Archiv für den Monat: Mai 2007

Manchmal rennt die Zeit

…so auch in den letz­ten bei­den Wochen.
Lei­der haben wir es nicht geschafft, einen Zwi­schen­be­richt über unse­re Erleb­nis­se zu geben, so wird es jetzt höchs­te Eisen­bahn für ein paar Bil­der und Zei­len zu den letz­ten erleb­nis­rei­chen Tagen…

[mygal=2007–05-13_ElternS]

Nach­dem wir schon ein paar Mam­muts­ta­ge in Xi’an ver­bracht hat­ten, wur­de es in Peking nur ein wenig ruhi­ger. Es ist ziem­lich schwie­rig ein ruhi­ges Zusam­men­sein und die vie­len Aus­flü­gen unter eine Decke zu bekommen.
Wir began­nen mit einem Aus­flug zum Him­mel­s­tem­pel, der jedoch auf­grund der Mai­fei­er­wo­che ziem­lich über­rannt war. Doch das soll­te uns nicht stö­ren und der span­nen­de Auf­bau der Anla­ge zog uns aufs Neue in den Bann. Vom Him­mel­s­tem­pel aus spa­zier­ten wir wei­ter durch Pekings Stra­ßen, war­fen einen Blick in die Hut­ong­vier­tel und stan­den schließ­lich auf dem Platz des Himm­li­schen Frie­dens. Mit unse­ren letz­ten Kräf­ten stie­gen wir den Koh­le­hü­gel hin­auf, um die gute Sicht zu genie­ßen. Am Abend stand ein­mal mehr Chi­ne­sich auf dem Spei­se­plan, doch mei­ne Eltern hiel­ten sich wacker. Mit Gong­bao Jiding (Hähn­chen­stü­cke mit Erd­nüs­sen, Chi­li, Früh­lings­zwie­beln, Gewür­zen), Xihong­shi Jid­antang (Sup­pe mit Toma­te und Ei), Reis, Nudeln mit Gemü­se und Boh­nen­so­ße, Rind­fleisch mit Aspa­ra­gus­stän­geln, süßem aus­ge­ba­cke­nen Teig mit einer Art Milch­mäd­chen­so­ße und einer Schne­cke aus fri­tier­tem Teig konn­te man sich gut anfreunden.
Nach die­sem Mara­thon durch Pekings Stadt­zen­trum leg­ten wir einen ruhi­ge­ren Tag ein. Vati ging mit mir wegen einem ent­zün­de­ten Insek­ten­stich zum Arzt, Mut­ti schrieb tap­fer über 20 Ansichts­kar­ten. Um die Mit­tags­zeit stell­ten wir unser All­tags­le­ben ein wenig mehr vor: So ging es zum „Bao­zi­mann” (Bao­zi sind mit Hack­fleisch gefüll­te Hefe­teig­ta­schen) und in den grö­ße­ren chi­ne­si­schen Super­markt in der Nähe. Am Abend genos­sen wir Live-Musik aus Xin­jiang (Pro­vinz im Nord­wes­ten Chi­nas) in einem guten Restaurant.
Am drit­ten Peking­tag flo­gen wir aus, um das Lamak­los­ter und den Bei­hai Park mit der Wei­ßen Pago­de zu besu­chen. Abends wur­den unse­re bei­den „Neu­an­kömm­lin­ge” für das muti­ge Pro­bie­ren chi­ne­si­schen Essens mit selbst­ge­koch­ten Spa­ghet­ti und Toma­ten­so­ße belohnt. 😉
Mei­ne Eltern waren nicht nur mit ihrer Beklei­dung bepackt, als wir sie am Flug­ha­fen abhol­ten. Nein, ganz im Gegen­teil, denn ein Groß­teil des Gepäcks mach­ten Geschen­ke und Mit­bring­sel aus. Unser Wunsch­zet­tel sowie der von Freun­den wur­de bes­tens abge­ar­bei­tet und vie­le Geschen­ke erfreu­ten uns- fast wie Weih­nach­ten. 🙂 Auch unse­re Bekann­te, Wieb­ke, die mit ihrer Fami­lie am Duft­berg wohnt, wur­de von ihren Eltern aus Mitt­wei­da gut ver­sorgt. Voll­ge­packt mit tol­len Sachen fuh­ren wir am Sonn­tag zum Duft­berg und wan­der­ten durch die Ber­ge Rich­tung Bad­a­chu. Man konn­te von dort drau­ßen bis in die Stadt rein­schau­en, das war klas­se. Mei­ne Eltern konn­ten kaum glau­ben, dass wir noch in Peking sind, denn wir waren umge­ben von saf­tig grü­nen Wäl­dern und ganz ganz weni­gen Men­schen. Auf die­ser mehr­stün­di­gen Wan­de­rung und am Abend wur­den wir bes­tens von Wieb­ke ver­sorgt und so durf­ten wir wie­der mal die chi­ne­si­sche Haus­manns­kost probieren.
