blüht es sehr schön.

Natür­lich ist es nicht mit einer deut­schen Klein­gar­ten­an­la­ge zu ver­glei­chen, doch auch unse­re Wohn­um­ge­bung hier hat, wenn auch viel­leicht nicht sofort auf den ers­ten Blick erkenn­bar, ihren Reiz.

Today Art Museum

Nach Abschluss der Prü­fun­gen haben wir uns vor­ge­nom­men noch den ein oder ande­ren Aus­flug in Peking zu machen. So stand auch das Today Art Muse­um auf dem Pro­gramm. Vor Ort stell­ten wir fest, dass es nicht nur ein Muse­um ist, son­dern dass sich die gan­ze Gegend rings­her­um zu einem Künst­ler­vier­tel mit vie­len Gale­rien, Archi­tek­tur­bü­ros und klei­nen Cafés ent­wi­ckelt hat. Im Haupt­ge­bäu­de wird chi­ne­si­sche zeit­ge­nös­si­sche Kunst aus­ge­stellt. Neben Aus­stel­lungs­ob­jek­ten, bei denen wir noch in der Lage sind unse­re eige­nen Inter­pre­ta­tio­nen zu ent­wi­ckeln, gab es auch viel abs­trak­te Kunst zu bestaunen.

Durch den monat­li­chen Kul­tur­rund­brief des Aus­wär­ti­gen Amtes sind wir auf die deutsch-chinesischen Gemein­schafts­aus­stel­lung „INVISIBLE THINGS” auf­merk­sam gewor­den. Die Aus­stel­lung wid­met sich fol­gen­dem The­ma: Was ist typisch deutsch? Was ist ori­gi­nal chi­ne­sisch? Und was pas­siert, wenn bei­des auf­ein­an­der trifft?. Dabei geht es vor allem um die „unsicht­ba­ren” Din­ge, die uns im All­tag zwar stän­dig beglei­ten, aber nicht mehr bewusst wahr­ge­nom­men werden.

In die­ser Aus­stel­lung mit All­tags­ge­gen­stän­den und Fotos ist uns erneut bewusst gewor­den, dass die Fas­zi­na­ti­on für das Frem­de auch den Blick auf das Eige­ne schärft.

Die (vorerst) letzten Prüfungen

Ich habe in mei­nem Leben schon öfter ver­mu­tet (oder gehofft), mich gera­de auf mei­ne letz­ten Prü­fun­gen vor­zu­be­rei­ten, aber bis­her waren es nie die wirk­lich letz­ten Prü­fun­gen. Aber wer weiß, viel­leicht ist es ja gera­de jetzt so weit.

Wie dem auch sei, am vor­ver­gan­ge­nen Wochen­en­de haben wir zunächst am HSK, dem offi­zi­el­len Chi­ne­sisch­spracht­test teil­ge­nom­men. Den kann man in sechs ver­schie­de­nen Stu­fen absol­vie­ren, wir haben uns an der zweit höchs­ten Stu­fe, dem HSK 5, ver­sucht. Wer Inter­es­se hat fin­det die letz­ten Prü­fun­gen hier. Auf die Ergeb­nis­se müs­sen wir aller­dings noch knapp drei Wochen warten.

In der Zwi­schen­zeit ste­hen die Prü­fun­gen an der Uni für uns an. Am Frei­tag star­tet es mit „Chi­ne­si­scher All­tags­gram­ma­tik” und nächs­te Woche fol­gen dann für Ste­fa­nie drei und für mich vier wei­te­re Fächer.

Ent­spre­chend ist auch heu­te schon unser letz­ter Unter­richts­tag. Eigent­lich scha­de, denn in die­sem Jahr ist es mit unse­ren Chi­ne­sisch­kennt­nis­sen deut­lich vor­an­ge­gan­gen. Und irgend­wie kommt da die Sor­ge auf, dass man in Zukunft wohl nicht mehr bes­ser wer­den wird, son­dern dass es nur noch dar­um geht, das aktu­el­le Wis­sen mög­lichst lang­sam zu vergessen.