Archiv für den Monat: Februar 2007

Bergfest oder so

Am 24. August 2006 sind wir hier in Peking ange­kom­men und damit seit ver­gan­ge­nem Sams­tag bereits 6 Mona­te im Reich der Mit­te. „So schnell ver­ge­hen also sechs Mona­te” könn­te ich jetzt sagen, aber wir haben in die­ser Zeit viel gese­hen, viel erlebt, und vie­le neue Men­schen ken­nen gelernt. Aus der Haupt­stadt die­ses (den west­li­chen Gewohn­hei­ten) so frem­den Lan­des ist unse­re Hei­mat geworden.

Kei­ne Angst, dass hier soll kei­ne Zusam­men­fas­sung der letz­ten knapp 200 Tage wer­den. Aber so etwas Ähn­li­ches muss­te Ste­fa­nie schrei­ben, einen Zwi­schen­be­richt für den DAAD (Deut­scher Aka­de­mi­scher Aus­tausch Dienst). Ste­fa­nies Bericht hat denen schein­bar sehr gut gefal­len, wes­we­gen er ver­öf­fent­licht wird, um den Stu­den­ten, die im kom­men­den August nach Chi­na gehen, den Anfang etwas erleich­tern. Wer ein wenig Zeit hat, kann sich das Gan­ze ja mal hier durchlesen.

Der Tat­sa­che mit dem hal­ben Jahr müs­sen sich auch eini­ge unse­rer Ver­wand­ten und Bekann­ten bewusst gewe­sen sein, denn in letz­ter Zeit haben sich die Fra­gen nach dem Berg­fest unse­res Chi­na­jah­res gehäuft. Aber so spon­tan konn­te ich da meist nicht die rich­ti­ge Ant­wort geben.

Fakt ist, dass Ste­fa­nies Visum bis zum 24. August 2007 gül­tig ist. Auf der ande­ren Sei­te wol­len wir Mit­te bis Ende Sep­tem­ber wie­der in Deutsch­land ein­tref­fen und die Zwi­schen­zeit wenn mög­lich in Aus­tra­li­en bzw. Chi­le ver­brin­gen. Soll­te das aber zeit­lich nicht klap­pen, dann wer­den wir sicher­lich mit einem Tou­ris­ten­vi­sum uns noch ein wenig Chi­na anschau­en. Inter­es­san­te Orte gibt es auf alle Fäl­le genug.

Damit lässt sich also die Berg­fest­fra­ge nicht exakt lösen. Aber das ist auch gut so, denn sonst müss­ten wir dar­über nach­den­ken, ob „schon” oder „lei­der schon” die Hälf­te unse­res Aus­flu­ges vor­bei ist.

Schlechte Spielzeit, dafür in einer schönen Halle

Letz­tes Wochen­en­de war bereits Pokal und damit für die meis­ten Mann­schaf­ten spiel­frei und auch an die­sem Wochen­en­de sieht es aus Sicht der HSG Mitt­wei­da nicht viel anders aus: Nur die 1. Her­ren­mann­schaft ist aktiv. 

Es steht das Aus­wärts­spiel beim „Nach­wuchs des Nach­wuch­ses der Niners” an. Dafür geht es in die Chem­nit­zer Hart­mann­hal­le, in der aller­dings sicher­lich nicht alle 2000 Plät­ze benö­tigt wer­den. Bis das Ergeb­nis da ist, wird es aber noch ein wenig dau­ern, denn Spiel­be­ginn ist heu­te Abend 19.00 Uhr. Dafür ist das Ergeb­nis dann top­ak­tu­ell, wenn ich mor­gen früh nachschaue.

Ober­li­ga Her­ren Sach­sen: BV TU Chem­nitz III vs. HSG Mitt­wei­da I — 84 : 65

Damit gewinnt der Tabel­len­letz­te zu Hau­se gegen die HSG. Sicher­lich eine Über­ra­schung, aber nur eine klei­ne, schließ­lich hat bereits der deut­li­che Sieg der Chem­nit­zer vor zwei Wochen in Gör­litz gezeigt, dass die Tabel­le nicht das aktu­el­le Leis­tungs­ver­mö­gen widerspiegelt.

