Archiv für den Monat: Juli 2007

到了 — Angekommen!

Fast pünkt­lich, aber nach einer Nacht im Flug­zeug mit etwas wenig Schlaf, ist bereits am ver­gan­ge­nen Sonn­tag unser Besuch aus der Hei­mat wohl behal­ten hier ange­kom­men. Das wir bis­her ein aus­ge­füll­tes Pro­gramm hat­ten, ver­rät ja bereits die Tat­sa­che, dass erst jetzt die ers­ten Wor­te zu lesen sind und Bil­der nach einer Aus­wahl fol­gen werden.

Denn inner­halb der nun fast voll­ende­ten ers­ten Woche wur­de neben der nähe­ren Umge­bung mit Hoch­schu­le und Super­markt auch der Kai­ser­pa­last, der Lama­tem­pel, der Platz des Himm­li­schen Frie­dens, der Tem­pel der Azur­blau­en Wol­ke im Duft­berg­park, der Bota­ni­sche Gar­ten mit der Kir­schen­schlucht, der Hin­te­re See, der Zoo und der Som­mer­pa­last erkundet.

Den kul­tu­rel­len Sehens­wür­dig­kei­ten stan­den auch ver­schie­de­ne kuli­na­ri­sche gegen­über: chi­ne­si­sche Spe­zia­li­tä­ten, dar­un­ter Peking­en­te und Hot Pot, Kat­zen­fisch und Hähn­chen in Kokos­milch beim Thai­län­der, ein üppi­ges Buf­fet im vege­ta­ri­schen Restau­rant, sowie vie­le klei­ne Sachen wie Jiao­zi (Teig­ta­schen aus Nudel­teig), Bao­zi (Teig­ta­schen aus Hefe­teig) und Qian­bing (herz­haf­ter Crêpe).

Das schwül hei­ße Wet­ter mach­te uns allen ein wenig zu schaf­fen, so war der Besuch am Spring­brun­nen im Bota­ni­schen Gar­ten eine will­kom­me­ne Abküh­lung. Nächs­te Woche pla­nen wir ein paar erho­len­de Tage am Strand von Qing­dao, wo das deut­sche Bier (Tsingtao) und der Pazi­fik sicher für wei­te­re Abküh­lung sorgen.

Schon zu lang in China?

Beim Auf­räu­men und Sau­ber­ma­chen ist mir heu­te noch ein­mal die „that’s BEIJING vom Febru­ar die­sen Jah­res in die Hän­de gefal­len — Titel­the­ma war damals das Chi­ne­si­sche Neu­jahr („And a Pig­gy New Year to You Too”).

Inter­es­san­ter ist aber die — zumin­dest bei Aus­län­dern in Peking gut bekann­te — letz­te Sei­te. Dort gibt es unter der Über­schrift „Ich bin ein Bei­jin­ger” eine Lis­te die ver­rät „You know you haven’t been in Bei­jing long enough when …”.

Einer der schöns­ten Punk­te ist sich­lich „You can’t lea­ve your house without your Lonely Pla­net, anno­ta­ted map, emer­gen­cy pho­ne num­ber list, pass­port, resi­dence per­mit, for­eign expert cer­ti­fi­ca­te, and enough emer­gen­cy cash for a ticket home in case there’s a peasant upri­sing while you ‘re at KFC.”

Zum Nach­le­sen hier mal die ent­spre­chen­den Links für die Lis­te „You know you haven’t been in Bei­jing long enough when …” und für den Vor­gän­ger „You know you have been to long in Chi­na when …”.

Stefanie sammelt schon wieder Meilen

Eigent­lich soll­te Ste­fa­nie ja mor­gen ihr Prak­ti­kum been­den, aber die­ser Ter­min ist nicht mehr zu hal­ten. Denn sie hat sich heu­te Mit­tag mal wie­der auf den Weg nach Buda­pest gemacht um ein Paket abzugeben.

Wie schon vor ziem­lich genau einem Monat wird sie kurz vor Mit­ter­nacht Orts­zeit in Buda­pest lan­den, ver­bringt dort die­ses Mal aber nur eine Nacht im Hotel und macht sich mor­gen bereits über Frank­furt wie­der auf den Weg nach Peking. Hier wird sie aber auf­grund der Zeit­ver­schie­bung erst am Sams­tag wie­der ankommen.

