Morgen geht’s nach Hause

Nach etwas mehr als drei Mona­ten in Chi­na geht es mor­gen zurück nach Mün­chen. Ent­spre­chend stand in den letz­ten Tagen schon nicht mehr die nor­ma­le Arbeit im Mit­tel­punkt, son­dern das Packen. Mit 23 Kilo­gramm Gepäck aus­zu­kom­men, ist wie gewohnt, nicht ein­fach. Eini­ge Sachen wer­den hier wohl auf mei­nen nächs­ten Flug nach Deutsch­land war­ten müssen.

Mit der Rück­kehr wird sich auch eini­ges in mei­nem täg­li­chen Leben wie­der ändern. Jeden Tag min­des­tens zwei, manch­mal drei Mal aus­wärts (warm) essen wird es ver­mut­lich so schnell nicht mehr geben. Dafür soll­te die Luft, trotz der Mel­dun­gen der letz­ten Wochen, in Deutsch­land noch etwas bes­ser sein als hier und man kann wohl raus gehen und Sport machen ohne zunächst mit einem Blick auf die Air-Quality-App zu schau­en, ob das eine gute Idee ist. (Zumal ich so auf die Schnel­le gar kei­ne App für die aktu­el­len Luft­wer­te von Mün­chen fin­den konnte.)

Und auch das Wäsche­wa­schen wird nicht das Glei­che sein. In Chi­na kennt man Wäsche­stän­der zum Trock­nen der Wäsche eher weni­ger, son­dern alles wird auf Bügel und die­se oft­mals an irgend­wel­che mit­ten durch das Zim­mer gespann­ten Dräh­te gehan­gen. So habe auch ich das gehand­habt, dafür aber die Stan­ge des Dusch­vor­hangs im Bad genutzt.

Da ich nicht ganz so vie­le ver­schie­de­ne Sachen hier habe, habe ich dann auch den wei­te­ren Ablauf ver­ein­facht und die Bügel, so wie sie waren, ein­fach in den Schrank umge­han­gen, um dann spä­ter bei­spiels­wei­se die T‑Shirts direkt vom Bügel wie­der anzu­zie­hen. Das hat mir das Zusam­men­le­gen und eini­ges an Zeit ein­ge­spart. Ob ich mit die­ser „Inno­va­ti­on” bei Ste­fa­nie aber auf viel Begeis­te­rung sto­ßen wer­de, ist eher frag­lich. Zumal wir auch in Mün­chen nicht genug Stan­gen im Schrank haben um alle Kla­mot­ten dar­an aufzuhängen.

Da war noch eine Konferenz

Nach­dem wir vor drei Wochen bereits (in gro­ßer Run­de) in Xia­men waren, ging es am letz­ten Wochen­en­de zu dritt nach Linyi. Dies liegt für chi­ne­si­sche Ver­hält­nis­se gleich in der Nähe, nicht ganz zwei Stun­den mit dem Schnell­zug und eben­so lan­ge mit dem Auto und schon waren wir dort.

Am Frei­tag­mit­tag in Linyi ange­kom­men gab es erst ein­mal (viel zu viel) Essen und danach ein wenig Zeit zur Erho­lung. Am Nach­mit­tag waren wir dann auf dem Cam­pus, haben den (ich wür­de sagen) Fach­grup­pen­lei­ter für Mathe­ma­tik getrof­fen und mein Pro­fes­sor hat einen Ein­füh­rungs­vor­trag zur Gra­phen­theo­rie gehal­ten. Am Abend stand dann wie­der ein gro­ßes Essen (und Trin­ken) auf dem Plan. Dabei ver­su­che ich mich natür­lich den chi­ne­si­schen Sit­ten so weit wie mög­lich anzu­pas­sen. Ent­spre­chend war auch in mei­nem Glas (auf dem ers­ten Bild vorn) kein Was­ser son­dern 50 %-iger Reis­schnaps. Nach dem Essen ging es (zumin­dest für eini­ge) zur Karao­ke und ich habe mich auch an eini­gen chi­ne­si­schen Lie­dern ver­sucht — zumin­dest soweit es mei­ne Zei­chen­kennt­nis­se erlaubt haben. (Die Lied­tex­te wer­den oft in Lang­zei­chen ange­zeigt, sie­he das zwei­te Bild, das macht es für mich auch nicht einfacher.)