Nach die­sem Marsch ruh­ten wir uns am Mon­tag wie­der ein wenig aus: Anpro­be beim Schnei­der, Ein­kauf im Yashow-Markt, Bil­der vom Olym­pia­ge­län­de für Vati und traum­haf­te Mas­sa­ge für Mut­ti und mich. 😉 Anschlie­ßend zogen wir gemein­sam auf der gro­ßen Ein­kaufs­stra­ße Wang­fu­ji­ng ent­lang und pro­bier­ten eini­ge Spei­sen vom 300m lan­gen Nacht­markt. In schnel­len Schrit­ten ging es von dort aus über den Platz des Himm­li­schen Frie­dens bis zum Laos­he Tee­haus, wo die Ver­an­stal­tung begann, als wir an unse­rem Tisch ange­kom­men waren. Es wur­de die Tee­ze­re­mo­nie, Aus­schnit­te aus der Peking­oper und der Sichua­n­oper, Akro­ba­tik, Zau­be­rei­en und Kong­fu gezeigt. Auch die chi­ne­si­schen Lecke­rei­en und der lecke­re Tee haben nicht gefehlt wie zum Bei­spiel getrock­ne­te Haw­f­rüch­te, süße Reis­sup­pe, ver­schie­de­ne Häpp­chen aus Reis, Teig, Früchten.
Am nächs­ten Tag war­te­te ein wei­te­res Aben­teu­er auf uns. Im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes, denn wir ras­ten mit einem pri­va­ten Fah­rer über die Land­stra­ße bis nach Jinshan­ling. Nach drei Stu­den Fahrt, ein paar wag­hal­si­gen Manö­vern und einer Poli­zei­kon­trol­le stie­gen wir erleich­tert aus dem Klein­bus. Dann ging es mit der Seil­bahn auf die Höhe der Mau­er und die Emp­feh­lun­gen zu die­sem Mau­er­stück zu gehen, waren durch­aus begrün­det. Es war beein­dru­ckend: Es waren weni­ge Leu­te unter­wegs, man ging teil­wei­se auf alten Mau­er­stü­cken ent­lang und konn­te in der Fer­ne den Ver­lauf der Mau­er erbli­cken. Nach elf Kilo­me­tern berg­auf, berg­ab kamen wir in Sima­tai an, von wo aus wir mit dem Fah­rer zurück in die Stadt fuh­ren. Sicht­lich geschafft, gin­gen wir gemüt­lich in einem japa­ni­schen Restau­rant essen und ent­deck­ten wie­der eini­ge neue Geschmäcker.
Am Mitt­woch hol­ten wir die Bril­le mei­ner Mut­ti beim Opti­ker ab. Man glaubt es kaum, aber auch ohne „Brillen„sachverstand und die pas­sen­den Voka­beln haben wir uns dort durch­ge­mo­gelt und es war alles in Ord­nung. Man kann also mit sehr wenig Chi­ne­sisch­kennt­nis­sen ganz gut überleben. 😉
Nach­dem Mar­tin die ers­te Unter­richts­ein­heit been­det hat­te, fuh­ren wir zum Kai­ser­pa­last (Gugo­ng). Obwohl man der­zeit noch von den Bau­stel­len an den drei gro­ßen Hal­len emp­fan­gen wird, war es doch ein ein­ma­li­ges Erleb­nis. Die fer­tig restau­rier­ten Hal­len erstrah­len in neu­em Glanz: Die gel­ben Dächer, die blau­grü­nen Male­rei­en und die roten Säu­len leuch­ten in fri­schen Far­ben. Wenn man nicht auf­passt, ver­läuft man sich auch mal ganz schnell in der „Stadt in der Stadt”, das kann schon mal pas­sie­ren bei 9999 Zim­mern. Das Abend­essen gab es an die­sem Tag im Nudel­re­stau­rant am Ost­tor der Uni, wo wir mal was fürs Auge bestellt hat­ten: Ein Huhn zer­legt in klei­ne Stü­cke, mit allem Drum und Dran, so auch Füße und Kopf.
Da Mut­tis Jacke noch nicht fer­tig war, als wir beim Schnei­der waren, wur­de uns ver­spro­chen, dass es 22.30 Uhr gelie­fert wird. Mut­ti hat­te die Jacke in Gedan­ken wahr­schein­lich schon abge­schrie­ben, aber unser Ver­trau­en wur­de aufs Neue nicht ent­täuscht, denn sie wur­de pünkt­lich geliefert.
Ein wich­ti­ger Punkt fehl­te noch auf der Besich­ti­gungs­lis­te (alles schafft man lei­der so wie so nicht, auch nicht in einem Jahr): der Som­mer­pa­last. Lei­der war das Wet­ter ziem­lich trüb, jedoch wur­den wir unter ande­rem mit tra­di­tio­nel­ler Musik und einer ange­nehm küh­len Boots­fahrt belohnt.

Soviel und noch viel mehr haben wir gemein­sam erlebt. Es waren zwei rich­tig schö­ne Wochen, die lei­der wie im Flug vergingen.

Nun hat jeder einen Ein­blick, was man hier so unter­neh­men kann, bei Inter­es­se ein­fach in den Flie­ger stei­gen — zu sehen gibt es genug. 😉

Viel zu sehen

Die Terrakotta-Armee, die Stadt­mau­er von Xi’an, nicht nur ein Tem­pel, dazu noch ein ziem­lich gro­ßer Platz und der abschlie­ßen­de Blick vom Koh­le­hü­gel … viel zu viel, um alles in Wor­te zu fas­sen. Daher hier ein­fach ein paar bild­li­che Ein­drü­cke von drei Tagen Xi’an und einem Tag Peking.

[mygal=2007–05-05_xian_tiantan_tiananmen]