Damit fal­len die letz­ten Aufräum- und Säu­be­rungs­ar­bei­ten vor dem anste­hen­den Besuch natür­lich in mei­nen Auf­ga­ben­be­reich, sozu­sa­gen mei­ne Abschluss­prü­fung als Haus­mann. Ist aber alles nicht so wirk­lich schlimm, vor allem seit­dem ich den „Tour de Fran­ce” — Live­stream von Euro­sport ent­deckt habe. Ein wenig „fern­se­hen”, ein wenig put­zen, da wer­den die zwei Tage allei­ne hier ganz schnell vor­bei sein. 

Besucheransturm

Ob es dar­an liegt, dass es bald wie­der zurück nach Deutsch­land geht oder eher dar­an, dass über­all die Ferien- und Urlaubs­zeit star­tet — auf alle Fäl­le erlebt die „Zwi­ckau­er Gemein­de” in Peking gera­de einen klei­nen Besucheransturm.

Eric hat sei­ne Mut­ter zu Besuch und die Fami­lie Kuh­nert / Klein­dienst führt Saski­as Eltern und Schwes­ter in Peking her­um. Außer­dem hat Julie aus Shang­hai mit Mut­ter und Bru­der hier ein paar Tage Sta­ti­on gemacht. 

Da wol­len wir natür­lich nicht län­ger zurück ste­hen und freu­en uns schon auf Sonn­tag, wenn auch wir unse­re „Rei­se­füh­rer­fä­hig­kei­ten” wie­der unter Beweis stel­len kön­nen — für ins­ge­samt fünf Wochen.

Mehr als man erwarten konnte

Nach­dem bereits vor andert­halb Wochen der Unter­richt zu Ende ging und auch die Prü­fun­gen schon wie­der fast in Ver­ges­sen­heit gera­ten waren, gab es ges­tern für die aus­län­di­schen Stu­den­ten Zeugnisse.

Wäh­rend der Rah­men — natür­lich — typisch Chi­ne­sisch war, also mit zu lan­gen Reden am Anfang und Cha­os am Ende, sorg­ten doch zumin­dest die Ergeb­nis­se für ein wenig Span­nung. Denn bis dahin muss­te sich jeder auf sein Gefühl ver­las­sen, mit dem er aus der Prü­fung gegan­gen war, um sein Abschnei­den einzuschätzen.

Am Ende waren die meis­ten mit ihren Wer­ten zufrie­den, eini­ge sogar posi­tiv über­rascht und eini­ge weni­ge natür­lich auch ent­täuscht. Das trotz­dem der Anteil der posi­tiv Über­rasch­ten deut­lich über­wog liegt aber ver­mut­lich weni­ger an einer pes­si­mis­ti­schen Grund­ein­stel­lung vie­ler. Son­dern an der Tat­sa­che, dass neben der Abschluss­prü­fung (50%) und der Zwi­schen­prü­fung (20%) auch die Anwe­sen­heit im Unter­richt, die Haus­auf­ga­ben und die Voka­bel­tests (jeweils 10%) mit in die Bewer­tung eingehen.

Anders zumin­dest kann ich mir zumin­dest mei­ne Wer­te — bes­tes Fach Hör­ver­ste­hen mit 89%, schlech­tes­tes Fach Exten­si­ves Lesen mit 80% — nicht erklä­ren. Auf alle Fäl­le bin ich mehr als zufrie­den, obwohl sich für die­se Wer­te ver­mut­lich nie jemand inter­es­sie­ren wird, da sie auch wenig aus­sa­ge­kräf­tig sind. Inter­es­san­ter soll­te das schon das Ergeb­nis des HSK sein, dass es in den nächs­ten Tagen hof­fent­lich auch gibt.

[inspic=1159,right,fullscreen,200]Als dann alle Stu­den­ten mehr oder weni­ger glück­lich auf dem nach Hau­se weg waren, gab es drau­ßen noch das neben­ste­hen­de Bild zu sehen. 

In vie­len Län­dern hät­te man sich da wohl Sor­gen gemacht, aber hier sind wir ein­fach glück­lich, dass (zumin­dest) die Arbei­ter Schutz­mas­ken getra­gen haben.

Doch noch ein Semester Studium notwendig

[inspic=1157,left,fullscreen,200]Am Sams­tag stand für uns mal wie­der ein klei­ner Behör­den­gang auf dem Plan, denn Ste­fa­nie darf im Moment nur bis zum 25. August und ich sogar nur bis zum 31. Juli ver­wei­len. Also mach­ten wir uns auf zur Visa-Behörde, die sich glück­li­cher Wei­se nur ein paar Bus­sta­tio­nen süd­lich des Hoch­schul­ge­län­des befindet.