Am nächs­ten Tag, dem Sams­tag, stan­den dann die Vor­trä­ge auf dem Pro­gramm und am Abend wie­der ein gemein­sa­mes Essen. Danach habe ich aber auf die Karao­ke ver­zich­tet. Bezie­hungwei­se, um ehr­lich zu sein, habe ich das nicht rich­tig mit­be­kom­men, dass das wirk­lich wie­der geplant war.

Das Tou­ris­ten­pro­gramm am Sonn­tag hat uns zum Mengs­han geführt, einem Berg der (zumin­dest von den Ein­hei­mi­schen) als zwei­ter Tais­han (einer der hei­li­gen chi­ne­si­schen Ber­ge) bezeich­net wird. Er ist zwar nicht ganz so hoch und auch nicht ganz so schön, dafür aber auch nicht so über­lau­fen. Nach dem Mit­tag­essen ging es in ein Natur­kun­de­mu­se­um in dem Kris­tal­le und Fos­si­li­en aus Chi­na aus­ge­stellt wurden.

Die meis­ten der nicht abge­schlos­se­nen Aus­stel­lungs­stü­cke sind zwar nur Kopien gewe­sen, weil es zu gefähr­lich wäre die Ori­gi­na­le aus­zu­stel­len (bzw. die Ver­si­che­rung zu teu­er), trotz­dem war es ganz lus­tig mal (wie­der) ein Dino­sau­ri­er­ske­lett zu sehen. Das ers­te Mal hat­ten wir die­se Chan­ce näm­lich gemein­sam vor einer gefühl­ten Ewig­keit in Hohhot. Das war auf unse­rer ers­ten Rei­se außer­halb Pekings in die Inne­re Mogo­lei Anfang Okot­ber 2006, lang lang ist es her.

Zu Besuch an der schönsten Uni Chinas

Es war zwar kein Urlaub, aber ich muss zuge­ben, es hat sich fast so ange­fühlt: Vor nun­mehr zwei Wochen waren ins­ge­samt 13 Pro­fes­so­ren und Post­docs des Cen­ter for Com­bi­na­to­rics nach Xia­men ein­ge­la­den, um an einem Work­shop dort teil­zu­neh­men. Die Uni­ver­si­tät in Xia­men ist unter ande­rem für ihren Cam­pus bekannt, der direkt zwi­schen dem Strand und einem bewal­de­ten Hügel liegt und als der schöns­te Cam­pus Chi­nas gilt. Ich kann dem nicht wie­der­spre­chen — ken­ne aber auch gera­de mal ein Dut­zend Unis in Chi­na aus eige­ner Erfahrung.

Außer­dem hat­ten wir einen Tag Zeit, um uns die Rund­dör­fer in der Nähe von Xia­men anzu­schau­en. Neben die­sen wohl ein­zig­ar­ti­gen Gebäu­den war auch die Land­schaft dort sehr sehens­wert. Aller­dings auch sehr touristisch.

Gear­bei­tet wur­de natür­lich auch, einen Tag gab es Vor­trä­ge über Gra­phen­theo­rie und angren­zen­de The­men. Bevor es nach Hau­se ging, wur­de außer­dem noch Obst ein­ge­kauft, das dann unter den Teil­neh­mern ver­teilt wur­de. So konn­te ich mich in den dar­auf­fol­gen­den Tagen an Man­gos mit sehr klei­nen fla­chen Ker­nen, Loquat (Japa­ni­sche Woll­mis­pel) und einer ande­ren Frucht, die ich noch nie zuvor gese­hen hat­te, satt essen.

