Archiv für den Monat: Januar 2007

Fast wie in Schweden

Auch die Chi­ne­sen müs­sen mitt­ler­wei­le auf die Wohn­kul­tur aus dem hohen Nor­den Euro­pas nicht mehr ver­zich­ten, denn bereits seit eini­ger Zeit gibt es IKEA auch im Reich der Mitte.

Da die Pekin­ger Filia­le nur 15 Bus­mi­nu­ten von unse­rer Woh­nung ent­fernt ist, bie­tet sich ab und zu auch ein Halb­ta­ges­aus­flug dort­hin an, um sich die berühm­te Fra­ge „Wonhst du noch, oder lebst du schon?” ein­mal mehr zu stel­len. So auch am ver­gan­ge­nen Sonn­tag, als wir uns zum Lachs essen und Klei­nig­kei­ten ein­kau­en auf den Weg dort­hin gemacht haben.

Aber weder unter der Woche und erst recht nicht am Wochen­en­de ist man dort ganz allein. Obwohl „unser” IKEA sicher­lich dop­pelt so groß ist wie die Ver­si­on im Nee­fe­park Chem­nitz, war der Laden wirk­lich voll. Schön war es trotz­dem, und die bei­den Zie­le (satt wer­den, Woh­nungs­de­ko ver­voll­stän­di­gen) wur­den auch erfüllt.

Der bes­te Ein­kauf waren die Nop­pen­ess­stäb­chen, die wir schon beim letz­ten Besuch erblickt hat­ten, die damals jedoch aus­ver­kauft waren. Ich ver­mu­te, die gibt es in Deutsch­land lei­der nicht zu kau­fen, wenn doch, dann unbe­dingt zuschla­gen. Außer­dem haben wir uns noch eine klei­ne „Wachs­hei­zung” gekauft, um den Käl­te­re­kord in der Woh­nung nicht noch ein­mal nach unten kor­ri­gie­ren zu müs­sen. (Situa­ti­on mit „Thermometer-nach-draußen-stellen” nachgestellt.)
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Bereits vor eini­ger Zeit stand in der deut­schen Aus­ga­be der GEO zu lesen, dass die Chi­ne­sen die Mög­lich­kei­ten des Aus­pro­bie­rens auch bei IKEA gern aus­schöp­fen und sich auch mal ins Bett legen. Dem ist tat­säch­lich so, auch wenn wir das mit dem ins Bett legen nicht ganz so oft gese­hen haben. Aber sich an einen Ess­tisch zu set­zen und auch mal zu schau­en, wie man den den aus­zieht, das gehört schon dazu.

Dem stan­den wir natür­lich in nichts nach, was die fol­gen­den Bil­der von Ende Novem­ber bezeu­gen, als wir nicht nur zu zweit, son­dern zu fünft unter­wegs waren.
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Oberligaheimspiele im verschneiten Mittweida

An die­sem Wochen­en­de gab es mal wie­der einen schö­nen Bas­ket­ball­nach­mit­tag in der Sport­hal­le „Am Schwa­nen­teich” in Mitt­wei­da. Für die Ober­li­ga Damen ging es dar­um, die Tabel­len­füh­rung zu ver­tei­di­gen und die Her­ren woll­ten die­se gegen den aktu­el­len Ers­ten erobern:

Lan­des­li­ga Sach­sen Damen: USC Leip­zig II vs. HSG Mitt­wei­da II — 86 : 36
Ober­li­ga Sach­sen Damen: HSG Mitt­wei­da I vs. TU Dres­den I — 82 : 67
Ober­li­ga Sach­sen Her­ren: HSG Mitt­wei­da I vs. BBV Wur­zen — 70 : 65

Kurz nach Mit­ter­nacht Pekin­ger Zeit stand dann das glück­li­che Ereig­nis fest: bei­de Mann­schaf­ten haben gewon­nen, bei­de sind damit Tabel­len­füh­rer der Ober­li­ga Sachsen.

Wie es auch im Gäs­te­buch der HSG Mitt­wei­da zu lesen ist, sah die Tabel­le auch in der ver­gan­ge­nen Sai­son manch­mal so aus, damals führ­te man aller­dings die jewei­li­ge Lan­des­li­ga an.

