Archiv für den Monat: Dezember 2012

Besuch im Tonstudio

Vom Weih­nachts­stress sind wir in die­sem Jahr weit ent­fernt, so weit, dass es mög­lich war am Hei­lig Abend rela­tiv spon­tan für ein paar Stun­den unter­wegs zu sein.

Unse­re Hoch­schu­le hat in die­sem Som­mer ihr 50-jähriges Bestehen gefei­ert. Aus die­sem Anlass wur­de auch ein 15-minütiges Video erstellt. Das Video wird es mehr­spra­chig geben, wobei die deut­sche Fas­sung einen säch­si­schen Akzent auf­weist, näm­lich mei­nen eigenen.

Für die Auf­nah­men wur­de ich ins Ton­stu­dio der Bei­hang (Uni­ver­si­tät für Luft- und Raum­fahrt Peking, 北京航空航天大学) gefah­ren, gemein­sam mit einer Korea­ne­rin, die das glei­che machen durfte.

Es ist aller­dings gar nicht so ein­fach ein paar Sei­ten Text vor­zu­le­sen, ohne sich zu ver­spre­chen, Endun­gen zu ver­schlu­cken oder ähn­li­ches. Ent­spre­chend waren dann eini­ge Absät­ze mehr­fach auf dem Band und ich muss­te den nicht deutsch spre­chen­den Chi­ne­sen noch erklä­ren, was her­aus­ge­schnit­ten wer­den muss.

Bei mir ging das eigent­lich ganz flott, aber bei der Korea­ne­rin hat es sich doch etwas hin­ge­zo­gen. Aber gegen 18.00 Uhr waren wir dann fer­tig und ich war „pünkt­lich” um 19.00 Uhr zum Weih­nachts­kaf­fee­trin­ken zu Hause.

Zumindest weihnachtliche Temperaturen

Wenn man sich aus der Fer­ne die Tem­pe­ra­tu­ren für Mitt­wei­da betrach­tet, zwi­schen 11 und 8 Grad, dann schei­nen die­se nicht viel mit Weih­nach­ten zu tun zu haben. Es soll­te doch eigent­lich schon kalt sein, damit man sich umso mehr freut, wenn man wie­der in die war­me Stu­be kommt. So wie es hier aktu­ell kein Pro­blem ist bei Tem­pe­ra­tu­ren von ‑6 bis ‑16 Grad.

Trotz­dem kommt hier nicht so wirk­lich Weih­nachts­stim­mung auf, denn ande­re Din­ge feh­len. Zwar haben eini­ge Läden weih­nacht­li­che Deko­ra­ti­on und auch das eine oder ande­re Weih­nachts­lied hört man, aber von der deut­schen Dau­er­be­rie­se­lung ist man hier weit ent­fernt. Aber, wie wir bereits geschrie­ben haben, fehlt es zumin­dest in unse­ren eige­nen vier Wän­den nicht an Weihnachtsfeeling.

Etwas ande­res, was auch irgend­wie zu Weih­nach­ten gehört, sind die Geschen­ke — aber auch die gibt es die­ses Jahr nicht im eigent­li­chen Sin­ne. Da sowie­so kei­ner von uns bei­den etwas ein­kau­fen könn­te, ohne das der ande­re es bemerkt, kom­men nur gemein­sa­me Geschen­ke in Fra­ge. Aller­dings brau­chen wir nichts und fra­gen uns im Gegen­teil schon, wie wir eines Tages unse­ren gan­zen Haus­halt wie­der auf­lö­sen sollen.

Des­we­gen betrach­ten wir ein­fach unse­re für Anfang nächs­ten Jah­res geplan­te Rei­se als gemein­sa­mes Geschenk. Eine Beson­der­heit des Rei­se­ziels, zumin­dest für uns an das Kli­ma Mit­tel­eu­ro­pas Gewöhn­ten, sind die Tem­pe­ra­tu­ren: aktu­ell zwi­schen ‑26 und ‑18 Grad. Wie man leicht erra­ten kann, geht es nach Nor­den, um genau zu sein nach Har­bin ( 哈尔滨). Wir möch­ten uns ger­ne das Eis­skulp­tu­ren­fes­ti­val anschau­en. Bei den dor­ti­gen Tem­pe­ra­tu­ren brau­chen wir zumin­dest kei­ne Angst haben, dass wir nur eine gro­ße Pfüt­ze zu sehen bekommen.

In die­sem Sin­ne wün­schen wir allen fro­he Weihnachten!

Mit den Prüfungen kommt auch Weihachten — oder anders herum

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und damit kom­men die Prü­fun­gen zum Ende des Semes­ters immer näher. Unse­ren letz­ten Unter­richts­tag haben wir am 26. Dezem­ber und die meis­ten Prü­fun­gen fin­den danach bis zum 07. Janu­ar statt.