Das war also mei­ne ers­te Kon­fe­renz aus Chi­na in Chi­na. Es war sowohl von den Leu­ten hier als auch dort toll orga­ni­siert, zum Bei­spiel die Trans­fers zu und von den Flug­hä­fen, Über­nach­tung sowie Essen. Ich bin an den Tagen de fac­to ohne Geld aus­ge­kom­men und eine Rei­se­kos­ten­ab­rech­nung nach der Rei­se war ent­spre­chend auch nicht notwendig.

Ach ja, am Wochen­en­de geht es wie­der zu einem klei­nen Work­shop, die­ses mal nach Linyi in der Pro­vinz Shan­dong. Das habe ich auch noch nie gehört, soll aber auch eine Groß­stadt mit ca. 11 Mil­lio­nen Ein­woh­nern auf einer Flä­che so groß wie Sach­sen sein.

Und zum Abschluss noch einmal Hongkong

Nach mehr als zwei auf­re­gen­den Wochen in „Mainland-China” ging es für die letz­ten Tage noch ein­mal an einen unse­rer Lieb­lings­or­te, näm­lich nach Hong­kong. Dort sind wir am ers­ten Abend gleich mit der Stand­seil­bahn auf den Vic­to­ria Peak gefah­ren, um uns die Stadt mal von oben anzuschauen.

Das hat sich im Nach­hin­ein auch als rich­tig erwie­sen, denn an den fol­gen­den Tagen war die Sicht wegen tief­hän­gen­den Wol­ken nicht mehr so gut. Am nächs­ten Mor­gen haben wir uns dann mit der Seil­bahn auf den Weg zum Tian Tan Bud­dha auf Lan­tau Island gemacht. Lei­der war die Aus­sicht — wie oben erwähnt — nicht mehr ganz so toll, aber dafür hat es auf­grund des Win­des ganz nett geschaukelt.

An der End­sta­ti­on ange­kom­men, haben wir uns zunächst den Bud­dha ange­schaut und danach mit dem Bus auf den Weg in das Fischer­dorf Tai O gemacht. Dort sind wir durch das Dorf und zu einem Delphin-Aussichtspunkt in der Nähe gewan­dert.  Von dort hat man immer mal wie­der klei­ne wei­ße Fle­cken gese­hen, ob das aber wirk­lich Del­phi­ne oder aber nur sich bre­chen­de Wel­len waren, dass ließ sich nicht ein­deu­tig klären.

Im Anschluss ging es wie­der mit dem Bus nach Mui O und von dort per Fäh­re zurück, erst nach Hong­kong Island und dann mit der Star Fer­ry nach Kow­loon. Nach­dem wir dann am nächs­ten Tag auch noch Bus und Stra­ßen­bahn gefah­ren sind (U‑Bahn sowie­so jeden Tag und Taxi vom Flug­ha­fen zum Hotel), hat­ten wir also alle Ver­kehrs­mit­tel mal ausprobiert.

 Am vor­letz­ten Tag muss­ten wir dann Vati und sei­ne Freun­din ver­ab­schie­den, lei­der muss­te ja auch die­ser Urlaub ein­mal zu Ende gehen. Wir hat­ten uns aber noch etwas sehr Schö­nes auf­ge­ho­ben, näm­lich ein Tref­fen mit dem Agen­ten von Ste­fa­nies ehe­ma­li­ger Fir­ma in des­sen Stamm­fisch­re­stau­rant, in dem wir schon ein­mal gemein­sam waren. Da gab es dann alles, was das Meer um Hong­kong und in der gan­zen Regi­on so zu bie­ten hat.

Ein Stopp beim Konfuziustempel

Auf dem Weg von Yuan­yang zurück nach Kun­ming, um von dort dann nach Hong­kong wei­ter zu flie­gen, haben wir noch einen Stopp im Ort Jians­hui ein­ge­legt. Wie die gan­ze Regi­on liegt auch die­ser sehr nahe an Viet­nam und war frü­her auch mit einer von den Fran­zo­sen gebau­ten Eisen­bahn mit die­sem ver­bun­den. Direkt neben die­ser Eisen­bahn­li­nie liegt die 17-Bogen-Brücke, die unser ers­tes Foto­mo­tiv war.