Doch die Sai­son ist noch lang: Für die Ober­li­ga­da­men gilt es, die Tabel­len­füh­rung gegen Ver­fol­ger BV Zschach­witz noch in fünf Spie­len bis zum 25.03. zu ver­tei­di­gen. Die Her­ren haben sogar noch 8 Spiel­ta­ge zu absol­vie­ren, den letz­ten am 14. April. Mit Wur­zen und dem USC Leip­zig II war­ten gleich zwei Mann­schaf­ten auf den ers­ten Feh­ler der Mitt­weida­er, um sel­ber die Tabel­len­füh­rung zu über­neh­men. Außer­dem muss man am vor­letz­ten Spiel­tag aus­wärts beim USC antreten.

Aber egal was in den ver­blei­ben­den Spie­len noch geschieht, als Auf­stei­ger aus der Lan­des­li­ga hat man bereits jetzt für etwas Auf­se­hen gesorgt und wird sich am Ende sicher­lich über eine obe­re Tabel­len­plat­zie­rung freu­en kön­nen, mit der man vor Beginn der Sai­son nicht unbe­dingt rech­nen musste.

Über viel weni­ger, näm­lich den ers­ten Sieg, wür­den sich dage­gen die Lan­des­li­ga­da­men freu­en. Doch glück­li­cher­wei­se gibt es nach den absol­vier­ten 10 Spiel­ta­gen mit Hin- und Rück­run­de noch Play­offs, so dass man noch für die eine oder ande­re Über­ra­schung sor­gen kann.

Deutscher Schnee live

Ges­tern Abend waren wir seit lan­ger Zeit mal wie­der in San­li­tun, dem Botschafts- bzw. Bar­vier­tel Pekings unter­wegs, und hat­ten dabei ein selt­sa­mes Vergnügen:

Denn in einer Bar war der Fern­se­her an und es wur­de live die deut­sche Fuß­ball­bun­des­li­ga gezeigt, Nürn­berg gegen Stutt­gart. So konn­ten wir uns das aktu­el­le Wet­ter in Deutsch­land anschau­en, wegen dem zum Bei­spiel das run­de Spiel­ge­rät in die Schnee­va­ri­an­te getauscht wer­den musste.

Die Fra­ge, wie­so es mög­lich ist in Chi­na live und kos­ten­los deut­schen Fuß­ball zu sehen, nicht aber in Deutsch­land, kam natür­lich auch wie­der auf, aber dar­an haben wir uns ja schon gewöhnt.

Das sieht in 2 Jahren sicherlich anders aus

2008 bzw. „er ling ling ba” wird für die Chi­ne­sen und die Stadt Peking ein ganz beson­de­res Jahr, denn dann sind hier die XXIX. Olym­pi­schen Som­mer­spie­le zu Gast. Fer­tig ist noch nicht wirk­lich viel, aber man kann opti­mis­tisch sein, denn an fast jeder Ecke die­ser rie­si­gen Stadt wird im Moment gebaut:

Direkt vor „unse­rem” Super­mark­tes, dem Wumei bzw. Wum­art, gibt es zur Zeit ein gro­ßes Loch und es wird ordent­lich gebud­delt. Denn dort ent­steht gera­de ein Abschnitt der neu­en U‑Bahn-Linie, die 2008 die Innen­stadt mit dem Olym­pia­ge­län­de ver­bin­den soll.

[mygal=2007–01-18_Baustelle_Wumei]

Das wird vor allem für vie­le aus­län­di­sche Besu­cher inter­es­sant wer­den, die eine (über­füll­te) U‑Bahn einem (über­füll­ten) Bus vor­zie­hen. Auch der Ver­kehr auf den Stra­ßen, bes­ser gesagt: die Staus, sol­len so ver­rin­gert wer­den, wobei wir ja etwas von „1000 neu­en Autos täg­lich auf Pekings Stra­ßen” gehört haben.

Zumin­dest auf dem Weg zum Olym­pia­ge­län­de kann man von unse­rer Woh­nung aus auf öffent­li­che Ver­kehrs­mit­tel ver­zich­ten und lau­fen, aber wer weiß, ob man 2008 wie­der an eine Woh­nung in die­ser Lage kommt. 🙂

Der (Freiluft-) Basketball hat uns wieder

Nach­dem ich die letz­ten vier Mona­te auf sport­li­che Betä­ti­gung, abge­se­hen von der Bewäl­ti­gung viel zu gro­ßer Por­tio­nen chi­ne­si­schen Essens, ver­zich­tet habe, wur­de vor­ges­tern die Frei­platz­sai­son eröff­net. Immer­hin gab es Son­ne, kei­nen Wind und Tem­pe­ra­tu­ren um den Gefrier­punkt (-1° Cel­si­us) — eigent­lich ide­al, zumal es sich dank der Tro­cken­heit hier gar nicht so kalt ange­fühlt hat.