Für die HSG ist aber auch die nun schon zwei­te Nie­der­la­ge in Fol­ge kein Pro­blem. Auf­grund der guten Leis­tun­gen zuvor teilt man sich punkt­gleich mit dem USC Leip­zig II und dem BBV Wur­zen die Plät­ze 2 bis 4. Unab­hän­gig vom Aus­gang der rest­li­chen Par­tien wird man außer­dem am Ende der Sai­son min­des­tens Platz 9 ein­neh­men und hat damit das eigent­li­che Sai­son­ziel, näm­lich als Auf­stei­ger nicht gleich wie­der abzu­stei­gen, bereits erfüllt.

Sonntag oder Montag?

Um die­se Fra­ge ging es heu­te mor­gen, als ich mit Ste­fa­nie zur Bus­hal­te­stel­le gegan­gen bin. Denn wäh­rend der Kalen­der eine ein­deu­ti­ge Ant­wort gibt, ist das Gefühl nicht ganz so eindeutig.

Das, was wohl am meis­ten für Mon­tag spricht, ist, dass heu­te mor­gen 6:50 Uhr der Wecker geklin­gelt hat. Denn für Ste­fa­nie ist heu­te wie­der der ers­te Arbeits­tag. Und schein­bar nicht nur für sie: Auch die Stra­ßen und Fuß­we­ge waren heu­te wie­der deut­lich beleb­ter als in den letz­ten Tagen, die Bus­se waren wie­der voll und die Früh­stücks­ver­käu­fe­rin­nen hat­ten wie­der ihre Stän­de an den Bus­hal­te­stel­len geöffnet.

Für Sonn­tag spricht das Fern­seh­pro­gramm, und dort vor allem die zwei NBA-Spiele, die es ges­tern und heu­te zu sehen gab, sowie die Anru­fe aus Deutschland.

Am Ende haben wir uns dann geei­nigt: Es ist zwar Sonn­tag, aber trotz­dem der ers­te Arbeits­tag im neu­en chi­ne­si­schen Jahr und unser ers­tes Früh­lings­fest damit vorbei.

Nach­trag: Da mich eini­ge gefragt haben, wie­so denn Ste­fa­nie heu­te, also am Sonn­tag, arbei­ten muss, hier die Erklä­rung: An sich waren nur Mon­tag bis Mitt­woch letz­ter Woche als Frühlingsfest-Feiertage frei. Damit die Chi­ne­sen aber mehr Zeit haben zum ver­rei­sen bzw. für Hei­mat­be­su­che, arbei­ten sie am Wochen­en­de und haben dafür die gesam­te Woche frei. Die glei­che Rege­lung gilt auch für den Mai­fei­er­tag. So wur­de es auch bei DHL gehand­habt, Ste­fa­nie muss aber nur heu­te ran, hat sozu­sa­gen ein Tag „gespart”.

Frühlingsfest wie die Chinesen

Wenn Deut­sche gemein­sam mit Deut­schen in Peking das chi­ne­si­sche Früh­lings­fest fei­ern, dann kommt dabei natür­lich nicht all zu viel chi­ne­si­sche Tra­di­ti­on durch — wie auch. Umso glück­li­cher sind wir, die letz­ten bei­den Tage mit Wieb­ke, Hu und ihren bei­den Kin­dern ver­bracht zu haben, um die­ses nach­ho­len zu können.