Außer­dem haben wir uns die Alt­stadt mit ihren vie­len klei­nen Gas­sen ange­se­hen, an derem Rand auch der Kon­fi­zi­us­tem­pel liegt. Die­ser ist der zweit­größ­te sei­ner Art, nach dem Tem­pel in Kon­fu­zi­us’ Hei­mat­stadt Qufu, den wir uns letz­tes Jahr ange­schaut hatten.

Reisterrassen soweit das Auge reicht

Nach­dem wir uns aus Lijiang bzw. Peking kom­mend in Kun­ming getrof­fen hat­ten, ging es gemein­sam ins nächs­te Natur­pa­ra­dies, die Reis­terras­sen im Bezirk Yuan­yang. Schon auf der Hin­fahrt konn­ten wir eini­ge ter­ras­sen­för­mi­ge Reis­fel­der ent­de­cken und auch von unse­rer Unter­kunft in Xin­jie aus waren sie zu sehen.

Als wir dann aller­dings am nächs­ten Tag eine Rund­tour zu den bes­ten Aus­sichts­punk­ten gemacht haben, da reich­ten sie wirk­lich soweit das Auge reicht. Gan­ze Berg­hän­ge sind dort im Lau­fe der Zeit von der Hani-Minderheit  zu Fel­dern umfunk­tio­niert wor­den und die­se gehö­ren seit dem letz­ten Jahr auch zum UNESCO Weltkulturerbe.

So war es auch kein Wun­der zu sehen, dass eini­ge Orte in der direk­ten Nähe voll­stän­dig im Bau sind, denn die Besu­cher­zah­len wer­den dort in den nächs­ten Jah­ren sicher­lich immer wei­ter anstei­gen. Auch wir waren nicht ganz ein­sam, aber abseits der bekann­tes­ten Aus­sichts­punk­te hat­te man auch sei­ne Ruhe, so zum Bei­spiel in einem der Dör­fer am Rand der Reis­terras­sen, das wir uns ange­se­hen haben.

Das Gan­ze hat uns so gut gefal­len, dass wir kurz dar­über dis­ku­tiert hat­ten dort eine Jugend­her­ber­ge auf­zu­ma­chen, bis wir dann in eben die­sem Dorf fest­stel­len muss­ten, dass es dort schon eine gibt. (Die aller­dings bis heu­te nicht auf den Inter­net­sei­ten ver­zeich­net ist.) Naja, da war wohl jemand schnel­ler als wir.

Nicht zu spät waren wir dafür an den Tigermaul-Reisterrassen, dem Aus­sichts­punkt für Fotos beim Son­nen­un­ter­gang.  Im Gegen­teil, wir waren sogar zu zei­tig, und so haben wir uns bereits vor die­sem Höhe­punkt auf den Weg nach Hau­se gemacht. Anders als eini­ge Chi­ne­sen, die dort ver­mut­lich schon seit Mit­tag ihren Spot bewach­ten. Dafür war es um die­se Uhr­zeit kein Pro­blem wie­der einen Fah­rer zurück zum Hotel zu fin­den. Und die Fotos vom Son­nen­un­ter­gang — die machen wir dann ein­fach bei unse­rem nächs­ten Besuch dort.

Keine Tiger zu sehen, aber tolle Landschaft

Obwohl es uns, mei­nem Vater, Bru­der, und mir, in Lijiang sehr gut gefal­len hat, woll­ten wir uns die schö­ne Land­schaft der Umge­bung natür­lich auch mal aus der Nähe anse­hen. Dafür hät­te sich natür­lich der weit­hin sicht­ba­re Jade­dra­chen­schnee­berg mit sei­nen knapp 5600 Höhen­me­tern ange­bo­ten, aber das schien uns gleich etwas übertrieben.