Was die Frei­platz­mög­lich­kei­ten angeht, so sind die hier wei­ter­hin ide­al, das heißt es ste­hen alle Plät­ze — genau wie im Som­mer — zur Ver­fü­gung, Flut­licht bis 21.00 Uhr inklu­si­ve. Ganz allei­ne ist man auf dem Platz natür­lich nicht, denn ein paar Chi­ne­sen sind immer anzutreffen.

[inspic=812,right,fullscreen,thumb]Damit ver­lie­ren mei­ne Bas­ket­ball­schu­he jetzt natür­lich ihren Platz hin­ter dem Glas. Denn dort waren sie beim Ein­zug hin­ge­wan­dert — da war gera­de Platz und sie soll­ten es ja schön haben. 😉 Nach der Benut­zung wur­den sie natür­lich zum Lüf­ten auf den Bal­kon verbannt.

Auf ein Spiel­chen haben wir an die­sem Tag noch ver­zich­tet, erst­mal lang­sam ange­hen las­sen. Und auch die Anzahl der Ver­su­che bis der ers­te Drei­er geglückt ist, ver­heim­li­che ich mal, um mei­ne Chan­cen noch ein­mal in einem Team der HSG auf­ge­nom­men zu wer­den, zu steigern.

Reis kaufen wie die Profis

Nach­dem unser Reis­vor­rat zu Ende gegan­gen ist, durf­te ich ges­tern mei­nes Amtes (als Ober­ein­käu­fer) wal­ten und für Nach­schub sor­gen. Da unser Ver­brauch im Moment ziem­lich hoch ist und ich mich hier ja schon meh­re­re Male posi­tiv über die Mög­lich­keit geäu­ßert habe, das Haupt­nah­rungs­mit­tel gleich in Säcken zu kau­fen, kam es die­ses Mal auch dazu.

Seit­dem hat ein klei­ner, hand­li­cher 5 kg Sack (1,50 Euro) sei­nen Platz bei uns in der Küche gefun­den. Ängs­te unse­rer Besu­cher, dass bei uns nur Reis ser­viert wer­den wird, sind aller­dings unbe­grün­det, denn der wird auch bei uns bei­den allei­ne alle.

[inspic=811,left,fullscreen,thumb]Zur gewähl­ten Sor­te kann ich aller­dings nicht viel Aus­kunft geben, außer den Name: „Nort­hern Extra”. Zwar gab es neben dem Reis ein klei­nes Schäl­chen „zum Pro­bie­ren”, aber weder am Anblick, noch am unge­koch­ten Geschmack, noch an der Tas­ter­fah­rung kann ich die Qua­li­tät beur­tei­len. Da wird es wohl ein­fach eini­ger Mahl­zei­ten zu Hau­se bedür­fen, um sich ein Urteil zu bil­den — und eini­ger wei­te­rer Säcke, um den Unter­schied zu ande­ren Reis­sor­ten her­aus zu finden.

Nur die Herren aktiv

Wäh­rend die Damen der Spiel­ge­mein­schaft Mittweida/Dittersbach am Wochen­en­de zum (Extra-)Training nach Fran­ken­au gela­den wur­den, stan­den für die bei­den Her­ren­mann­schaf­ten und die männ­li­che U20 Sai­son­spie­le an:

Ober­li­ga Her­ren Sach­sen: TSV Kitz­scher vs. HSG Mitt­wei­da I — 82 : 93
Bezirks­klas­se Her­ren Chem­nitz: ATSV Frei­berg II vs. HSG Mitt­wei­da II — 70 : 80
Bezirks­li­ga U20m Chem­nitz: HSG Mitt­wei­da vs. Homes­quad Plau­en — 137 : 56

Wie die Ergeb­nis­se zei­gen, wur­den die Auf­ga­ben alle sehr gut gelöst, so dass man jetzt gespannt auf das nächs­te Wochen­en­de schau­en kann, wenn es im Spiel zwi­schen der HSG Mitt­wei­da und dem BBV Wur­zen um den Platz an der Tabel­len­spit­ze geht.