Am Don­ners­tag haben wir die vier am Duft­berg besucht und uns nach einem deut­schen Mit­tag­essen eine Fes­tung aus der Qing­dy­nas­tie ange­schaut. Das Wet­ter war pri­ma, so dass man von „dort drau­ßen” (ist ja eigent­lich immer noch Peking) die Hoch­häu­ser in der „Stadt” sehen konn­te. Viel fri­sche Luft, über die wir uns sehr gefreut haben.
[mygal=2007–02-22_besuch_wiebke]

Heu­te nun waren wir auf unse­rer zwei­ten „Tem­pel­par­ty” (miao hui). Beim ers­ten Mal waren wir allein im Erd­al­tar­park, heu­te nun gemein­sam im Dong­yue­miao, einem tao­is­ti­schen Tem­pel. Der war zum einen nicht zu über­lau­fen und zum ande­ren hat man auch noch etwas vom eigent­li­chen Tem­pel gesehen.

Die­se „Tem­pel­par­ty” kann man sich vor­stel­len wie einen klei­nen Jahr­markt: Es gibt vie­le klei­ne Din­ge zu kau­fen, dazu ein paar Spie­le, etwas zu Essen und ein wenig Kul­tur. Dazu gab es wie­der reich­lich Son­ne (Ste­fa­nie mein­te, ich habe sogar etwas Far­be bekom­men) — ins­ge­samt also genug für ein paar ange­neh­me Stunden.
[mygal=2007–02-23_tempelparty_dongyuemiao]
Damit ist das Früh­lings­fest 2007 auch schon fast wie­der vor­bei. Jetzt gilt es nur, nicht ganz so spät ins Bett zu gehen, damit wir wie­der in unse­ren nor­ma­len Tages­rhyth­mus kom­men — schließ­lich muss Ste­fa­nie am Sonn­tag wie­der arbei­ten, das heißt (für uns bei­de) zei­tig aufstehen.

Keine normalen Spiele

Wäh­rend in Chi­na am Wochen­en­de die Neu­jah­res­fei­er­lich­kei­ten alle sport­li­chen Akti­vi­tä­ten ver­drängt haben, wur­de an ande­ren Ort der Welt Bas­ket­ball gespielt.

Vier­tel­fi­na­le Sach­sen­po­kal Damen: BC Zwi­ckau vs. HSG Mitt­wei­da — 32 : 100
Lan­des­li­ga Damen Sach­sen: BC Zwi­ckau vs. HSG Mitt­wei­da II — 53 : 54

Mit die­sen Ergeb­nis­sen konn­ten die Damen ins Final4 des Sach­sen­po­kals ein­zie­hen und die 2. Damen­mann­schaft ihren lang ersehn­ten ers­ten Sieg feiern.

Aber der „Mit­tel­punkt der Bas­ket­ball­welt” lag an die­sem Wochen­en­de ein­deu­tig in Las Vegas, wo das all­jähr­li­che Allstar-Game der NBA über die Büh­ne ging. Ich war die­ses Mal sozu­sa­gen „live” dabei, denn auch die­ses Spek­ta­kel gab es im chi­ne­si­schen Fern­se­hen bei CCTV5. Aus chi­ne­si­scher Sicht eben­so wich­tig waren aller­dings ein paar Fei­er­lich­kei­ten am Ran­de der Ver­an­stal­tung, denn bereits seit 20 Jah­ren über­trägt CCTV die NBA in China.

Da bleibt einem als deut­scher Bas­ket­ball­in­ter­es­sier­ter nur die Hoff­nung, , dass es in den kom­men­den 20 Jah­ren auch das deut­sche Fern­se­hen wie­der schafft ein­hei­mi­schen oder nord­ame­ri­ka­ni­schen Bas­ket­ball anzubieten.

Die letzten Tage

… war es sehr still in unse­rer Woh­nung, denn wir waren oft beschäf­tigt. Vor allem damit, den Tag irgend­wie rum zu bekom­men — was mit lan­gen Aben­den, aus­schla­fen und viel Essen (Korea­nisch, Japa­nisch, Chi­ne­sisch und heu­te Abend Hot Pot) auch bes­tens geklappt hat.