So haben wir uns eine wei­te­re Attrak­ti­on in der Nähe aus­ge­sucht, die Tiger­sprung­schlucht, und uns an einem Mor­gen mit einer chi­ne­si­schen Rei­se­grup­pe dort­hin auf den Weg gemacht. Das ers­te Ziel unse­rer 1‑Tages-Tour war die Fluss­bie­gung des Jang­t­se­kiang bei Shi­gu. Dort macht der Fluss,  aus dem Hima­la­ya in süd­li­cher Rich­tung flie­ßend, eine 180 Grad-Wende um dann spä­ter sei­nen Weg nach Osten durch einen Groß­teil Chi­nas fortzusetzen.

Sich das nur vom Land aus anzu­schau­en, wäre natür­lich etwas lang­wei­lig gewe­sen, daher ging es ca. eine Stun­de auf zwei zusam­men­ge­bun­de­nen Bana­nen in recht unan­ge­neh­men Sitz­po­si­tio­nen den Fluss hin­un­ter. Somit hat­ten wir uns zwar noch nicht aktiv bewegt, aber uns tat schon mal alles weh.

Im Anschluss ging es dann zur Tiger­sprung­schlucht, die mit 3900 Metern Höhen­un­ter­schied zwi­schen dem Was­ser des Jang­t­se­kiang und den Ber­gen an bei­den Sei­ten tiefs­te Schlucht der Welt, die bereits aus dem Bus sehr beein­dru­ckend war. Die eigent­li­che Attrak­ti­on war eine zwei­stün­di­ge Wan­de­rung, zunächst nach unten zum Was­ser, und dann wie­der nach oben.

Der Weg nach unten war zwar stei­nig und steil, aber kein grö­ße­res Pro­blem. Außer natür­lich für die Chi­ne­sin­nen, die die Rei­se in Absatz­schu­hen ange­tre­ten hat­ten und sich in der Mit­te des Wegen bei einem der vie­len klei­nen Stän­de neu­es Schuh­werk zule­gen muss­ten. Wäh­rend des Auf­stie­ges jedoch gab es dann für jeden die eine oder ande­re Situa­ti­on, wo es bes­ser war den Blick nur auf den Weg (nach oben) zu richten.

Fest­zu­hal­ten bleibt, dass die Schlucht und die Ber­ge selbst mit ent­spre­chen­dem Objek­tiv nicht ein­zu­fan­gen waren, dafür waren die­se ein­fach zu groß bezie­hungs­wei­se man sel­ber zu nahe dran. Das letz­te Bild ist übri­gens aus dem Bus auf­ge­nom­men, an einer Stel­le, wo gera­de ein klei­nes Stück der Stra­ße fehlte.

Das war Lijiang

Hier ein paar mehr Bil­der aus der Zeit von vor drei Wochen, als Ste­fa­nie, mein Bru­der, mein Vater und sei­ne Freun­din mich in Chi­na besucht haben. Zur Erin­ne­rung, der Rei­se­pass der Freun­din mei­nes Vaters war ver­lo­ren gegan­gen, daher muss­ten sich die Her­ren allein auf den Weg nach Lijiang, am süd­öst­li­chen Aus­läu­fer des Hima­la­ya gele­gen, machen, wäh­rend die Damen in Peking auf ein neu­es Visum warteten.

Obwohl wir also unter ungu­ten Vor­zei­chen in das auf ca. 2400 Meter Höhe lie­gen­de Lijiang geflo­gen sind, hat uns die Stadt sehr gefal­len. Gewohnt haben wir in einer Jugend­her­ber­ge gleich am Ran­de der Alt­stadt, die 1996 durch ein Erd­be­ben größ­ten­teils zer­stört und im Anschluss „im alten Stil” wie­der auf­ge­baut wurde.

In den vie­len Gas­sen der Alt­stadt — die eng genug sind, damit die­se auto­frei ist — kann man stun­den­lang kreuz und quer gehen und immer wie­der schö­ne Fleck­chen ent­de­cken. Zwar trifft man auf den Haupt­rou­ten auch vie­le Tou­ris­ten­grup­pen, etwas abseits davon ist es aber gleich wie­der ruhiger.

Was man von vie­len Orten der Alt­stadt und vor allem vom klei­nen Berg am Ran­de die­ser sieht, ist der Jade­dra­chen­schnee­berg. Die­ser fast 6000 Meter hohe Berg soll das belieb­tes­te Foto­mo­tiv Süd­chi­nas sein und fehlt in kei­nem Reiseführer.