Dort erfuh­ren wir aller­dings, dass Ste­fa­nies Auf­ent­halts­ge­neh­mi­gung und mein Stu­den­ten­vi­sum inner­halb Chi­nas nicht in Tou­ris­ten­vi­sa umge­wan­delt wer­den kön­nen, was wir aller­dings schon gehört hat­ten. Aber einen Ver­such war es uns trotz­dem wert.

Nor­ma­ler­wei­se ist daher der ein­zi­ge Aus­weg eine klei­ne Rei­se ins Aus­land zu machen, zu der in die­sem Fall auch die Son­der­ver­wal­tungs­zo­ne Hong­kong zählt. Obwohl uns natür­lich ein klei­ner Abste­cher nach Seo­ul oder auch nach Japan gereizt hät­te, fehlt uns gera­de die Zeit dafür, denn am Sonn­tag kommt ja schon der nächs­te Besuch angeflogen.

Daher wer­den wir uns mor­gen für ein wei­te­res Semes­ter an der Uni zum Chi­ne­sisch ler­nen ein­schrei­ben, denn damit haben wir Anspruch auf eine Ver­län­ge­rung der Auf­ent­halts­ge­neh­mi­gung bzw. auf ein neu­es Stu­den­ten­vi­sum. Und das soll­te dann sogar bis Ende Janu­ar gel­ten, solan­ge geht nor­ma­ler­wei­se das Win­ter­se­mes­ter. Damit haben wir also auch die Chan­ce noch mal wirk­lich spon­tan nach Chi­na zu flie­gen, auch wenn uns dafür ver­mut­lich die Zeit und das Geld feh­len wird.

Apro­pros Geld: Die Anmel­dung an der Uni ist natür­lich auch nicht umsonst, son­dern kos­tet 216 Euro pro Per­son. Aber auch ein Flug nach Hong­kong plus kur­zer Auf­ent­halt wäre nicht bil­li­ger gewe­sen. Trotz­dem natür­lich nicht die idea­le Lösung, aber schein­bar die ein­zi­ge, die funk­tio­niert und uns noch ein paar erleb­nis­rei­che Wochen in Chi­na ermöglicht.

Wieder ein Semester geschafft

Das war es jetzt vor­erst mit mei­nem Stu­di­um der chi­ne­si­schen Spra­che, denn ges­tern ging mit der letz­ten Prü­fung das Semes­ter zu Ende und nur die Zeug­nis­aus­ga­be, mit hof­fent­lich nicht zu schlech­ten Über­ra­schun­gen was die Ergeb­nis­se angeht, steht noch an.

Was am Ende bleibt ist mei­ne Ein­schät­zung, dass mich das zwei­te Semes­ter noch ein­mal ein gro­ßes Stück vor­an­ge­bracht hat. Vie­le Din­ge, die nach einem Jahr solch inten­si­ver Beschäf­ti­gung mit einer ande­ren Spra­che viel­leicht schon mach­bar sind, wie Zei­tung lesen und Nach­rich­ten im Fern­se­hen anschau­en, sind zwar wei­ter­hin unmög­lich. Aber das liegt nicht nur an mir, son­dern auch an der Spra­che, die ich mir — na ja, eigent­lich war es ja Ste­fa­nie 🙂 — aus­ge­sucht habe.

Auf der ande­ren Sei­te kann man mit ein wenig Nach­schla­gen im Wör­ter­buch schon wirk­lich sinn­vol­le und lehr­rei­che Tex­te lesen, in denen man auch gleich­zei­tig immer wie­der etwas Neu­es über die chi­ne­si­sche Kul­tur erfährt.

Dass ich mit ein wenig mehr Ler­nen, Haus­auf­ga­ben machen, Unterrichtsvor- und ‑nach­be­rei­tung bereits eini­ge Schrift­zei­chen mehr ken­nen wür­de, ist auch kein Geheim­nis. Wich­ti­ger aber wird wohl sein, nach der Rück­kehr nach Deutsch­land nicht zu viel wie­der zu ver­ges­sen. Aber dafür haben wir uns ja bereits mit eini­gen Kilos Büchern eingedeckt.

Und auch ein wenig Sprach­trai­ning soll­te wei­ter­hin mög­lich sein, denn an der Hoch­schu­le Mitt­wei­da wer­den im Win­ter­se­mes­ter eini­ge neue Chi­ne­sen ihr Stu­di­um begin­nen. Sozu­sa­gen ein paar ver­trau­te Gesich­ter, in der dann an sich wie­der neu­en Umgebung.