Den Beginn des neu­en Jah­res (nach dem chi­ne­si­schen Bau­ern­ka­len­der) haben wir in San­li­tun gefei­ert. An Rake­ten und Knal­lern hat es da nicht gefehlt, und fehlt es wei­ter­hin nicht. Denn wäh­rend man bekannt­lich in Deutsch­land nur ein paar Stun­den zum Knal­len hat, wird hier wei­ter­hin kräf­tig ver­kauft und viel Geld in die Luft gejagt.

Heu­te waren wir im Ditan­park, gemein­sam mit ein paar (zehn-)tausend Chi­ne­sen. Dort herrscht im Moment eine Art Volks­fest: Ein­ge­kauft wer­den aller­hand nütz­li­che und weni­ger nütz­li­che Klei­nig­kei­ten, aber auch gro­ße Kuschel­tie­re, dazu gibt es ver­schie­dens­tes Essen und auch ein wenig Kul­tur. Nur vom eigent­li­chen Ditan (Erd­al­tar) hat man bei so vie­len Men­schen und Buden nichts gesehen.

Ab mor­gen zieht wie­der ein wenig Ord­nung bei uns ein: Schon heu­te Abend haben wir uns aus dem Nacht­pro­gramm ver­ab­schie­det damit mor­gen für die vie­len klei­nen Din­ge Zeit ist, die in den letz­ten Tagen lie­gen geblie­ben sind. 

Das ist Silvester

Auch wenn heu­te in Deutsch­land ver­mut­lich ein Tag wie jeder ande­re ist, fühlt man in Peking förm­lich, dass mor­gen das chi­ne­si­sche Neu­jahr ist. Wäh­rend der 31.12.2006 hier voll­kom­men ruhig und nor­mal ver­ging, knallt es schon seit eini­gen Tagen zunehmend.

[inspic=844,left„200] Bereits am Don­ners­tag haben zwei Chi­ne­sen auf dem Hoch­schul­ge­län­de ihre „Aus­stat­tung” getes­tet. Ich habe lei­der ohne Sta­tiv von unse­rem Bal­kon aus gefilmt (zum Video auf das Bild links kli­cken), daher ist es vor allem beim ers­ten Knall etwas ver­wa­ckelt. Am Ende hört man außer­dem die Alarm­an­la­ge des Autos dane­ben, die hier alle sehr sen­si­bel ein­ge­stellt sind und daher öfters mal los­ge­hen. Aber das mal ein Besit­zer bei sei­nem Auto auf­taucht, wenn des­sen Alarm­an­la­ge los­geht, habe ich noch nicht beobachtet.

Wie das aktu­ell mit den Vor­schrif­ten ist, also wo geknallt wer­den darf und wo nicht, wis­sen wir nicht. An sich sind Feu­er­wer­ke und so wei­ter ja nur außer­halb des fünf­ten Rin­ges erlaubt, aber da sagt die Laut­stär­ke um uns her­um gera­de etwas anderes.

Denn im Moment kracht es eigent­lich in jeder Rich­tung und zumin­dest ab und zu sieht man auch Rake­ten (die meis­ten sehen wir lei­der auf­grund der Hoch­häu­ser in allen Rich­tun­gen nicht), dage­gen ist der Cam­pus wie aus­ge­stor­ben. Wo eigent­lich immer zumin­dest ein paar Chi­ne­sen unter­wegs sind, war heu­te wirk­lich nie­mand — sozu­sa­gen ein „Geis­ter­cam­pus”.

Auch auf den Stra­ßen ist deut­lich weni­ger los und sogar das eine oder ande­re Restau­rant hat zu, daher muss­ten wir auch bereits unser Abend­essen vom Japa­ner zum Korea­ner ver­le­gen. Außer­dem sind die Ein­kaufs­mög­lich­kei­ten im Super­markt ein­ge­schränkt, aller­dings nur leicht. Unser nächs­ter Super­markt hat­te extra einen Zet­tel drau­ßen hän­gen, dass er heu­te Abend bereits 18.00 Uhr schließt und mor­gen früh erst 10.00 Uhr öff­net, an den fol­gen­den Tagen dann wie­der nor­ma­le Öff­nungs­zei­ten — ins­ge­samt also kein Pro­blem für uns.