Noch wäh­rend der Unter­richts­zeit sind aller­dings die münd­li­chen Prü­fun­gen geplant. Für die­se sol­len wir fünf The­men vor­be­rei­ten, von denen bei der Prü­fung eines gezo­gen wird, über wel­ches wir dann drei Minu­ten frei spre­chen müs­sen. Bei den The­men geht es vor allem um per­sön­li­che Din­ge, aber auch der Kli­ma­wan­del kommt vor. Hier alle The­men ziem­lich frei übersetzt:

1. Bei wel­che Fra­gen hat man eine ande­re Mei­nung als die eige­nen Eltern?
2. Ist es bes­ser gemein­sam mit den Eltern zu woh­nen oder nicht, und warum?
3. Was sind dei­ne Stär­ken, was ist dein Wunsch­be­ruf, und warum?
4. Was machst du am liebs­ten in dei­ner Freizeit?
5. Das Wet­ter wird immer ver­rück­ter. Erklä­re an einem Bei­spiel den Kli­ma­wan­del und sei­ne Umstände.

Etwas zu die­sen The­men auf Chi­ne­sisch zu sagen ist nicht unbe­dingt schwie­rig, aber drei Minu­ten etwas Sinn­vol­les und gram­ma­ti­ka­lisch Rich­ti­ges dazu zu sagen, das wür­de mir auch im Eng­li­schen nicht bei jedem The­ma leicht fal­len. Ent­spre­chend kann es also nicht scha­den, gut vor­be­rei­tet zu sein, was aller­dings wie­der­um eini­ges an Zeit erfordert.

Daher erzeug­te der Vor­schlag unse­rer Leh­re­rin­nen, die Prü­fung bereits nächs­te Woche durch­zu­füh­ren, nicht unbe­dingt Begeis­te­rung, weder in Ste­fa­nies Klas­se noch in mei­ner. Und auch die Reak­tio­nen waren jeweils die glei­chen: Wir haben uns mit unse­ren Leh­re­rin­nen (und durch Abstim­mung unter den Stu­den­ten) jeweils geei­nigt die Prü­fung erst Anfang über­nächs­te Woche zu machen. Das bedeu­tet, dass in unse­ren Klas­sen am 24. bzw. 25. Dezem­ber die münd­li­chen Prü­fun­gen stattfinden.

DAAD-Stipendiatentreffen

Am die­sem Wochen­en­de hat­ten wir eine Ein­la­dung um am DAAD-Stipendiatentreffen teil­zu­neh­men. Es war super orga­ni­siert und sehr inter­es­sant. Bereits am Frei­tag konn­ten wir beim gemein­sa­men Abend­essen einen Teil der zir­ka 100 Teil­neh­mer, ken­nen­ler­nen, die aus ganz Chi­na hier­her gekom­men sind. Anschlie­ßend gab’s noch ein Bier­chen und vie­le inter­es­san­te Gesprä­che in San­li­tun (ein paar Bar­stra­ßen im Bot­schafts­vier­tel, die es so ähn­lich auch schon 2006/07 gab).

Am Sams­tag muss­ten wir früh raus, um bereits 9.00 Uhr am eigent­li­chen Pro­gramm­tag teil­zu­neh­men. Die drei Vor­trä­ge wur­den der Rei­he nach immer bes­ser, es ging um Job­chan­cen, die Arbeit des Kul­tur­re­fe­rats der deut­schen Bot­schaft und um Chi­nas neue Füh­rung. Nach einem gemein­sa­men Mit­tag­essen ging es dann auf Tour: Nach lan­gem Über­le­gen hat­ten wir uns für die Füh­rung durch die Hut­ongs in der Alt­stadt ent­schie­den und im Nach­hin­ein wis­sen wir, dass es die rich­ti­ge Ent­schei­dung war. Wäh­rend der knapp zwei­stün­di­gen Tour in der Nähe des Trommel- und Glo­cken­turms war es zwar bit­ter­kalt, aber das Frie­ren hat sich mehr als gelohnt.

Die Archi­tek­tin Bar­ba­ra Münch hat sehr anschau­lich und offen über die Situa­ti­on in den Hut­ongs gespro­chen. Und nicht nur das, sie hat uns sogar drei Innen­hö­fe gezeigt, wel­che man sonst (als Tou­rist) nicht zu sehen bekommt. Sie selbst wohnt auch in solch einem Hut­ong und wir durf­ten haut­nah bestau­nen, wie es sich dort lebt. Sie haben den Hof in beein­dru­cken­der Wei­se umge­baut — so könn­te unser Traum­haus auch aussehen.

Die groß­ar­ti­ge Tour hat uns den Weih­nachts­ba­sar in der deut­schen Bot­schaft schnell ver­ges­sen las­sen, den wir dafür ver­passt haben. Immer­hin kommt Weih­nach­ten (und auch der Weih­nachts­ba­sar) mit Sicher­heit mal wie­der, doch solch eine umfas­sen­de Füh­rung erle­ben wir wohl nicht noch einmal.

Mit einem luxu­riö­sen Abend­essen im Land­mark Tower wur­de die gelun­ge­ne Ver­an­stal­tung am Abend pas­send abgerundet.