Doch bis dahin ist es ja noch ein wenig Zeit: Wir erwar­ten noch Besuch und wol­len noch auf gro­ße Rei­se gehen. Viel Zeit und Gele­gen­heit also, für wei­te­re neue Erfah­run­gen, und natür­lich, um die erlern­ten Sprach­kennt­nis­se zu nut­zen. Denn wich­ti­ger als die Note auf dem Zeug­nis ist halt doch, ob man etwas zu Essen bestel­len kann. Und da sieht es ganz gut aus.

Unterwegs am Hinteren See

Das Meer ist in Peking zwar weit, aber zumin­dest auf ein paar Seen muss man nicht ver­zich­ten, die gibt es mit­ten in der Stadt. An einem davon, waren wir mal wie­der unter­wegs — am Houhai.

Ziel unse­res Aus­flu­ges war es eigent­lich Andenken für die „Daheim­ge­blie­be­nen” zu kau­fen. Am Ende sind es dann lei­der größ­ten­teils nur Sachen für uns gewor­den, aber der gute Wil­le zählt ja, oder?

Neben­bei zu sehen gab es die ers­ten See­ro­sen, ein Dra­chen­boot­trai­ning, die Her­stel­lung von Sei­de und eini­ge wei­te­re schö­ne Ansich­ten, ins­ge­samt also eine loh­nen­de Tour.

[mygal=2007–07-08_houhai]

Alte Mauer und neue Bilder

An sich ist ja im Moment bereits Prü­fungs­zeit, aber davon haben wir uns bzw. ich mir nichts anmer­ken las­sen und es ging am Sams­tag trotz­dem für ein paar Stun­den zum „Sight­see­ing”.

Unser Ziel waren die Res­te der Pekin­ger Stadt­mau­er. Anders als in Xian, wo man wie­der die gesam­te Stadt­mau­er ent­lang lau­fen kann (dafür soll­te man aber viel Zeit ein­pla­nen), sind in Peking nur noch rund 1,5 km erhal­ten und davon an sich nur eine Ecke begehbar.

Gelohnt hat es sich trotz­dem, auch wegen der Red Gate Gal­le­ry, die in dem eben­falls erhal­te­nen Wach­turm unter­ge­bracht ist.

[mygal=2007–07-07_stadtmauer_peking]

Ein Wochenende mit (zu) viel (deutsch)em Essen

Das Wochen­en­de hat­te noch gar nicht rich­tig begon­nen, da durf­ten wir bereits an einem lan­gen Tisch in einem korea­ni­schen Restau­rant Platz neh­men und uns satt Essen, denn Chang hat­te am fol­gen­den Sams­tag Geburts­tag und daher ein­ge­la­den. Nur gut, dass die Geburts­tags­tor­ten größ­ten­teils Ver­wen­dung als Gesichts­mas­ken fan­den, denn sonst wäre die Kalo­rien­bi­lanz des Wochen­en­des noch ein wenig ungüns­ti­ger ausgefallen.

[mygal=2007–06-30_geburtstagsfeier_chang]
Video 1, Video 2, Video 3

Nach einer für uns nor­ma­len, für ande­re jedoch ziem­lich kur­zen Nacht stand am Sams­tag deut­sches Essen, zu 100% impor­tiert, auf dem Spei­se­plan. Denn Ste­fa­nie hat­te eini­ge Kilo Gepäck mit Kloß­teig, Kass­ler und Sauer­kraut gefüllt und wir konn­ten daher die „Zwi­ckau­er Gemein­de” der UIBE bei uns begrüßen.

Die Gegen­ein­la­dung folg­te bereits am Sonn­tag Abend bei Saskia, die für ihre Klas­se, ihre Leh­re­rin und eben uns eben­falls auf deut­sche Kost setz­te. Das hat­te den Vor­teil, dass wir gleich noch unse­re Res­te bei­steu­ern konnten.

[mygal=2007–07-02_essen_saskia]

Damit reicht es jetzt aber erst ein­mal wie­der mit deut­schem Essen, von den Süßig­kei­ten im Kühl­schrank abge­se­hen. In den nicht ein­mal mehr drei Mona­ten wer­den wir die chi­ne­si­sche Küche noch aus­gie­big genie­ßen. Denn bis der ers­te Baozi-Jiaozi-Laden in Mitt­wei­da auf­macht, wird es wohl noch ein Weil­chen dauern.