Ein etwas ungewöhnlicher Samstag

Weder Sehens­wür­dig­kei­ten anschau­en, noch ein­kau­fen, noch zu Hau­se fau­len­zen stand am ver­gan­ge­nen Sams­tag auf dem Pro­gramm, son­dern ein Besuch im Insti­tut für Psy­cho­lo­gie an der Bei­da (Bei­jing Daxue, Peking Uni­ver­si­tät), eine der gro­ßen (und gut vom Staat unter­stütz­ten) Uni­ver­si­tä­ten Pekings.

Dank Ver­mitt­lung des DAAD konn­ten wir an einer Stu­die zum Satz­ver­ständ­nis im Deut­schen und Chi­ne­si­schen teil­neh­men, für die hier in Peking je 20 Mut­ter­sprach­ler benö­tigt wurden.

Das Gan­ze war zwar ziem­lich anstren­gend, aber auch sehr inter­es­sant und eine neue Erfah­rung, von der wir nicht gedacht hät­ten, dass wir sie gera­de hier machen würden.

[mygal=2007–01-20_Untersuchung_Beida]

Unser Zuhause in Peking

Die Son­ne schien, geputzt und auf­ge­räumt war auch gera­de — der Zeit­punkt war also ide­al, um ein­mal ein paar aktu­el­le Bil­der von unse­rer Woh­nung zu machen.

[mygal=2007–01-21_Wohnung]

Mit Zug und Flugzeug unterwegs in China

Eini­ge wer­den sich erin­nern — wir waren Anfang des Jah­res in Shang­hai, Suzhou und Hang­zhou unter­wegs. Davon gibt es natür­lich noch eini­ges zu erzählen …

Einen Groß­teil unse­rer Rei­se haben wir mit dem Zug zurück­ge­legt, was an sich eine sehr beque­me und auch ein­fa­che Art des Rei­sen hier ist. Aller­dings kommt man nicht ganz ohne Chi­ne­sisch­kennt­nis­se aus, zumin­dest wenn man die Fahr­kar­ten direkt am Bahn­hof kauft.

Was den Bahn­hof und die „Abfer­ti­gung” angeht, ist Chi­na Deutsch­land eini­ges „vor­aus”, denn man fühlt sich eher wie auf dem Flug­ha­fen. In den War­te­be­reich kommt man nur mit einer gül­ti­gen Fahr­kar­te (Abfahrt inner­halb der nächs­ten zwei Stun­den) und im Bahn­hof steht als ers­tes der Sicher­heits­check mit Gepäck durch­leuch­ten und Metall­de­tek­tor an.

Danach geht es zur gro­ßen Anzei­ge­ta­fel, an der man sehen kann, in wel­chen War­te­be­reich man für sei­nen Zug gehen muss. Recht­zei­tig vor der Ankunft bzw. Abfahrt des Zuges kommt man von dort dann zu sei­nem Gleis.

Wenn man die Fahr­kar­ten recht­zei­tig gekauft hat, also nicht erst direkt vor der Abfahrt, dann hat man einen Sitz­platz sicher, so wie wir auf den kür­ze­ren Stre­cken von Shang­hai nach Suzhou und wei­ter nach Hangzhou.

Für die Rück­rei­se nach Peking (über 1000 km in fast 16 Stun­den) haben wir uns für einen „hard-sleeper”-Platz ent­schie­den. 6 Bet­ten im offe­nen Abteil, aber voll­kom­men aus­rei­chend. Wer sich ohne Ver­pfle­gung auf den Weg macht, der kann im Zug zu ganz ver­nünf­ti­gen Prei­sen etwas kaufen.

Nicht zu ver­ges­sen sind natür­lich auch die preis­wer­ten Fahr­kar­ten: Rund 100 km von Shang­hai nach Suzhou kos­ten 1,50 Euro pro Per­son, für die Nacht­fahrt nach Peking hat jeder von uns 35 Euro bezahlt.

Aber auch das Flie­gen ist nicht viel teu­rer und eben­so ein­fach. eLong.net bie­tet eine Viel­zahl von Flü­gen inner­halb Chi­nas an und lie­fert die Tickets direkt an die Haus­tür. Für 50 Euro incl. Steu­ern und Gebüh­ren kommt man eigent­lich immer nach Shang­hai, manch­mal auch noch ein wenig günstiger.

Ver­hun­gern muss man auch nicht, für uns gab es ein lecke­res Früh­stück. Ein­zi­ges klei­nes Man­ko ist, dass die meis­ten Flü­ge in Shanghai-Hongqiao lan­den: Der Flug­ha­fen ist zwar näher an der Stadt als Pudong, aller­dings kann man dann nicht Trans­ra­pid fahren.
[mygal=2007–01-02]