Aller­dings sieht man den Berg dort meist voll­stän­dig und dazu auch noch sich im Was­ser des Sees eines Par­kes gleich nörd­lich der Alt­stadt spie­gelnd. Ers­te­res war uns lei­der trotz an sich ganz guten Wet­ters an allen drei Tagen nicht ver­gönnt. Und zwei­te­res, ein wirk­lich deut­li­ches Spie­gel­bild, ver­hin­der­ten die Wel­len des künst­li­chen Zufluss des Sees.

Trotz­dem hat uns die Stadt begeis­tert. Nicht zu groß, man kann die meis­ten Attrak­tio­nen zu Fuß errei­chen, und dazu das gan­ze Jahr über mit sehr ange­neh­men Tem­pe­ra­tu­ren aus­ge­stat­tet. Da muss ich also mit Ste­fa­nie auf alle Fäl­le noch ein­mal hin, zumal wir die­ses Mal auch kei­ne Zeit für ande­re Städ­te in der Umge­bung wie Deqin und Dali hatten.

Eindrücke aus Peking

Sowohl wäh­rend des Früh­lings­fes­tes, dass nun schon 6 Wochen her ist, als auch wäh­rend ich Besuch hat­te, habe ich ziem­lich viel Zeit in Peking ver­bracht und möch­te nun end­lich mal ein paar visu­el­le Ein­drü­cke von die­sen Tagen nachliefern.

Zum Früh­lings­fest war ich mit Gui­do, dem Deut­schen bei dem ich in letz­ter Zeit immer über­nach­tet habe, wenn ich in Peking war, in Bad­a­chu. Das ist eine Ansamm­lung von acht klei­ne­ren und grö­ße­ren Tem­peln im Wes­ten der Stadt und süd­lich vom Duft­berg gele­gen, wo Ste­fa­nie und ich schon sehr lan­ge mal hin woll­ten. Wenn auch ohne Ste­fa­nie, so konn­te ich es also die­ses Mal end­lich wahr machen.

Eben­so wie in den meis­ten ande­ren Tem­peln und Parks fand dort kurz nach dem Neu­jahr ein Tem­pel­fest statt. Aller­dings ging es dort deut­lich ruhi­ger als bei den über­lau­fe­nen Ver­an­stal­tun­gen mit­ten in der Stadt zu. Da die Anla­ge an den West­ber­gen liegt, konn­te man außer­dem nach oben wan­dern und hat­te von dort einen guten Blick auf Peking.

Sehr inter­es­sant waren auch die Feu­er­wer­ke, denn da Gui­dos Woh­nung im 20. Stock lag (er ist Ende Febru­ar nach Deutsch­land zurück), sind die meis­ten Geschos­se unter­halb von uns explodiert.

Mit mei­nem Besuch habe ich in Peking vor allem die bekann­ten Sehens­wür­dig­kei­ten ange­schaut. Da das Wet­ter größ­ten­teils nicht so toll war, ver­zich­te ich mal auf eine Viel­zahl von Bildern.

Auch für mich ein neu­es Erleb­nis war der Besuch in einer Poli­zei­sta­ti­on, genau­er gesagt in der Nähe des Hin­te­ren Sees, wo wir auf­grund eines ver­lo­re­nen Rei­se­pas­ses hin muss­tenZunächst kam aber die Poli­zei zu uns an den Ort, wo wir den Ver­lust bemerkt hat­ten. Dann durf­te ich gemein­sam mit der Freun­din mei­nes Vaters, denn es war ihr Pass, der fehl­te, im Poli­zei­au­to mit­fah­ren. In der Wache ging es dann zur Auf­nah­me des Pro­to­kolls in einen Ver­hö­raum, in dem auch ein lus­ti­ger Stuhl stand, in dem sonst die Ver­däch­ti­gen sit­zen und der ent­spre­chend gesi­chert wer­den kann. Wir konn­ten aber ein­fach dane­ben Platz nehmen.