Nicht feh­len darf auf alle Fäl­le der pas­sen­de Schmuck zum Früh­lings­fest, den es bereits seit ein paar Wochen über­all zu kau­fen gibt. Und auch unser Häu­ser­block ist bereit für das neue Jahr — alle Haus­ein­gän­ge sind beflaggt.

Soweit mit den bis­he­ri­gen Ein­drü­cken. Um wei­te­re zu sam­meln machen wir uns jetzt auf den Weg zum Essen und danach nach San­li­tun. Bericht, Bil­der und Vide­os fol­gen dann am Neujahrsmorgen.

In die­sem Sin­ne allen ein gesun­den neu­es (chi­ne­si­sches) Jahr.

Das Schwein kann kommen

Der Hund wird nur noch 8 Stun­den älter, danach ist das Schwein aktu­ell. Was ich damit sagen will? Das chi­ne­si­sche Neujahrs- bzw. Früh­lings­fest steht an, um Mit­ter­nacht geht das Jahr des Hun­des zu Ende und das Jahr des Schwei­nes beginnt.

Das Schwein kann kom­men”? — Genau, denn wir waren gera­de ein­kau­fen — für die Fei­er­ta­ge sozu­sa­gen. Haben die­ses Mal noch ein paar mehr (unbe­kann­te) chi­ne­si­sche Din­ge gekauft: Das eine könn­ten getrock­ne­te Lit­chi sein, das ande­re ein­ge­leg­te Wach­te­lei­er. Außer­dem sehr lecker ein­ge­leg­ten Knob­lauch (ken­nen wir aller­dings schon aus ver­schie­de­nen Restau­rants), Fleisch (Tier unbe­kannt, even­tu­ell Tau­be) und jeweils eine Fla­sche Wod­ka und Whis­ky, damit unse­re Gäs­te auch nicht ver­durs­ten müssen.

Apro­pos Gäs­te: Wir bekom­men Besuch. Denn da man das chi­ne­si­sche Früh­lings­fest genau­so wenig wie „unser” Weih­nach­ten und Neu­jahr allei­ne fei­ert, kommt Caro zu Besuch. Caro hat es zum Prak­ti­kum allei­ne nach Tian­jin ver­schla­gen, dafür gibt es dort auch für Prak­ti­kan­ten Visi­ten­kar­ten. Mit ihr gemein­sam haben wir uns vor zwei Wochen „ihre” Stadt ange­se­hen und jetzt kommt sie in „unser” Peking, um mit uns und den ande­ren Zwi­ckau­ern ein paar schö­ne Tage zu ver­brin­gen und sich nach fast einem hal­ben Jahr Chi­na, davon fünf Mona­te Peking, doch mal den Tia­nan­men anzuschauen.
[mygal=2007–02-17_besuch_caro]
Der Besuch war für mich außer­dem die Chan­ce, mal das Gäs­te­zim­mer fer­tig „aus zu gestal­ten”. Unse­re Vor­mie­ter waren schein­bar auch Bas­ket­ball­fans, denn unter den vie­len ande­ren Hin­ter­las­sen­schaf­ten fand sich auch ein Michael-Jordan-Poster. Obwohl das natür­lich nicht mehr ganz intakt ist, „schmückt es unge­mein” — fin­de ich zumindest.

Der 14.02. — auch in China ein besonderer Tag

Die Glo­ba­li­sie­rung ist nicht auf­zu­hal­ten, der „Tag der Blu­men­in­dus­trie” wird auch in Chi­na gefei­ert, was auch das fol­gen­de Zitat aus „mei­ner Ersatz­wi­ki­pe­dia” bestätigt.

Mitt­ler­wei­le erfreut sich die­ser Tag auch in der Volks­re­pu­blik Chi­na bei jun­gen, am west­li­chen Lebens­stil aus­ge­rich­te­ten Chi­ne­sen zuneh­men­der Beliebtheit.