Auf­grund des ver­lo­re­nen Rei­se­pas­ses muss­ten Ste­fa­nie und die Freun­din mei­nes Vater dann län­ger in Peking blei­ben und haben die Zeit unter ande­rem genutzt, um sich den Bota­ni­schen Gar­ten (die Bil­der sind aus der Tro­pen­hal­le) anzu­schau­en und den Duft­berg zu erklimmen.

Der Urlaub ist vorbei

Am ver­gan­ge­nen Sonn­tag bin ich nach fast drei Wochen Rei­se durch Chi­na wie­der in Tian­jin ange­kom­men. Mit­te Febru­ar waren zuerst mein Vater mit sei­ner Freun­din und eini­ge Tage spä­ter auch Ste­fa­nie und mein Bru­der nach Peking gekom­men, um mit mir gemein­sam etwas Neu­es zu sehen.

Zunächst waren wir an den bekann­ten Orten in und um Peking unter­wegs, bevor unser Rei­se­plan durch den Ver­lust des Rei­se­pas­ses der Freun­din mei­nes Vaters auf die Pro­be gestellt wur­de, weil wir spon­tan den Besuch einer klei­nen ört­li­chen Poli­zei­sta­ti­on, den Besuch einer grö­ße­ren Poli­zei­sta­ti­on, meh­re­re Besu­che bei der Deut­schen Bot­schaft und beim Entry-Exit-Office in unse­re Pla­nun­gen auf­neh­men mussten.

Am Ende muss­te auch die Freun­din mei­nes Vaters und Ste­fa­nie län­ger in Peking ver­wei­len, weil die Aus­stel­lung eines neu­en Pas­ses und die Bean­tra­gung eines neu­en Visums eini­ges an Zeit gedau­ert hat. Auf der ande­ren Sei­te war es eine inter­es­san­te Erfah­rung, das mal durch­ge­macht zu haben und zu wis­sen, dass man auch sol­che Pro­ble­me mit etwas Zeit lösen kann. Wie sagt man doch: „Kann man machen, muss man aber nicht.”

Wäh­rend in Peking Pass- und Visa­an­trä­ge bear­bei­tet wur­den, war ich mit mei­nem Vater und Bru­der in Lijiang, wo wir uns neben der Alt­stadt auch den Jade­dra­chen­schnee­berg und die Tiger­sprung­schlucht ange­schaut haben.

Danach gab es ein Wie­der­se­hen mit allen in Kun­ming, wo wir am Mor­gen nach dem Anschlag auf den dor­ti­gen Haupt­bahn­hof an eben die­sem per Nacht­zug ange­kom­men sind. Der hal­be Bahn­hof war noch gesperrt, was ein mitt­le­res Ver­kehrs­cha­os ver­ur­sacht hat. Aber irgend­wie haben wir uns trotz­dem gefun­den und konn­ten uns gemein­sam auf den Weg zu den Reis­ter­rras­sen in Yuan­yang machen.

Auf dem Weg dort­hin wur­den mir mehr­mals von den Poli­zei an Stra­ßen­sper­ren kon­trol­liert, weil wir nach Ansicht die­ser doch eine gewis­se Gemein­sam­keit mit den ver­mu­te­ten uigu­ri­schen Tätern hat­ten. Aber mit unse­ren deut­schen Rei­se­päs­sen hat sich die Sache immer schnell aufgeklärt.

Zum Abschluss ging es noch nach Hong­kong, wo es außer einer sehr win­di­gen Fahrt mit der Seil­bahn nach Lantau-Island aber kei­ne Über­ra­schun­gen gab.

Natür­lich gibt es von den gan­zen Erleb­nis­sen auch Fotos, die wer­de ich ver­su­chen in den nächs­ten Tagen ein­zu­stel­len. Aber zwi­schen­zeit­lich muss ich erst mal wie­der ein wenig arbei­ten. (Zumal nächs­ten Don­ners­tag schon wie­der eine Kon­fe­renz in der schö­nen Küs­ten­stadt Xia­men auf dem Pro­gramm steht.)