Und so sieht man heu­te so man­chen Chi­ne­sen mit Blu­men in der Hand durch Peking lau­fen. Da woll­te ich natür­lich in nichts nach­ste­hen und damit es die Blu­men schon heu­te früh geben konn­te, habe ich mich bereits ges­tern auf den Weg gemacht — der Weg war aller­dings ziem­lich kurz, nur ein­mal über die Straße.

Blu­men­ar­ten kann ich natür­lich nicht auf Chi­ne­sisch, nicht ein­mal „Rose”, aber das geht genau wie beim Essen und bei allen ande­ren Sachen ein­fach auf das zei­gen, was man haben will. Etwas schwie­ri­ger wur­de es aber, als der net­te Blu­men­ver­käu­fer den Preis berech­net hat­te. Han­delt man auch bei Blu­men? Bei Geschenken?

Wenn ich mir ein T‑Shirt kau­fe, dann weiß ich, was ich bereit bin dafür zu bezah­len. Wenn man aller­dings auf alle Fäl­le ein paar Blu­men haben möch­te, wo setzt man dann den Preis an? Und: Wie sind denn die Blu­men­prei­se in Chi­na über­haupt? Vie­le Fra­gen also, deren feh­len­de Ant­wor­ten man am Ende ver­mut­lich ein­fach mit­be­zah­len muss.

Ohne groß zu über­le­gen, habe ich dann den Betrag auf eine run­de Sum­me abge­run­det, auf ca. 90 Pro­zent, und der Ver­käu­fer war sofort ein­ver­stan­den — deut­li­ches Zei­chen von zu viel bezahlt, aber in die­sem spe­zi­el­len Fall nur nebensächlich.
[mygal=2007–02-14_valentinstagsgeschenke]
Zu mei­ner Über­ra­schung bin auch ich heu­te nicht leer aus­ge­gan­gen, son­dern wur­de mit einer Kaf­fee­ma­schi­ne ver­wöhnt. Damit kann ich jetzt das Kilo Kaf­fee, das aus Deutsch­land ein­ge­trof­fen ist, vertun.

Anmer­kung von Ste­fa­nie: Die Blu­men duf­ten wie ver­rückt und sehen bes­tens aus (selbst in der Ersatz­va­se, „Eimer” genannt). Für alle Blu­men­ken­ner: Ich wur­de mit einem sehr gro­ßen Strauß aus wei­ßen Lili­en und zart abge­stimm­ten weiß-rosa Nel­ken überrascht. 😉

Eine Mücke, und noch eine, und …

Meist fin­det sich ja auf unse­rer Home­page nur viel Erfreu­li­ches über unser „neu­es Leben” hier in Peking, dass wir ab Okto­ber in Deutsch­land sicher­lich ver­mis­sen wer­den. Aber die letz­te Nacht hät­ten wir in Deutsch­land sicher­lich ruhi­ger ver­bracht, denn schein­bar hat hier bereits die neue Mücken­sai­son begonnen.

Eben­so wie ihre deut­schen Art­ge­nos­sen fin­den auch die chi­ne­si­schen Mücken Ste­fa­nies Blut beson­ders lecker, was mir aller­dings nicht viel genützt hat, da der Licht­schal­ter auf mei­ner Sei­te des Bet­tes ist und ich dadurch jeweils als Hel­fer bei der Mücken­be­sei­ti­gung „enga­giert” wurde.

Lei­der kamen die Tier­chen auch nicht alle auf ein­mal, son­dern immer schön eine nach der ande­ren, so dass der Schlaf die­se Nacht etwas zurück­ste­hen müss­te. Bleibt nur zu hof­fen, dass sich die nächt­li­chen Besu­cher mit ein paar Vor­sichts­maß­nah­men abweh­ren las­sen, ansons­ten muss die che­mi­sche Keu­le aus dem Super­markt ihre Leis­tungs­fä­hig­keit beweisen.